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Autorinnen und Autoren im Netz

Kategorie: Über uns

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Interview mit dem Herrn Chefredakteur

Der Entwicklungsblogger könnte ich mich eigentlich auch nennen. Mich fasziniert das immer, zu beobachten, wie ich mich verändere, was für Fortschritte ich mache. Unser Chefredakteur, im Forum als Hobbyschreiber bekannt, hat uns im Februar interviewt. Das war vor drei Monaten. Wie sind meine Antworten damals und heute im Vergleich?

 

Wie lange bist du schon im Schreib-Forum dabei?

Februar: Seit dem 30.12.17.

Mai: Unverändert. 😉

 

Was war der Beweggrund, dich hier anzumelden?

Februar: Wie im Profil angegeben, ich suchte Gesellschaft beim Schreiben und Austausch über meine Texte. Mich haben vor allem die Schreibprojekte gereizt. Die Möglichkeit, hier auch Probeleser für später zu finden, war nur ein Bonus.

Vor allem hatte ich auf Motivation gehofft. Ich brauchte es einfach, dass mir mal wieder jemand sagte, wie schön meine Texte zu lesen sind, dass ich schreiben kann. Mittlerweile habe ich sogar schon ein “druckreif” gehört. Ich habe wieder Freude am Schreiben gefunden und darauf hatte ich es angelegt.

Mai: Jetzt müsste ich mich eigentlich fragen, warum ich geblieben bin …

Es gefällt mir einfach, wie super der Zusammenhalt hier ist. Durch das Chatten, was ich selbst angestoßen hatte, kommt man sich etwas näher, als wenn man nur Forenbeiträge und PNs wechselt. Es ist nicht alles eitel Sonnenschein, es menschelt hier wie auch anderswo, aber im Vergleich zu anderen Foren geht es hier sehr harmonisch zu.

Mittlerweile habe ich gelernt, mit dem Feedback meiner Leser umzugehen, die einen muss ich früher, die anderen später fragen …

Ich bekomme hier Motivation vom Feinsten, aber manchmal verpufft die einfach.

 

Warum bist du nicht mehr im Schreib-Forum aktiv (falls das zutrifft)?

Februar: Trifft nicht zu. 😉

Mai: Also ich bin noch aktiv, das ist ganz klar. Aber im Vergleich zum Beginn sehr gedrosselt. Ich habe hier im Blog meinen Stichtag verschlumpft und mein eigenes liegt seit Wochen brach.

Es ist mir alles zuviel, das Lesen und Kommentieren von Geschichten, die Teilnahme an Schreibübungen sowieso. Oft lasse ich den Computer aus und fläze mich gleich vor den Fernseher.

Ich setze mich zur Zeit mit existentielleren Fragen auseinander, wie: Aufstehen oder Liegenbleiben? Duschen oder heute nicht oder doch wenigstens baden? Nennen wir es mal eine Schreibblockade, denn akute Löscheritis habe ich auch.  😉 

Nennen wir das Kind beim Namen: Ich habe eine handfeste Depression. Sowas habe ich phasenweise. Aber was wäre ein Rentner ohne seine Wehwehchen. 😉

 

Was findest du gut im Forum?

Februar: Die Atmosphäre, alle gehen sehr herzlich miteinander um. Die Intimität in den Schreibprojekten. Ich finde die Schreibübungen prima, auch wenn ich nicht alle mitmachen kann.

Mai: Ich habe hier Halt gefunden, Kollegen/Freunde, mit denen ich über meine Texte sprechen kann und die auch vor meinen Alltagssorgen nicht zurückschrecken.

 

Was brauchst du nicht wirklich?

Februar: Das kann ich noch nicht sagen, alles ist noch neu und in der Erprobungsphase. Die Forenblogs scheinen kaum genutzt zu werden, ebenso der Talkbereich. Den Talk finde ich aber sehr gut, der kann helfen, das Forum nicht zu zerchatten. Es gibt doch immer wieder so Spezialisten, die nur Einzeiler wechseln.

Mai: Okay, mal ganz egoistisch … die Schreibspiele brauche ich nicht, auf Geburtstagsglückwunschthreads kann ich liebend gern verzichten, für mich ist die 7-14-7 neben meinem Roman viel zu aufwändig.

 

Was sollten wir dir unbedingt noch bieten?

Februar: Lektorat, Korrektorat und nen Vertrag beim Verlag. 😉
Gemeinsame Anthologien herausgeben… ich träume ein bisschen. Die Schreibkommune ist schon super.

Mai: Ich finde es super, wie es ist und es ist dauernd im Wandel …

 

Wie lange beschäftigst du dich schon mit dem kreativen Schreiben?

Februar: 12 Jahre.

Mai: gut zwölf Jahre

 

Was war der Auslöser dafür?

Februar: Seelenballast, wenn Du es unbedingt wissen willst, kannst Du es hier nachlesen: https://ingo-schreibt-anders.blog/2018/02/18/der-vorfall-vom-18-2-i-can-tell-metoo/

Mai: Oh, ich fürchte, da heißt es wieder “Vielen Dank für deine Offenheit”, was bedeutet “Kannst du nicht mal die Schnauze halten? Du hast dich soeben wieder blamiert!”

 

Was bringt oder hat dir das Schreib-Forum in Sachen Schreiben und die Entwicklung dorthin gebracht?

Februar: Ich habe sehr viel gelernt! Zum Beispiel hatte ich das falsche Erzähltempo und habe mich immer sehr bemüht, bekam aber nur wenig Worte pro Tag zustande. Und jetzt fluppt es auf einmal. :)))
Der Zusammenhalt in den Schreibprojekten beschert mir zudem ganz ungemein viel Motivation und Lebensfreude.

Mai: Ich habe in den Schreibprojekten den Anfang meiner Geschichte gepostet und man hat mir deutlich gemacht, dass ich viel zu hastig erzählt habe. Ich bin ja Kurzgeschichten gewohnt. Nun habe ich ein Gefühl für ein angemessenes Erzähltempo von Romanen erzählt. Mittlerweile habe ich diesen Anfang fast fertig überarbeitet und der Umfang, aber auch die Qualität haben sehr zugenommen.

