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Autorinnen und Autoren im Netz

Kategorie: Autorenwissen

Hier sammeln wir alle Beiträge, die dem Leser weiterhelfen ein Autor zu werden. Denkanstöße und ja, manchmal auch das reale Autorenleben mit all seinen Höhen und Tiefen.

Autorensoftware

Mit diesem Beitrag starte ich eine Reihe von Test’s mit verschiedenen Autorenprogrammen – nicht z.B. Microsoft Word oder MS Excel o.ä., um mir das Autorenleben einfacher zu gestalten, Romane zu schreiben und meine dadurch gewonnenen Erfahrungen mit Euch zu teilen.

Bei meinen Recherchen bin ich überrascht worden, wie viele geniale Schreibprogramme für Autoren angeboten werden. Manche sind einfach zu bedienen, andere wiederum mit schön gestalteter Benutzeroberfläche. Für einige gibt es deutsche Übersetzungen, andere sind nur in Englisch zu bekommen. Keines der Programme ist wirklich teuer, allerdings sind diese Programme nicht alle auf der selben Entwicklungsstufe. Manche sind nicht mal mehr aktuell.

Natürlich geht es mir um die “einfache” Anwendbarkeit, was bieten mir als Autor die Programme und vor allem sind sie wirkliche Hilfen oder nur bessere Ersatzprogramme.

Das alles werden meine eigenen Erfahrungen mit den Programmen sein. Wer seine Erfahrungen hier teilen möchte oder Ergänzungen hat,  kann das jederzeit gerne tun.

Euch erwartet hier eine Reihe von Programmen, die ich bei mir installiert habe und mit deren Unterstützung ich Bücher schreiben könnte.

Ich erkläre grundsätzlich, keine Gewinnerzielungs-Absichten mit diesen “Autorensoftware Rezensionen” zu erzielen. 

Bis auf das Programm Papyrus Autor, für das ich Betatester bin, habe ich diese Programme erworben und bekomme keine Rezensionsexemplare. Bei Papyrus beschränke ich mich auch rein auf die aktuelle, von Papyrus erhältliche Version.(z.Zt. Version 10)

Hier folgt die Auflistung der Programme, die ich im Laufe der nächsten Zeit testen werde.

Meinen ersten Test widme ich dem Programm WriteWay Ver.1.9.4 PRO

WriteWay Pro ist ein inzwischen kostenloses Autorenschreibprogramm, bei dem man sich nur registrieren muss und sofort den “Pro-Key” für die Freeversion bekommt. Die Installation läuft übrigens, wie bei allen anderen sehr einfach und ich kann sozusagen sofort loslegen …

Viel Spaß beim lesen und ausprobieren. Fragen könnt Ihr gerne als Kommentar an mich stellen.

Euer Andre

 

Saigels Irr(e)lichter – Das Schreibtalent

Da sitzen wir nun auf unseren Betten, Sofas, Sesseln, Küchen- oder Gartenstühlen und halten dieses eine Buch in den Händen, das uns zeigt, wie weit wir selbst noch davon entfernt sind, ein herausragender Schriftsteller zu sein. Diese Talente, die wir bewundern, können alles. Jeder Satz ist perfekt, jedes Wort passend, die Geschichte logisch und nahtlos. Selbst Michael Endes Büchernörgele würde nichts anderes übrig bleiben, als freudigen Lobgesang anzustimmen.

Doch, sind es denn tatsächlich die Talente, die uns begeistern? Gibt es einen Autor, der über Nacht den Entschluss fasste, Autor zu werden und dies sogleich am darauffolgenden Morgen mit Leichtigkeit in die Tat umsetzte? Wohl kaum.

Diese Idee vom angeborenen Talent, welche in unseren Köpfen auf ganz romantische Art und Weise existiert ist wohl der Wahrheit nicht sehr nahe. Selbst ein großer Molière genoss eine schreiberische Ausbildung auf hohem Niveau. Dann gibt es natürlich auch die Quereinsteiger wie Thomas Mann, die allerdings auch erst ihr Handwerk erlernen mussten. Talent ist etwas, das uns in die Wiege gelegt wird. Es gibt bestimmt viele Menschen da draußen mit schreiberischem Talent, welches sie allerdings nicht nutzen. Erst ein ausgebautes Talent, welches vertieft und mit Wissen bereichert wurde, kann sich so vortrefflich entfalten, dass es uns den Atem zu rauben vermag.