 

Was ist dein großes Ziel in Bezug auf kreatives Schreiben (wo soll deine Reise hingehen)?

Februar: Verrückt vor Liebe fertigstellen und dann mal überlegen, wie ich das vermarkte.
Tochtersohn als nächstes Projekt in Angriff nehmen.

Mai: Ja, eins nach dem anderen. Erstmal schreiben und dann an Veröffentlichung denken. Ich würde mich wirklich freuen, möglichst viele Menschen damit erreichen zu können. Aber so ein Ziel wie “Mit dem Schreiben Geld verdienen” oder “berühmt werden” habe ich gar nicht, ich scheue eher davor zurück und habe Sorge, was sich dann alles für mich ändert.


Nenne hier vier Dinge, über die es sich lohnt zu schreiben.

# Trigger. Weil das sich davon losschreiben ungemein befreit.

# Alltag. Weil es ungemein hilfreich ist, diesen zu schätzen.

# Psychische Erkrankungen, weil die immer noch mit Stigma behaftet sind.

# Transsexualität, ebenfalls im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit.

 

Vervollständige bitte folgende Satzanfänge!

*Schreiben ist für mich …. mein Ventil, Entspannung und Seelenheil

*Am Schreiben hindert mich … mein Perfektionismus und die Angst, etwas falsch zu machen

*Von Schreibratgebern halte ich … nicht wirklich viel, da ich aus Blogs im Prinzip dasselbe erfahre und dort die Gelegenheit habe, direkt nachzufragen.

*Ich kenne folgende Schreibratgeber …Wie man einen verdammt guten Roman schreibt 1+2, James N. Frey und Campbells Heldenreise

*Plotten ist für mich …am Anfang erstmal schwierig gewesen,

*Stil ist für mich …eine Frage des Geschmacks.

*Der innere Kritiker ….hat Sendepause, wenn ich meinen ersten Entwurf schreibe.

 

Ingo S. Anders

Ingo S. Anders

Ob ich das in drei Monaten nochmal wiederhole? Höchst unwahrscheinlich, dazu wechseln meine Interessen viel zu schnell. Kann aber sein, dass es irgendwann wieder aufpoppt und ich es noch mal aufgreife… mal sehen. Es bleibt spannend!

Das war es für heute

Euer Ingo

Kniffelig

»Sie sind dran«, fordert meine Ergotherapeutin mich auf. Achso, schon wieder vergessen. Diese verdammten Konzentrationsstörungen. Ich schüttele den Würfelbecher. Drei Fünfen. Das ist schonmal gut. Könnte ein Kniffel werden. Ich bekomme eine Drei und eine Vier dazu.
»Na, wird das eine Straße?«, fragt sie.

Jetzt muss ich wieder überlegen. Ewig lang überlegen. Gebe ich zwei der Fünfen auf, muss ich von meiner Strategie, immer auf Kniffel zu pokern, abweichen. Das jetzt könnte ich ja auch gut als Dreierpasch nehmen. Aber dann habe ich in dieser Runde keine Chance mehr auf den Kniffel und die Fünfer habe ich ja auch noch offen.

»Nein«, sage ich und würfle erneut. Eine Eins und eine Sechs. Ist das jetzt besser oder schlechter? Ist egal, denn damit muss ich jetzt leben. Andere Leute würden nachrechnen, ob das nun oben mehr Punkte bringt oder unten. Ich entscheide das nach Gefühl. Drei Fünfer sind fünfzehn, das weiß ich. Mein Einmaleins ist lückenhaft, aber hier bin ich noch im sicheren Bereich. Ich schreibe das Ergebnis auf die Fünfer, auch wenn ich drei davon wenig finde.

Sie würfelt. Meine Gedanken schweifen ab und ich hadere mal wieder mit mir, mit meinem so schlecht gewordenen Gedächtnis. Ich bin unzufrieden. Früher war mehr Lametta. Als ich mir Namen noch merken konnte, einfach weil der Mensch mich begeistert hat und ich nicht mühsam Memorierungstechniken anwenden musste.

»Sie sind dran, Herr Anders.«

Schon wieder? Das war aber eine kurze Pause. Ich greife nach dem Becher und nehme mir vor, nun besser aufzupassen.

Ich bekomme vier Dreien und eine Eins. Natürlich habe ich die Dreien schon voll. Zwei erfolglose Versuche später setze ich sechzehn auf den Viererpasch. Normalerweise mache ich das nicht mit Dreien, aber ich hatte keine andere Wahl.

Ich gebe den Becher und die Würfel ab und achte nun genau darauf, was sie würfelt, und vor allem, wann sie das dritte Mal gewürfelt hat.

»Große Straße!«, freut sie sich.

Na, so hätte ich es auch so mitgekriegt, denke ich frustriert.

Mittlerweile habe ich den oberen Bereich voll. Normalerweise würde ich einen Taschenrechner benutzen, aber es ist ja der Sinn der Übung, dass ich im Kopf rechne. Um ein Schmierblatt mit Nebenrechnungen zu bekritzeln, bin ich zu eitel. Nicht mit zweistelligen Zahlen. Das kriege ich schon hin. Und ich weiß auch gar nicht, ob es ihr recht wäre und ich traue mich nicht, sie zu fragen. Mit dem oberen Bereich habe ich nie Probleme. Unten wird es haarig, da sind die Zahlen dreistellig. Und da guckt sie mir beim Rechnen zu. Das ist echt übel. Sie hat nämlich nicht die Geduld, abzuwarten, bis ich endlich ein Ergebnis präsentieren kann. Ich vergesse nämlich immer das Zwischenergebnis. Das, was ich vielleicht auf einem extra Schmierzettel die Eins im Sinn und all die anderen notieren könnte. Wenn ich nicht zu stolz wäre, diese Schwäche offen einzugestehen, wegen der ich hier in Behandlung bin: Konzentrationsschwäche. Und mit dieser Ungeduld führt sie mir deutlich vor Augen, wie unsäglich schlecht mein Gedächtnis geworden ist. Scheißtabletten.

Inzwischen habe ich mich auch daran gewöhnt, dass beim Lesen von Büchern alle drei oder vier Seiten meine Augen am Ende eines Abschnitts ankommen und ich überhaupt nichts davon weiß, was da geschrieben steht. Ich springe dann einfach nochmal an den Beginn des Absatzes, manchmal auch zwei oder drei Absätze weiter, nur zur Sicherheit. Papier ist ja geduldig. Ich mittlerweile auch.

 

Dieser Text ist entstanden im Rahmen unserer Schreibübung “Schreiben gegen die Zeit”, die wir sonntags veranstalten.

“Das können Sie nicht!”

Vor vier Jahren habe ich eine sehr gute Ergotherapie beendet. Ich habe jede Woche eine Kurzgeschichte geschrieben und diese dann mit der Therapeutin besprochen. Das hat mir nicht nur gut getan, sondern richtig Spaß gemacht. Ich beendete die Therapie mit dem festen Vorsatz, jetzt einen Roman schreiben zu wollen, und dem Gefühl, das jetzt alleine zu können. Mir war nicht wohl bei dem Gedanken, dass die Krankenkasse für meinen Schreibspaß zahlen sollte.

Ich erzählte freudestrahlend in der Psychoedukationsgruppe von meinem Vorhaben und bekam von der Bewegungstherapeutin ein “Das können Sie nicht” vor den Latz geknallt, gefolgt von “Wenn Sie ein Buch schreiben wollen, dann müssen Sie etwas erlebt haben. Und Sie müssen es verarbeitet haben.”

Das ist nicht nur demütigend, das ist auch völlig falsch und zeugt von mangelnder Sachkenntnis. Da mir damals aber nicht bewusst war, dass ich gerade durch das Schreiben verarbeite, ließ ich mich für vier Jahre ins Bockshorn jagen. Ich gab bei den geringsten Schwierigkeiten auf und glaubte, dass ich es nicht können konnte.

Mein Psychotherapeut, der auch Psychiater ist, hat mir nun erklärt, dass man durch das Führen innerer Dialoge verarbeitet. Und die kann man natürlich auch aufschreiben und ein Buch draus machen, wenn man will – sagte er. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen und begann mit meinem aktuellen Projekt.

Inzwischen bin ich seit einem halben Jahr dabei und es sind schon einige Kapitel entstanden. Ich kann das sehr wohl. Und im Übrigen könnte ich auch mit den Kurzgeschichten der letzten zwölf Jahre ein Buch füllen, wenn ich das wollte. Vielleicht mache ich das sogar.

Nehmt euch Kritik an euren Schreibprojekten nicht zu sehr zu Herzen. Prüft, von wem die Kritik stammt. Meinungen von Lesern sind anders zu behandeln als Rückmeldungen von Schriftstellern. Sie wissen, wie eine Geschichte auf sie gewirkt hat, ob sie gefallen hat oder nicht, können aber meist nicht sagen warum.

Ingo S. Anders

Wenn der Leser auch schreibt: Schreibt derjenige überhaupt selbst gut(e Geschichten)? Wenn nein, ist er nicht unbedingt der beste Ratgeber. Und niemand, dessen Wort wir so viel Gewicht beimessen sollten, dass es uns verletzt.

Also, lasst euch nicht ins Bockshorn jagen.

Euer Ingo

Das an und für sich – Nalex stellt sich vor

Ein Chaot auf voller Linie. Alles geplante verläuft dann in den Bahnen, die ich mir so gar nicht vorgezeichnet habe….

Na ja…. Zumindest in meinem Kopf… 😀

 

Wie lange bist du schon im Schreib-Forum dabei?

Ich bin seit dem November 2013 Mitglied des Forums. Damals nannte es sich noch Schreibfreunde-Forum.

 

Was war der Beweggrund, dich hier anzumelden?

Damals war ein großer Umbruch in meinem Leben vonstatten gegangen und ich begann das Schreiben mehr in den Mittelpunkt meines Lebens zu integrieren. Allerdings traute ich niemandem in meinem näheren Umkreis was meine “Kunstwerke” anging. So machte ich mich auf die Suche und fand das Forum.

 

Warum bist du nicht mehr im Schreib-Forum aktiv (falls das zutrifft)?

Dies trifft nicht zu.

 

Was findest du gut im Forum?

Vor allem liegen mir die Gespräche im Chat wichtig. Das kommentieren ist auch ein Punkt, den ich gut finde. Leider leidet das bei mir derzeit. 🙁

 

Was brauchst du nicht wirklich?

Oh, dass kann ich jetzt so spontan nicht sagen

 

Was sollten wir dir unbedingt noch bieten?

Im Moment bin ich wunschlos glücklich.

 

Wie lange beschäftigst du dich schon mit dem kreativen Schreiben?

Ich habe bereits mit 12 oder 13 Jahren mit dem Schreiben angefangen. Allerdings habe ich mich damals nicht getraut mich mit anderen zusammenzuschließen.

Also insgesamt seit über 20 Jahren mit Pausen.

 

Was war der Auslöser dafür?

Der Auslöser war der Kauf meiner Mutter von einem Hund. Damals hat sie viele Seminare besucht, wobei ich sie begleitete und dann mir mit dem Schreiben die Zeit vertrieb.

 

Was bringt oder hat dir das Schreib-Forum in Sachen Schreiben und die Entwicklung dorthin gebracht?

In den letzten Jahren habe ich gelernt mit meinen Texten kritischer umzugehen und auch die Feedbacks von anderen Autoren nicht all zu sehr an mich heran zu lassen. Natürlich tut es immer ein wenig am Ego kratzen, aber damit kann ich mittlerweile umgehen.

Auch der Austausch mit den anderen Autoren ist für mich wichtig, denn so komme ich auf andere Ideen oder überwinde eine Blockade um dann weiter zu schreiben.

 

Was ist dein großes Ziel in Bezug auf kreatives Schreiben (wo soll deine Reise hingehen)?