Ich glaube, die Bewunderung von Talent sollten wir uns abgewöhnen. Wir sollten Arbeit und Eifer bewundern, Hartnäckigkeit, die auch in den dunkelsten Stunden nicht mit dem Leuchten aufgehört hat. Um ein Buch zu beenden braucht es mehr als Talent, es braucht Durchhaltevermögen und Geduld, Handwerkswissen und einen ausgearbeiteten Stil und noch vieles mehr. Dies sagt uns, dass das Gelesene nicht einfach aus dem Ärmel geschüttelt worden ist, was unsere Bewunderung nicht schmälern, sondern verstärken sollte.

Genauso können manche vielleicht mit dieser Erklärung von dem Gedanken Abstand nehmen, dass ihnen das nötige Talent zum Schreiben fehlt.

 

Eure Saigel und viele Grüße an Yvonne, die mir netterweise den Klau ihrer Idee gestattete

Saigels Irr(e)lichter – Exilschreiben

Immer wieder frage ich mich, ob es klare Abgrenzung geben kann zwischen „für sich selbst schreiben“ und „für andere schreiben“. Ich schreibe viele Texte. Nur einen kleinen Bruchteil dessen, was sich in meinen verstaubten Schubladen befindet, erreicht die Augen des Lesers. Manche der veröffentlichten Texte wären mir lieber privat geblieben. Mache der privaten Texte sähe ich gerne veröffentlicht.
Zunächst, hat der Hobbyautor das nicht immer selbst in der Hand. Der Leser ist keine Selbstverständlichkeit. Er muss sich erst finden lassen. Allerdings ist oftmals der Wille nicht gegeben, den eigenen Text zu teilen.
Entweder ist er noch nicht „gut“ genug. Insbesondere das Verbessern von Texten, das bis in die Unendlichkeit reichen kann, ist eine Eigenschaft, die wohl jeder Autor mehr oder weniger in sich trägt. Oder der Text ist etwas Persönliches. Etwas, das nicht genug verschleiert werden kann und auf einen privaten Umstand oder eine individuelle Eigenschaft verweist, die nicht das breitere Publikum erreichen soll.
So zieht sich der Autor folglich in sein Exil zurück. Dort schreibt er Jahre lang nur für sich. Er tapeziert die Wände mit Texten, hängt Buchstaben an die Decke und läuft auf verworfenen Ideen hin und her. Stets den Kugelschreiber im Mundwinkel, auf dem er nachdenklich herumkaut.
Doch dann wechselt irgendwann seine Stimmung. Er möchte hinaus, er möchte wissen, ob sein Exil nur Einbildung ist, oder ob es einige der verworfenen Ideen vielleicht doch mit an die Wand schaffen sollten.
Diese Neugier, dieses Streben nach Anerkennung der eigenen Texte ist schwer zu beschreiben. Vielleicht hat es etwas mit der vielen Arbeit zu tun, die in die unzähligen Texte investiert wurde. Vielleicht ist es auch der Drang sich selbst in neuem Licht darzustellen. Vielleicht ist es auch schlicht die Neugier, wie die eigenen Texte im Vergleich zu anderen abschneiden.
Eines ist jedoch gewiss: ganz gleich, wie oft der Autor aus seinem Exil herauskommt und ganz egal, wie viele Texte er daraus mit nimmt. Er wird immer wieder dorthin zurückkehren. Manchmal, um nur ein paar Stunden in der eigenen Gedankenwelt zu verweilen. Manchmal, um sekundenschnell einen bestimmten Text aus den Papierbergen hervorzukramen. Manchmal, um jahrelang die Tür hinter sich zu verschließen.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – Die Schreibatmosphäre

Besonders jetzt, in der kalten Jahreszeit, wenn der Schnee fällt und es früh dunkel wird setzt sich der Autor doch auch mal früher an den Schreibtisch und lässt sich mit einem Blick nach draußen von der Atmosphäre einfangen. Schreiben erzeugt eine gewisse Atmosphäre, so ähnlich wie das Lesen.

Sind die äußeren Einflüsse wie, Wetter, Hintergrundgeräusche, Ort etc. wichtig für das Schreiben? Kann hinterher gar herausgelesen werden, dass sich der Autor, sonst stets zuhause schreibend, während des Erstellens dieses einen Kapitels im Zug befand? Schreibt der Schreiber anders an anderen Orten? Kann er abgelenkt werden von seiner Welt auf Papier?
Selbst von den großen Schriftstellern werden Bilder verbreitet, die deren Schreibtische oder Büros zeigen. Bilder eben jener werden ebenfalls zumeist während des Schreibens gemacht. Sogar so manches Museum beinhaltet den Schreibtisch eines längst verstorbenen Autors, dessen Name die Jahrhunderte überdauert hat.

Es ist eine interessante Frage, welche Art von Atmosphäre nötig ist um schreiben zu können. Muss es still sein, oder laut? Muss die Sonne scheinen, oder muss es regnen. Muss der Schreibtisch in Unordnung versinken, oder fein säuberlich sortiert sein? Muss es am Schreibtisch geschehen, oder unterwegs, im Zug, auf der Arbeit? Wann kann ein Autor schreiben? Wann kann er überarbeiten? Noch einmal lesen? Wieder überarbeiten?

Ich glaube, das Schreiben selbst, das Konzentration erfordert, erzeugt die Atmosphäre. Allerdings kann ein ruhiger Ort mit einem schönen Ausblick dies wohl eher zulassen als ein hektischer Platz. Die Lust am Schreiben hat wohl auch mit dem Wetter nur so weit etwas zu tun, dass schlechtes Wetter wohl eher dazu verleitet sich lieber einmal zurückzuziehen um zu schreiben. Offenbar gibt es aber Autoren, die das anders sehen. Einige können nicht schreiben, wenn sie nicht an dem einen gewohnten Platz sind, den sie dafür erdacht haben. Andere schreiben ausschließlich im Winter. Wieder andere schreiben überall aber nur mit Stift auf Papier.

Der Sprung in die Professionalität bedeutet hier wohl weitere Einschränkungen. Die produktive Phase im Winter reicht dann wohl nicht mehr aus. Konzentrationsfähigkeit kann trainiert werden, weshalb ich darauf schließe, dass das ausdauernde Schreiben genauso geübt werden kann. Aber ist die Atmosphäre dann noch dieselbe? Schlägt sich eben dies in dem Geschriebenen dann auch nieder?

Derjenige der dies gelesen hat ist dazu eingeladen, seine eigene Schreibatmosphäre in den Kommentaren zu beschreiben.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – Der Höhenflug

 

Als Hobbyautor verschieben sich ständig die Prioritäten. Zeitweise wird viel geschrieben und alles andere steht hinten an. Ja, es gibt Phasen, da wird ständig über eine Idee nachgedacht, ein Plot hin und her gewälzt, bis er endlich passt oder es wird geschrieben, korrigiert und wieder geschrieben. Solche Schreibphasen sind schön. Allerdings können sie auch vieles verdrängen, das es auch wert ist, genauer betrachtet zu werden.
Befinde ich mich am Ende eines solch schreibwütigen Abschnitts, atme ich oftmals tief auf. Dann beginne ich damit, wieder Bücher zu lesen, ich widme mich meinem privaten Umfeld, meinem Beruf, ich habe Freude daran am Abend die Schreibtischlampe auszulassen und mich völlig auf die Musik zu konzentrieren, die sonst schändlich verkannt im Hintergrund abläuft. Es fühlt sich so an wie ein „aus-dem-Schneckenhaus-kriechen“. Um den schriftstellerischen Exzess verdauen zu können, bleibe ich erst mal abstinent und bemerke all das, was mir durch diesen unwiderstehlichen Sog des „schreiben-Wollens“ entgeht.
Leider gibt es zumeist keinen Mittelweg. Eine Geschichte zu schreiben kann schnell auch mal zur Sucht werden. Erst dann, wenn die Fliege im Netz es geschafft hat sich zu befreien begreift sie, dass sie von der Spinne hätte gefressen werden können. Abstand tut gut und der Blick relativiert sich. Denn ein Autor verfällt oft zu gerne dem Gefühl, dass das was er oder sie da gerade aufschreibt ungeheuer wichtig ist. So wichtig, dass es beinahe nichts Wichtigeres geben kann. Ich würde das als Höhenflug beschreiben, auch wenn das Wort im allgemeinen negativen Gebrauch findet. Es ist ein Höhenflug, aber es muss nicht negativ sein, solange der Absprung doch immer wieder geschafft wird. Ein Autor braucht Erdung bevor er schreiben kann. Die Worte heben ihn dann wieder in die Lüfte, lassen ihn schweben, ihn träumen, ihn alles vergessen, was dort unten zu ihm gehört. Ein schöner Höhenflug, der alsbald wieder auf dem Boden enden muss um mit einem tiefen Aufatmen verlauten zu lassen, dass die Worte nur eine Sphäre im Leben bilden, die es sich lohnt zu erleben.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – Das Schreibgefühl