Irgendwann möchte ich mal etwas Veröffentlichen. Egal, ob in einer Anthologie oder als eigenes Buch.

 

Nenne hier vier Dinge, über die es sich lohnt zu schreiben.

Vor allem für mich selbst.

 

Vervollständige bitte folgende Satzanfänge!

*Schreiben ist für mich …. Entspannung, Stressabbau

*Am Schreiben hindert mich … mein eigener Kritiker, der in regelmäßigen Abständen zu laut ist.

*Von Schreibratgebern halte ich … nicht viel. Ich habe mehr davon mich mit anderen zu unterhalten und mir von deren Schreiberfahrungen zu erfahren.

*Ich kenne folgende Schreibratgeber …keinen

*Plotten ist für mich … eine Herausforderung, vor allem, wenn ich es vom Anfang bis zum Ende durchziehen muss.

*Stil ist für mich …so unterschiedlich wie die einzelnen Menschen.

*Der innere Kritiker ….ist echt nervtötend, wenn er nicht mit etwas anderem beschäftigt ist.

Das war ein kurzer Überblick von mir oder ein kurzer Einblick zu dem was sich in den letzten 4 Jahren ereignet hat.

 

Eure

Nalex

 

Ida und ihre Bücher

Seit ich mich erinnern kann, bin ich vom Lesevirus befallen. Alle Bücher, derer ich als Kind oder Jugendliche habhaft werden konnte, habe ich verschlungen. Aus der Bibliothek, von Bekannten und Verwandten wurde ich mit Büchern versorgt, die ich dann bis tief in die Nacht gelesen habe, um dann mit müden Augen, aber einer neuen Geschichte im Kopf zur Schule zu fahren.
Meine Eltern haben so einiges unternommen, um meiner Lesewut beizukommen. Doch nichts konnte mich bremsen.
Mein Vater sagt immer, wenn ich lese, könnte der Stuhl auf dem ich sitze, abbrennen, ich würde es nicht merken. (Recht hat er.)
Die Tür zu meinem Kinderzimmer war die einzige Glastür in meinem Elternhaus, wenn ich ins Bett musste, wurden die Birnen aus meinen Lampen gedreht und wenn andere Kinder Hausarrest bekamen, musste ich vor die Haustür.
Doch was auch immer sich meine Eltern haben einfallen lassen, ich habe immer eine Möglichkeit zum Lesen gefunden. Mit der Taschenlampe unter der Bettdecke, oder indem ich Bücher an sicheren Orten außerhalb des Hauses deponierte, um sie dann versteckt irgendwo zu lesen. Was nicht selten eine Suchaktion nach mir auslöste, weil ich beim Lesen Raum und Zeit vergaß.
Wie das Lesen gehört das Erfinden von Geschichten zu meinem Leben, es war schon immer da und passiert unvermittelt und ganz spontan. Geschichten, die mir nicht gefallen, schreibe ich im Kopf einfach um oder ich spinne sie weiter. Aus winzigen Situationen, nebenher gesagten Sätzen entwickeln sich Geschichten, die meinen Kopf bevölkern.
Sie aufzuschreiben, dazu fehlte mir lange der Mut. Wie könnte ich mich erdreisten und für eine Schriftstellerin halten. Schriftsteller sind Genies, sie werden so geboren. Ein so unbedeutendes Wesen wie ich könnte niemals in solche Sphären aufsteigen. Davon auch nur zu träumen, wäre schon vermessen.
Natürlich ist das großer Quatsch, aber sich von Vorurteilen und alten Rollenbildern zu befreien, ist nicht immer einfach.
Vor etwa drei Jahren wurde mir auf eindringliche Weise vermittelt, dass mein Leben endlich ist. Und dass meine Kopfgeschichten mit mir die Welt verlassen werden, wenn ich sie nicht hinauslasse.
Das war ein guter Zeitpunkt, mein Leben zu verändern und auf das zu pfeifen, was andere sagen.
Seither versuche ich, Platz in meinem Kopf zu schaffen und meine Geschichten auf das Papier zu bannen. Glaubte ich zu Beginn noch, das Aufschreiben sei einfach und würde meinen Kopf befreien, wurde ich sehr bald eines Besseren belehrt.
Schreiben ist … schwer ist das falsche Wort dafür, aber einfach ist es auch nicht. Schreiben erfordert Ausdauer, Konzentration und Selbstdisziplin. Es ist eine Arbeit, manchmal eine, die ich vor mir herschiebe, manchmal eine, die ich kaum erwarten kann. Sie zwingt mich, mich mit Problemen auseinanderzusetzen, über die ich seit der Schulzeit meiner Kinder nicht mehr nachgedacht habe. Ich sag nur Kommasetzung und neue deutsche Rechtschreibung. Und wer denkt, so schwer kann das doch nun wirklich nicht sein, der erinnere sich bitte an seine Schulzeit und wie wir uns da abgemüht haben, einen anständigen Aufsatz abzuliefern. Und meinen Kopf bekomme ich auch nicht frei. Für jede aufgeschriebene Geschichte wachsen zwei neue nach. Geradeso, als hätte ich eine Kammer in mir geöffnet, die vor lauter Geschichten und Figuren überquillt.
Aber mein Anspruch an mich ist nicht nur, dass ich schreibe. Nein, die verwöhnte Vielleserin in mir möchte gut erzählte Geschichten lesen und dazu gehören auch meine eigenen Geschichten. Meine Meinung ist, dass man als Autor eine Verpflichtung seinen Figuren und seiner Geschichte gegenüber hat: sie in der bestmöglichen Form zu erzählen.
Deshalb habe ich mich, schon sehr bald nach meinem Entschluss zu schreiben, mit Schreibratgebern und Schreibkursen beschäftigt.
Schreiben ist ein Handwerk. Und wie ein Tischler oder ein Musiker Grundlagen seines Berufes lernen muss und bestimmte Handgriffe immer wieder wiederholt, bis er sie ohne nachzudenken ausführen kann, muss ich das Schreiben neu erlernen. Lernen, wie ich mit Worten spielen kann, wie sich mit Worten ein Bild malen lässt. Muss lernen, welche Macht die Worte über die Leser haben, wenn ich sie in der richtigen Reihenfolge aneinanderreihe.
Natürlich gibt es Virtuosen, die, ohne je eine Musikschule besucht zu haben, uns mit ihrer Musik verzaubern. Doch auch sie schaffen das nicht ohne tägliche Übungen, Experimente und den inneren Zwang, immer besser werden zu wollen, die Grenzen des Erreichbaren immer wieder auszuloten.
Und nun dieser Blog zusammen mit anderen „Schreibverrückten“- eine Möglichkeit, unsere zarten Pflänzchen in die graue Wirklichkeit zu entlassen, in der Hoffnung, dass sie hier überleben, wachsen und gedeihen.
Ich bin sehr gespannt, wohin uns dieses „Experiment“ führen und wer uns auf diesem Weg begleiten wird.
Hier werde ich nun die Gelegenheit nutzen, meine Geschichten außerhalb des schützenden Raumes eines Forums mit Euch zu teilen. Und hoffe sehr, sie werden Euch gefallen und Ihr lasst gelegentlich ein kleines Feedback zurück.