Ein Gefühl, das abhängig macht. Eine Droge, wenn man so will. Schreiben kann einiges auslösen. Dabei ist es völlig egal, ob der Autor einen Bestseller geschrieben, oder lediglich sein tägliches Kreuzworträtsel ohne Hilfestellung vollendet hat. Es ist dasselbe Gefühl. Es fühlt sich an wie ein Urlaubsgefühl. Ein Gefühl von Leichtigkeit und Erfolg. Ein Höhenflug, der vielleicht nur kurz andauert, denn in jedem von uns steckt ein kleiner Nörgler, der selbst den schönsten Text kritisieren und das schwerste Kreuzworträtsel banalisieren kann.
Das ist wohl die Essenz des Schreibgefühls: es fühlt sich wahnsinnig gut an und dann plötzlich nicht mehr. Das Schreibgefühl ist ein endlos rollendes Rad auf einem Weg aus Höhen und Tiefen, unendlich weit und niemals gleich. Hier und da sind kleine und große Steine, dann kommt da Sand und Moos, bevor es wieder einen steilen, felsigen Abhang hinauf geht. Mal fährt es tonnenschwer auf dem unergründlichen Meeresgrund, mal dreht es sich wie ein Propeller in leichten, überschaubaren Lüften.

Das Schreibgefühl. Ein unberechenbarer Begleiter eines jeden Autors und Denkers. Ein freundlicher Gast und ein gemeiner Zeitdieb.
Ob nun das Gelesene genauso empfunden wird wie das Geschriebene? Diese Frage beschäftigt mich bereits eine Weile. Werden die Texte, die mir mühselig von der Hand gingen auch genauso gelesen? Werden die Geschichten, die ich innerhalb eines Tages auf Papier bringen konnte, auch genauso schnell verschlungen? Bis jetzt habe ich noch keine eindeutige Antwort darauf gefunden.
Ein individueller Text wird wohl stets irgendwo Anklang finden. Es gibt immer Texte, die zwar selbst verfasst, jedoch ohne Zugang einfach in den Weiten der Schreibtischschubladen verschwinden. Der Gedanke daran, dass jeder Text seinen Leser hat, auch wenn sich selbst der Autor nicht zu dieser Gruppe zählt, ist tröstlich. Das Rad dreht sich weiter auf seinem Weg und auch wenn dieser beschwerlich erscheint, kann er für jemand anderen ein Morgenspaziergang sein.
Verständnis ist demnach subjektiv. Daran glaube ich. Allerdings bedeutet das auch, dass jeder Leser das aus einem Text heraus liest, was er lesen will und wenn er nichts für sich findet, so lehnt er ihn wohl ab, oder öffnet sich für etwas Neues. Hieraus schließe ich für mich, dass es mein Schreibgefühl und nicht der Leser sein sollte, das mich zum Schreiben bewegt.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – Schreiben und Reifen

Wann ist ein Text soweit? Im Grunde ist das eine dieser mysteriösen Fragen, auf die sich wohl kein Autor eine konkrete Antwort zu geben weiß. Für professionelle Texte gibt es freilich konkrete Abgabetermine. Allerdings möchte ich es wagen zu behaupten, dass noch lange nicht jeder Text an seinem Abgabetermin fertig ist.
„Fertig“ ist ein abstrakter Begriff. Vielleicht gibt es für mich schlicht keine fertigen Texte, da ich diese Kategorie unter dem Überbegriff „vollkommen“ einordne.
Ein vollkommener Text. Oft las ich schon das ein oder andere „Vollkommene“. Allerdings gab es nicht weniger häufig einige Jahre danach eine erschreckende Entdeckung: Der einst als derart vollkommen wahrgenommene Text wies plötzlich Schwächen auf. Er war ohne Zweifel immer noch gut, ja, sehr gut, aber Vollkommenheit war nicht mehr zu spüren.
Um also die Lebenseinstellung, das nichts perfekt sein kann, weil es geradezu unmöglich ist, etwas rein Positives zu erleben, ohne die sogenannten Nebenwirkungen, oder Schattenseiten oder vielleicht auch einfach nur Konsequenzen, die sich für eine Person negativ anfühlen, für die andere wiederum lang ersehnt sein mögen, auf diesen Gedanken zu übertragen, müsste die Antwort sein, dass es keinen fertigen Text gibt. In diesem Moment könnte ein Text geradezu perfekt für einen bestimmten Menschen oder eine Gruppe von Personen sein. In einem anderen Moment könnte er seine Vollkommenheit allerdings auch schon wieder verloren haben. Arbeite ich also über einen langen Zeitraum hinweg an einem Text, gibt es meiner Erfahrung nach einem Punkt, an dem ich am Liebsten etwas völlig anderes daraus machen würde. Ich sehe in Texten vielmehr Zeitfenster, die mehr oder weniger aktuell sein können. Texte, die in jeder Lebensphase Zugang zu mir finden und mich einnehmen, würde ich als vollkommen bezeichnen. Allerdings schaffen das lediglich die Texte, die mehrere Aktualitäten miteinander vereinen und es mir gestatten, in jeder Reifephase eine andere Wahrheit für mich herauszulesen. Ist dies der Schlüssel zum fertigen Text? Ich weiß es nicht. Ich persönlich habe noch keinen geschrieben und bin dennoch nicht vollkommen von dieser Idee abgerückt, dass er existieren kann, dieser fertige Text, den ich damals und jetzt gleichermaßen bewundern kann.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – die Leseerwartung

Jeder hat sie: Die Lieblingsautoren. Manch einer liest über Jahre hinweg denselben Autor, ein anderer liest phasenweise dies und phasenweise das. Was ich allerdings festgestellt habe ist, dass ein gewisser Hang zu den Lieblingsgenres meistens bleibt.
So liest der eine gern Fantasy und der nächste bleibt lieber bei der klassischen Literatur. Dafür sind sie da, die Genres und die meisterhaften Autoren, die ihre Sparten ganz genau zu bedienen wissen.
Nehme ich also ein Buch zur Hand, das von einem Autor geschrieben ist, den ich bereits kenne und das zudem noch in ein Genre „einsortiert“ ist, hege ich eine Erwartung. Eine Richtung, die mir alleine schon ein Name und eine Einordnung felsenfest versprechen. In dem Sinne bin ich als Leser unflexibel, ich rechne nicht damit, hinsichtlich dieser beiden Größen überrascht zu werden.
Reicht ein Autor ein Manuskript zur Prüfung bei einem Verlag ein, sind Angaben zum Genre sowie zum angesprochenen Leserkreis in den meisten Fällen unerlässlich. Ebenso liegt für mich die Vermutung nahe, dass ein bereits veröffentlichter Autor aus diesem Grund gerne zum Pseudonym greift, wenn er sich in einem anderen Genre versuchen will. Denn sein Name ist bereits verbunden mit dem Genre, in dem er schon erfolgreich veröffentlicht hat. Wäre der Leser also enttäuscht, ein Experiment in Händen zu halten, obwohl er eine gewisse Konsistenz erwartet?
Ich glaube, wir Hobbyautoren haben es da leichter: Wir können experimentieren, wir können uns ausprobieren, Faxen machen, aus dem lose gesteckten Rahmen ausbrechen und entweder frisches Weidegras oder fiese Dürre finden. Wir dürfen das. Ein professioneller Autor kann sich dies wohl nicht mehr erlauben. Ein Aspekt, der den Beruf vom Hobby unterscheidet. Der eine wird wohl zu gegebener Zeit den anderen um das beneiden, was er hat. Allerdings gibt es schmale Wege und Hintertürchen, die erlauben, doch noch einmal das zu erschnuppern, was man vor langer Zeit aufgegeben hat.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – Schreiben und Reflexion