Andre Marto – Worte eines Menschen Teil_1

Wenn du meinen kleinen Einblick, Andre Marto – ein Mensch in Worten gelesen hast, hast du bereits einen meiner wichtigsten Lebensabschnitte in jungen Jahren kennengelernt.

Die Jahre 1987 bis 1999 haben nichts gebracht von dem es sich lohnen würde zu erfahren.

Erst im Jahr 1999 bekam ich genug Inspiration um mit dem Schreiben anzufangen. Damals las ich in einem Artikel, dass es die heilige Inquisition wirklich noch geben soll. Also fing ich an mich damit zu beschäftigen. Dabei war eine meiner wichtigsten Quellen Henry Charles Lea, ein amerikanischen Historiker, der mir mit seinen Werken Geschichte der Inquisition im Mittelalter einige Einblicke in das dunkelste Kapitel der Kirchengeschichte gewährte. Daraus baute ich meine erste große Geschichte zusammen. Ich wollte irgendwie, dass ein kleiner, unscheinbarer Mönch den Kampf gegen die Ungerechtigkeiten der Inquisition aufnahm und gewinnen würde.
Heute, knapp 20 Jahre später, ist eine ganz andere Geschichte daraus geworden. Der damalige Mönch “Eberhard von Salem” heißt nun “Leonardus von Salem” und ist beinahe derselbe geblieben, jedoch ist er nun präsenter und ein wenig frecher. Immer noch soll ein Prachtband des Zisterzienserordens nach Lyon anlässlich des dort stattfindenden Kirchenkonzils verbracht werden. Jedoch ist nun nicht mehr die gesamte Inquisition, sondern der Papst in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt.

Papst Innozenz soll einem Anschlag zum Opfer fallen. Mysteriöse Vorkommnisse lassen jedoch Leonardus nicht im besten Licht erscheinen. Erst durch den Tod des Camerlengos und das Eingreifen eines geheimnisvollen Gönners Leonardus’ wird dem jungen Abgesandten des Zisterzienser Ordens von ganz oben – sozusagen, gestattet zu handeln.

Das Ende möchte ich auch nicht verraten, nur so viel – es wird richtig spannend.

 

Allerdings ist es nicht bei der einen Geschichte geblieben und so habe ich in all den Jahren viele verschiedene Geschichten angefangen, allerdings noch keine davon abgeschlossen.

Mehr von mir erfährst du im zweiten Teil Andre Marto – Worte eines Menschen Teil_2

Vom Schulheft zur SSD

Wie alle in meinem Alter, habe ich im Laufe meines Lebens einen rasanten Technologiewechsel miterlebt.

Meine Oma heizte und kochte noch mit Holz und Kohle. Es gab zwei Öfen im Haus, einen in der Küche, auf dem wurde auch gekocht, der andere stand im 1. Stock im Stübchen. Die restlichen Räume wurden auch im Winter nicht beheizt. Das Haus meiner Großeltern war modern. Für die menschlichen Bedürfnisse musste man nicht über den Hof. Es gab eine Toilette im Haus.

Als ich acht Jahre alt war, kauften meine Eltern einen Fernseher. Es gab damals überschaubare drei Programme, die den größten Teil des Tages lediglich ein Testbild sendeten.

Fünf Jahre später wurde ein Telefon in unserer Wohnung installiert. Ohne triftigen Grund, einfach mal so telefonieren, das durfte ich nicht. Das war viel zu teuer. So bin ich auch weiterhin, wie vorher schon, zum Bahnhof gelaufen und habe in der gelben, nach Schweiß oder Üblerem riechenden Telefonzelle mit meiner Freundin geplaudert. Ein großer Teil meines Taschengeldes verschwand damals im gierigen Schlund des Münztelefons.

1981 habe ich mir meinen ersten Computer gekauft. Einen Commodore 64, wegen seiner Form auch liebevoll Brotkasten genannt. Mit dem C64 versuchte ich mir die Grundlagen des Programmierens anzueignen, was ich aber bald aufgab, da meine Freunde das schon viel besser konnten und mir auch jederzeit begeistert halfen. Fortan benutzte ich meinen Computer vorwiegend zum Spielen. Das mache ich übrigens auch heute noch gerne, mittlerweile aber an einem etwas neueren Modell. Was mein Commodore aber im Gegensatz zu denen meiner Freunde recht bald hatte, war ein gutes Textverarbeitungsprogramm.

1983 bekam ich die im Jahr zuvor als Weltneuheit angepriesene erste elektronische Reiseschreibmaschine der Welt. Eine Olivetti-Typenradmaschine, Praxis 35. Im schwarzen Plastikkoffer verpackt hatte sie annähernd die Maße eines Kinder-Trolleys, sie war etwas breiter, dafür nicht ganz so hoch. Und ihr Gewicht entsprach dem eines Kleinkindes. Da das Tippen auf dieser Maschine im Vergleich zu den damals üblichen mechanischen Schreibmaschinen wirklich mühelos war, schrieb ich darauf innerhalb einiger Wochen nicht nur meine eigene Diplomarbeit, ich tippte zusätzlich noch die Arbeiten von zwei Freunden ab.