Was geschieht beim Schreiben? Mit dieser komplexen Frage beschäftige ich mich gerade immer öfter. Ich glaube, die Analyse sollte für jeden Autor anders ausfallen. Zu viele Unterschiede, Geschmäcker, Meinungen.
Allerdings, so denke ich, gibt es eine Sache, die uns alle verbindet. Die Selbstreflexion. Wie kann ich über ein Thema schreiben, über das ich nicht genügend nachgedacht habe? Das ich nicht bis auf die Grundmauern erforscht, meine eigene Stellung dazu geprüft und dann den Gedanken geformt habe, den ich vermitteln möchte?
Ich glaube, die Selbstreflexion steht noch über der Recherche. Es gibt Dinge, die recherchiere ich nicht. Es kann möglich sein, dass ich sie deshalb falsch wiedergebe. Aber die Gedanken, die ich mir dazu gemacht habe, in meiner Wahrheit, meiner Welt, die sind stets geschehen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es deshalb so ist, dass ich zuerst mich selbst reflektieren muss, bevor ich schreiben kann, weil ich sonst keine Worte dafür finden würde.
Was mir fern liegt, was ich nicht für mich durchdringen kann, sei das Ergebnis meiner Reflexion nun falsch oder wahr, über das kann ich womöglich auch nicht schreiben. Dabei geht es nicht um die offensichtliche Ebene, denn auf dieser kann vermutlich jeder alles schreiben. Es geht um das Abstrakte, das Gedankliche dahinter, das, was der Leser nachvollziehen soll, wenn er meine Worte liest.
Schreibe ich folglich eine Geschichte oder einen Beitrag, beschäftige ich mich grundsätzlich ersteinmal automatisch mit mir selbst. Wie stehe ich wozu? Wie verstehe ich das, worüber ich schreiben möchte? Wie bringe ich dem Leser meine Realität näher? Meine Gedanken? Oder sogar: Wie bringe ich dem Leser die Worte eines anderen, einer dritten Person, oder eines Forschungsergebnisses näher, an dem ich vollkommen unbeteiligt war? Welche Worte finde ich für das, was ich sagen will, auch wenn es nicht einmal meine eigenen Gedanken sind, die sprechen?
Daraus schlussfolgere ich, dass der Autor, der sich selbst gut kennt, gut mit seinen Worten umgehen kann. Oft läuft das ja tatsächlich komplett unterbewusst ab. Ein Satz wird einfach schnell so hingekritzelt, der letztendlich so hohe Wellen schlägt, dass man erst im Nachhinein begreift, was man da geschrieben hat. Welche Macht diese Wörter haben, die in dem Moment der Produktion verschwindend klein erschienen. Beinahe unbedeutend.
Bedeutung bekommen also die Worte erst auch dann, wenn sie verstanden werden. Eine Wechselwirkung vollzieht sich, auch wenn es lediglich der Autor selbst ist, der zu seinem eigenen Leser wird, nach vielen, vielen Jahren ein vergrabenes Manuskript wieder herausholt und plötzlich etwas darin liest, was zwar schon immer dagewesen, ihm jetzt aber erst durch das Auge in den Verstand springt.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – wie viel verkraftet dein Leser?

Immer wieder gerate ich beim Schreiben an den Punkt, an dem ich mich frage, ob das, was ich aufgeschrieben habe, überhaupt für andere verständlich ist. Für mich ist es glasklar: Ich habe einen Gedanken, während ich schreibe. Allerdings stellt sich mir die Frage, wie viel Erklärung mein Leser braucht, um den Gedanken, der mich zum Schreiben brachte, auf dieselbe Art und Weise fassen zu können wie ich.
Dann frage ich mich weiter, ob es überhaupt nötig ist, dass mein Leser einen klaren Text vor sich hat, der nur eine Art der Interpretation zulässt. Ist es nicht das, was das Lesen für uns alle so schön macht? Eigene Gedanken zu entwickeln, Ansichten des Autors entweder anzunehmen oder abzulehnen, oder sich Teile davon herauszunehmen und ein anderes, stimmiges Bild herum zu bauen?
Dennoch hat etwas Grundlegendes an einem Text nicht funktioniert, wenn der Leser sich weder seine eigenen noch die Gedanken des Autors machen kann. Natürlich kann das auch daran liegen, dass sich der Leser nicht auf den Text einlassen konnte. Die Gründe hierfür sind vielseitig und für den Autor undurchdringbar. Manch einer legt den Text weg, weil er schlicht in keinerlei Hinsicht seinem eigenen Geschmack entspricht. Ein anderer beendet seine Lektüre aus persönlichen Gründen. Vielleicht ist es das Thema, mit dem sich der Leser zu diesem Zeitpunkt nicht auseinandersetzen möchte. Oder es ist die Aussage des Textes, der der Leser sich nicht zuwenden möchte. Jedoch können noch völlig andere Beweggründe vorliegen, individuelle Mischformen aus vielen Antrieben, die oft dem Leser selbst nicht immer bewusst sein können.
Kann sich jedoch keiner der Leser einen Reim auf den Text machen, sollte sich der Autor wohl an die eigene Nase fassen. An diesem Punkt befinde ich mich immer wieder. Einmal habe ich an Informationen gespart, die zwar für mich selbstverständlich, für den Leser allerdings nicht zu erraten waren. Ein anderes Mal habe ich mich zu sehr hinreißen lassen und das Spiel mit der Sprache derartig ausgereizt, dass mein erschlagener Leser nicht mehr hinter diesen Wall von Worten spähen konnte. Das nächste Mal habe ich beides in einem Text vereint und kann es dennoch selbst beim Schreiben nicht so sehen, denn meine Gedanken sind für mich vollkommen klar …
Der Sprung vom Hobbyautor in die Professionalität sehe ich unter anderem genau an dieser Stelle. Ein Autor, der sich verständlich machen kann, der viele, wenn nicht sogar alle seine Leser auf die eine oder andere Weise erreicht, hat eine wertvolle Gabe. Bis jetzt habe ich für mich noch keine Regeln diesbezüglich festlegen können. Manchmal erreiche ich die Leser, manchmal nicht. Oft funktioniert es dann mit nachträglichen Erklärungen. Allerdings sehe ich hierin keine Lösung für das Problem.

Wie so oft beim Schreiben, behandle ich die Thematik als abstrakt. Sie scheint mir oft mehr Gefühl als Regelbefolgung zu sein, da zu viele unbekannte Größen jeden Fall anders aussehen lassen und allgemein gültige Leitlinien wohl nur bedingt greifen können. Ich hoffe, das entmutigt niemanden, der das hier liest. Ich, als absoluter Meister im unklaren Ausdruck habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, irgendwann einen gangbaren Weg für mich zu finden. Das ist das Schöne am Schreiben.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – Die (Schreib-)Inspiration

Die Inspiration kommt, um zu gehen. So geht es mir zumindest. Es gibt Phasen, da fühle ich mich immens inspiriert, dann gibt es wieder Phasen, da habe ich einfach nichts zu sagen. Das Thema dieses Beitrags spiegelt meine momentane Inspirationslosigkeit, da ich bereits überlegte, den Beitrag diesen Monat auszusetzen. Allerdings geht es in dieser Reihe um persönliche Schreiberfahrungen, die selbstverständlich auch nicht immer rosig sein können.

Die Inspiration ist also für meine  Begriffe recht scheu. Die Situation, eine gute Idee zu haben, die sich beim sofortigen Aufschreiben sogar über mehrere Seiten erstrecken könnte, nach ein paar Minuten jedoch wieder verflogen ist, müsste wohl jedem ein schrecklicher Bekannter sein. Genauso dürfte es nicht nur mir so gehen, dass es Phasen im Leben gibt, die völlig unabhängig von den Ereignissen, die sich darin abspielen, absolut ideenlos verlaufen.

Ich habe gehört, dass sich die Inspiration aber auch suchen lässt. Für mich stellte sich das allerdings stets so ähnlich dar, wie die „Suche nach der Nadel im Heuhaufen“. Meine Erfahrung zeichnet ein eindeutiges Bild, davon, dass eine Verbindung zwischen Inspiration und Auslöser besteht. Gibt es keinen natürlichen Auslöser, bleibt zumeist auch die Inspiration aus. Einen Weg, den Auslöser künstlich zu erzeugen, habe ich bisher nicht gefunden, was sicherlich einer der Gründe ist, weshalb ich nicht in professionellem Rahmen schreiben kann.

Allerdings gibt es einen Lichtschimmer in diesem nebligen Text, der eine der großen Schattenseiten des Schreibens beleuchten soll: Die Inspiration kommt immer wieder zurück. Sie ist vergänglich, genauso wie wir es sind. Das kann ein Problem sein. Jedoch glaube ich, dass gerade die Vergänglichkeit und das Wissen darum das Leben und die Liebe ausmachen. Wäre die Inspiration eine Konstante in meinem Leben, würden sich wohl wieder andere Abgründe auftun.

Für mich persönlich ist das Schreiben Balance und Ausgleich. Nur, weil ich nicht zum Schreiben inspiriert bin, bedeutet das nicht, dass ich keine Inspiration in anderen Teilen des Lebens erfahren kann. Die Momente, in denen sie dann aber da ist und ich die Zeit finde, mich ihr zu widmen, die sind besonders, und die Texte, die daraufhin entstehen, sind einzigartig. Wie eine Fotografie, die es so nur ein einziges Mal gibt. Ich denke also folglich, dass Schreiben auch Geduld sein muss, weil sich die Inspiration nicht drängen lässt. Dies mag auf den ersten Blick nicht gerade enthusiastisch klingen, auf den zweiten Blick jedoch hoffentlich umso mehr.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – der Wunsch zu veröffentlichen