Hatte ich in meiner Kindheit noch mit dem Kassettenrekorder vor dem Radio oder dem TV gesessen und mit dem Mikrophon Musik aufgenommen, kam dann bald der VHS-Videorekorder. Etwas später wurde der Plattenspieler durch den CD-Player ersetzt und der VHS-Rekorder durch einen DVD-Player oder Festplattenrecorder. Und mein guter alter Commodore? Der ist längst einem schönen, flachen Notebook gewichen.

Wahnsinn eigentlich, oder?

Als Kind schrieb ich meine Geschichten mit dem Füller in ein altes Schulheft, heute tippe ich sie in mein Textverarbeitungsprogramm und speichere sie auf der Festplatte. Der Spaß, den ich damals daran hatte, meine inneren Welten festzuhalten, der ist mir geblieben, auch wenn sich das Medium rasant verändert hat.

Was fasziniert mich so am Schreiben?

 Unter anderem die Freude, der eigenen Fantasie Raum zu geben. Im Geiste eine ganze Welt zu erschaffen, sie mit den unterschiedlichsten Kreaturen zu bevölkern und dann mit einer spannenden Handlung zu verweben. Über viele Jahre hinweg habe ich Texte begonnen, jedoch kaum einen davon beendet. Dem selbstverliehenen Titel „Königin der Anfänge“ wurde ich Hunderte von Malen gerecht, das meiste davon existiert nicht mehr.

Für ein Publikum schreiben?

 Darüber habe ich nicht einmal nachgedacht. Ich war  der einzige Schreiberling in meinem Umfeld und Schreiben, das war sicherlich 35 Jahre meines Lebens lang etwas, das nur mir gehörte, weshalb ich es auch sehr bewusst geheim hielt. Vermutlich wäre es heute noch so, wäre ich nicht im Internet auf andere Geschichtenerzähler gestoßen. Der Schritt vom geheimen Kämmerchen direkt hinein ins World Wide Web fiel mir weit weniger schwer, als ich dachte.

 Und nun also ein Schreib-Blog?

 Das ist noch einmal eine neue Erfahrung, das Schreiben für Menschen, die mir völlig fremd sind. Die ich nicht einmal mit einem Nick oder durch ihre eigenen Geschichten kenne. Einen gesunden Respekt davor habe ich schon, aber es überwiegt die Freude auf und über dieses Experiment zusammen mit den anderen aus dem Team der Schreibkommune.

Und wer ist die nun, die da schreibt?

Eliane,

lesebegeistert, schreibsüchtig, technikaffin,

introvertiert, achtsam, mit schrägem Humor ausgestattet,

zweifache Mutter, mittlerweile Oma

„Best Ager“

Ich bin Wolverine

Hey zusammen,

ich bin Wolverine, werde in 2 Monaten 19 und würde mich gerne ein bisschen vorstellen.

Ich interessiere mich neben dem Schreiben sehr für Musik und Politik, außerdem studiere ich zur Zeit.

Wie mein Name schon verrät, bin ich sehr Comic-begeistert, vor allem die X-Men finde ich super. Am liebsten lese ich allerdings im Genre Thriller/Drama, ein wenig Fantasy, Humorvolle Fiktion (z.B. Marc-Uwe-Kling) etc.

Wenn ich schreibe, dann sehr oft über Dinge, die mir gerade auf dem Herzen liegen, die mich beschäftigen. So entstehen Gedichte, Kurzgeschichten oder einfach nur kleine Texte, die meist meine Gefühle und Gedanken wiederspiegeln.
Ich versuche mich momentan auch an einem Roman. Allerdings komme ich nur schwer vorran und Kurzgeschichten helfen mir, das Schreiben zu üben.

Beim Schreiben kann ich Erlebtes verarbeiten, eine Botschaft vermitteln, anderen einen Blick in eine andere Welt schenken. Das fasziniert mich sehr daran und ist auch der Grund, warum ich diesen Blog mitgestalten möchte. Schreiben ist für mich eine kleine Flucht aus dem Alltag, es tut gut und ich kann dabei kreativ werden.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit auf dieser Website und natürlich über jede*n Leser*in!

Liebe Grüße,

Wolverine

 

 

Nalex ein wirrer Mix aus verschiedenem

Hallo zusammen,

nun bin ich an der Reihe mich vorzustellen, dabei bin ich darin noch nicht mal wirklich gut.
Wie ich zu Schreiben kam, kann ich schon längst nicht mehr sagen. Aaaber es hat alles im Grunde vor mehr als 20 Jahren angefangen als ich in meinem Katzenwahn anfing mich mit den verschiedensten Rassen zu beschäftigen und dann kleine Geschichten begann zu schreiben.

Ernst wurde es mehr oder weniger vor etwas mehr als 4 Jahren, da meldete ich mich im Forum an, wo es diejenigen gab, die sich nicht über einen lustig machten, weil man einfach ein anderes Hobby hatte.

So kam das Eine zum Anderen bis hin zum Aufruf für das Forum einen Blog zu starten an dem auch ich mitwirken möchte.
Für mich war es der Reiz nicht alleine diesen zu betreiben sondern zu sehen wie schaffen wir das in der Gemeinschaft.

Ich habe zwar selbst noch einen kleinen Blog, aber dort ist es nun mal so, dass ich mein Süppchen alleine koche.

Nun beginnt ein neues Kapitel und ich hoffe, dass es mir noch mehr Erfahrungen einbringen wird.

Saigels Irr(e)Lichter

Hallo! Ich bin Saigel.

Dauerschreiberin, Schreiblieberin, Lieberverkopferin, Verkopfautorin.

Meine Gedanken aufzuschreiben, habe ich schon sehr früh angefangen. Meine ersten kleinen Geschichten kamen im Grundschulalter an die Klassenpinnwand. Berauscht von dem Ruhm und dem überschwänglichen Lob, das mich auf dem kleinen gefliesten Streifen vor der Pinnwand ganz nach Belieben von allen Seiten überrollte, habe ich mich anschließend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und seither nur für mich geschrieben. Irgendwann, mehr als 15 Jahre später, keimte in mir der Wunsch wieder auf, meine Texte mit anderen zu teilen.

Was ich also mit Sicherheit für alle Leser hier bereitstellen kann, ist Erfahrung. Erfahrung im Schreiben, im Verkopfen, im Loslassen und im: „Auf welche Weise schreibe ich das genauso und auch wieder gar nicht so, wie es in diesem wunderbaren Buch steht, das ich da gerade lese?”

Meine Schreibtipps, Ratschläge und allgemeinen Wegweiser können also für euch, liebe Leser, entweder irre Lichter sein, die euch eine wahnsinnige Erleuchtung über das Schreiben erfahren lassen, euch motivieren, euch weiterbringen, euch Mut zusprechen und euch den Spaß an einer vertrackten Sache wieder entdecken helfen.

Andererseits können sie auch all das nicht sein.

Denn wenn ich etwas über das Schreiben gelernt habe, dann, dass die Schriftstellerei ein weites, dunkles, zuweilen sogar ein recht stinkiges Moor ist, das jeder Autor auf seinem ganz eigenen Weg beschreiten muss. Meine irren Lichter, die meinen Weg kennzeichnen, können für euch also genauso gut auch Irrlichter sein, die euch in eine falsche Richtung locken, euch schmeicheln und rufen, nur damit ihr versumpft und nicht mehr weiterkommt, euch wünschtet, ihr wäret nie auch nur einen Schritt in dieses Moor gegangen, das euch hinabzuziehen versucht, tief und tiefer in die feuchte Kälte, irgendwohin, wo euch niemand mehr herausholen kann – ganz besonders nicht meine irren Lichter, die ironischerweise leuchtende Wannen unter jeden meiner Füße projiziert haben, sodass ich gar nicht erst mit dieser schwer bis gar nicht verdaulichen Brühe in Berührung komme.

So freue ich mich umso mehr, mit euch meine Irr(en)Lichter zu teilen, sie mit euch zu diskutieren und auch selbst Neues daraus zu lernen. Denn, gleich wie einsam so ein Autorenmoor auch sein kann, hört man die Stimmen der anderen um sich herum, weckt das sofort die Hoffnung, dass man eines Tages vielleicht doch mal Land sieht.

Eure Saigel

Andre Marto – ein Mensch in Worten

Hallo lieber Leser,

vielen Dank, dass du dich für meinen Beitrag interessiert. Wenn du Fragen hast, kannst du gerne die Kommentarfunktion nutzen.

 

Ich wurde 1963 in Friedberg/Hessen geboren.

Dort lebte ich mit meiner Mutter bei meinen Großeltern im beschaulichen Örtchen Wohnbach. 1969 zog meine Mutter mit mir zu ihrem neuen Mann nach München. Dort heiratete meine Mutter und im selben Jahr kam meine Halbschwester zur Welt. 1971 wurde mein Halbbruder geboren. Von 1969 bis etwa 1982 lebte ich in München, dann im Februar 1982 verließ ich die Landeshauptstadt Bayerns und zog für einige Jahre hinaus in die weite Welt – genauer gesagt nach Frankreich.

 

Mein erster Weg in die Fremde führte mich im Februar 1982 von München über Mailand und Genua mit dem Zug nach Marseille. Eine wunderbare Fahrtstrecke, damals musste ich in Ventimiglia, einem Grenzort in Italien, umsteigen und bin mit dem Zug weiter nach Nizza, St.Tropez und Cannes bis Marseille …

 

Von dort ging es nach einem kurzen Aufenthalt am anderen Tag weiter nach Aubagne. Dies ist eine 40.000-Seelen-Gemeinde einige Kilometer weiter im Landesinneren. Dort verbrachte ich einige anstrengende Wochen, die viel mit Ausdauer und Geschicklichkeit zu tun hatten.

 

Von Aubagne aus ging es Ende März nach Castelnaudary weiter in Richtung Pyrenäen. Dort blieb ich 4 Monate und lernte das wunderbare Land, die Hügel und den Canal du Midi kennen und schätzen. Auch hier Ausdauersport, Wanderausflüge und Kletteraktivitäten.

 

Ende Juli 1982 verschlug es mich dann in auf das schöne Korsika, in die Nähe der wunderschönen Stadt Calvi. Die Bucht von Calvi ist ein Erlebnis wert. Sowohl frühmorgens als auch Nachts. Vor allem, wenn man einmal über die Bucht von Calvi fliegt, kann man die ganz korsische Schönheit erkennen. Ich habe das sehr genossen und fühlte mich dort richtig wohl.

Die Bucht ist riesig und der weiße, feine Sandstrand ist einfach traumhaft. Wer dort kein Plätzchen zum Wohlfühlen findet, ist selbst schuld.

 

Ende August begab ich mich auf einen Ausflug von Calvi in den Libanon und blieb dort 4 Wochen in Beirut. Das war zu dieser Zeit zwar kein Ort, um Urlaub zu machen, aber absolut herausfordernd.

 

Von Beirut ging es wieder zurück nach Korsika. Dort wurde es September und während dieser Zeit wanderte ich auf den Spuren des GR20 (ein Fernwanderweg) Von Calenzana nach Conza über Vizzavone. Natürlich waren es nicht die gesamten 170 km (dafür benötigt man etwa 15 Tage zu Fuß), sondern nur etwa 8 Tage, aus meiner Sicht die anstrengendsten. Der Weg ist das Ziel und so fand ich mein Ziel bereits in den Höhen des Col de Bavella und dem Col de Verde auf dem Weg zum nahen Monte Incudine, beinahe erreicht.

Die Vegetation und die Stille, ab und an durchbrochen vom Scheppern der Schafsglocken, ist ein Genuss. Der würzige Duft vom korsischen Macchie, einem immergrünen zusammenhängenden Buschwald, sowie einer Vielzahl an Sträuchern und Kräutern, die den Boden bedecken, rundeten dieses Erlebnis ab.

 

Kurz vor dem Weihnachtsfest 1982 setzte ich zu meiner ersten Afrikareise an. Etwa um den 12ten Dezember stieg ich am Flughafen von Bangui, der Hauptstadt Zentralafrikas, aus einer französischen Maschine aus. Der erste Eindruck auf afrikanischem Boden war so – als würde ich direkt in einen heißen, laufenden Fön blicken.

In Bangui blieb ich ganze 3 Monate und erlebte 1982/1983 einen wunderbaren Eindruck von Land und Leuten. Eine Erinnerung habe ich noch, so als wäre sie von gestern.
Eines Abends fuhren wir an einer sehr belebten mehrspurigen Straße entlang. Dort befanden sich Hunderte von Menschen am Straßenrand. Erst bei genauerem hinsehen bekam ich mit, dass diese Leute Bücher im Licht der Straßenlaternen gelesen haben. Darauf angesprochen bekam ich genau diese Erklärung, “das Licht sei an und kostenlos”.
Viele Behausungen hatten keinen Strom und Licht, darum zog es die Bewohner auf die Straßen, um abends zu lesen. Was mich ebenfalls beeindruckte, war der Geruch des verbrannten Holzes, womit die Einwohner kochen, morgens Kaffee zubereiten und abends “heizten”.

 

1983 wurde auch zu einem aufregenden Jahr für mich. Als ich im März 83 wieder zurück nach Calvi kam, wurde es ernst. Zuerst kam ich für 4 Wochen in die in den Pyrenäen gelegene Ortschaft Mont Louis und lernte dort, wie man Berge “richtig” erklimmt, aber auch, wie man sich in Extremsituationen zurechtfindet. Anstrengend und teilweise bis-an-die-eigenen-Grenzen gehend. An manchen Abenden fiel ich vor Erschöpfung auf mein Bett und schlief dort, bis der Wecker klingelte. Alles in allem habe ich die Zeit dort geliebt.

Eines Tages, so der Zufall es wollte, half ich im Winter einer kleinen Ortschaft in den Pyrenäen im Rahmen des Katastrophenschutzes, diese aus unendlichen Schneemassen zu befreien. 14 Tage lang waren wir in einer alten Schule untergekommen und bekamen die volle Liebe und Dankbarkeit der meist älteren Bevölkerung zu spüren. Da waren Frühstück und Abendessen “weltmeisterlich”.

Im gleichen Jahr, etwa im Sommer, flog ich wieder zurück nach Afrika. Dieses mal in die Republik Tschad. Ein wunderbares Land. Meistens bewegte ich mich zwischen Ndjamena, der Hauptstadt, und den Städten Ati und Abeche. Einmal ging es auch hoch in den Norden in die Nähe der Stadt Faya Largeau. Damals noch von Libyen beeinflusst, wurde diese durch die Operation Manta der französischen Streitkräfte befreit, die Kräfte Lybiens zurück nach Lybien gedrängt und Faya Largeau wieder der Republik Tschad zugeführt.

 

Etwa Ende September 1983 kam ich für 4 Wochen nach Djibouti, ebenfalls auf dem schönen afrikanischen Kontinent gelegen. Auf der Meeresseite ein wunderbares Fleckchen Erde. Ein paar Kilometer weiter im Landesinneren verwandelte sich dieser Flecken Erde wieder in die Wüste, nur Wüste, nichts als Wüste. Dort lernte ich dann auch das Überleben in der Wüste.

 

Am Ende musste ich dann noch nach Addis Abbeba. 14 Tage humanitärer Einsatz, um einer der schlimmsten Hungerkatastrophen, die das Land jemals in den Griff genommen hatte, ein wenig Linderung und Zeitaufschub zu bringen. Wir waren in der Nähe des Flughafens und halfen hunderten Menschen, ums nackte Überleben zu kämpfen.

 

Dezember 1983 flog ich noch einmal in den Tschad. Dort erlebte ich knapp 3 Monate lang eine herzliche Gastfreundschaft. Eine Zeit, die mir Land und Leute näherbrachte. Das beste Mittagessen gab es in einem großen Hotel, mir fällt der Name nicht mehr ein, dort lernte ich eine Angehörige der amerikanischen Botschaft kennen. Die Essensräume waren klimatisiert und es gab deutsches Bier! Aber auch Budweiser und das belgische Kronnebourg, obwohl das nicht mit der vollen Würze deutscher Biere zu vergleichen ist. Eisgekühlt und in der 40 Grad heißen Tagestemperatur schmeckt alles irgendwie “königlich”.

 

Zurück in Calvi ging es nach ein paar Monaten Aufenthalt wieder auf Tour. Genauer gesagt nach Südamerika,  Kourou in Französisch-Guayana. Dort blieb ich etwa 4 Wochen, lernte mich im Dschungel zurechtzufinden, brannte mir Blutegel mit der Zigarette vom Bein und dachte mir – oh gut, dass du die ganzen giftigen Kriechviecher überlebt hast.

 

Dann folgte auch schon der letzte Teil meiner Aktivitäten und ich kam in den traumhaftesten Abschnitt meiner Reisen, die am Ende doch etwa 5,5 Jahre gedauert haben. Ich bereue diese Zeit nicht, denn sie hat mich bis heute geprägt. Hier nun die letzte Reisestation, mit der ich mein Auslandsabenteuer abschloss. Es handelte sich um die traumhaft und damals kaum von Touristen besuchte Insel franz. Polynesien und dort die Hauptstadt Papeete …

 

um nach ca. 4 Wochen im Anschluss wieder in Deutschland zu landen bzw. von Paris aus mit dem Zug, wie 5,5 Jahre zuvor, nur über eine andere Reiseroute (Straßburg), wieder in München anzukommen.

 

Mein nächster Artikel lautet dann: “Andre Marto – Worte eines Menschen”. Also seid gespannt,

 

Grüße
Andre

 

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