Der Wunsch zu veröffentlichen kann groß sein. Aber auch manchmal ganz klein. Schreibt man denn nicht genau deshalb? Weil man einmal veröffentlichen möchte? Ich sage das auch immer: „Einmal möchte ich veröffentlichen. Das ist mein großer Traum, einmal mein eigenes Buch im Laden zu sehen.“ 
Ich glaube, so oft wie ich in diesem Zusammenhang das Wort „einmal“ nutze, habe ich es sonst noch nie gebraucht. Einmal. Irgendwann. In ferner Zukunft. In einem unbestimmten Zeitraum, der irgendwo an einem Punkt liegt, den ich noch nicht benennen kann.
Natürlich wünsche ich mir beim Schreiben, dass meine Texte auch gelesen werden, und wenn ich an einem Roman arbeite, dann stelle ich mir diesen auch gelegentlich als fertiges Buch vor. Allerdings habe ich persönlich nach so vielen Jahren des Schreibens diesen Sprung noch nicht gemacht.
Bei manchen scheitert es leider an der Zusage, die sie unweigerlich zu einer Veröffentlichung brauchen, zumindest sagt man das. Diese Grenzen sind allerdings durch die Möglichkeiten des Self-Publishings aufgeweicht. Bei mir ist das natürlich auch so. Die Absagen sind zahlreicher als die Zusagen, die mir in den letzten 15 Jahren ins Haus geflattert sind. Dennoch habe ich aus keiner Zusage etwas Ernstzunehmendes gemacht. Ich bin mir sicher, dass es vielen so geht: der Wunsch zu veröffentlichen ist ein zweischneidiges Schwert.
Ich sehe ihn selbst mit so widerstreitenden Gefühlen, dass ich es phasenweise bereuen kann, nicht die Chance ergriffen zu haben, als ich es gekonnt hätte, und dass ich es in anderen Zeiten wieder für gut und richtig erachte. Ich glaube, dass mir das zeigt, dass ich im Grunde noch nicht dazu bereit bin. Was das genau heißt, bereit zu sein, kann ich aber genauso wenig bestimmen wie die genaue Eingrenzung des Wortes „einmal“.
Ich habe über mich gelernt, dass das Schreiben mehr ist als das. Es stellt mich zufrieden. Die viele investierte Arbeit zahlt sich aus, auch ohne Veröffentlichung und Geld.
Schon alleine hier im Blog und im Forum zu veröffentlichen, fällt mir manchmal nicht leicht. Unweigerlich stellt sich mir dann die Frage, ob ich mich einer breiteren Öffentlichkeit überhaupt präsentieren möchte. Würde das nicht an meiner Zufriedenheit mit meinen Texten und der Tätigkeit des Schreibens etwas verändern?
Ich bewundere alle Autoren, die veröffentlichen. Ich bewundere die viele Arbeit und ich bewundere ihren Mut, sich einer unbekannten Öffentlichkeit zu stellen. Vielleicht gehört dazu eine gewisse Reife und Selbstdistanz, die es für mich erst noch zu erforschen gilt. Helfen kann hier oft der Austausch untereinander. Jedoch bleibt meines Erachtens der Sprung dennoch immens groß.
Sicher ist aber, dass es ganz bestimmt tausende und abertausende wunderbare Texte gibt, die in verschlossenen Schubladen hinter gewöhnlichen Haustüren Staub ansetzen und wohl niemals gelesen werden. Da schreit der Leser in mir auf und der Autor in mir lehnt sich zurück und denkt: „Bevor die es nicht machen, mache ich es auch nicht.“ Es gibt den Traum vom Schriftsteller-Sein. Aber noch lange nicht jeder Autor träumt ihn auch ausgiebig und lange, heiß ersehnend in der festen Absicht, ihn irgendwann zu verwirklichen. In den Texten sehe ich keinen Unterschied von dem einen zum anderen Autor, manche sind gut ganz still für sich, andere für größere Lesergruppen. Deshalb denke ich persönlich, dass das Schreiben „mehr“ ist als die Veröffentlichung und sie uns nicht wirklich als Autoren definiert.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – Zeit zum Schreiben

Schreiben ist schön, aber es gibt Tage, Monate, ja sogar Jahre im Leben eines jeden Hobbyautors, in denen er nichts zu Papier bringt. In dieser Zeit fehlt die Zeit. So sitzt der eine oder andere von uns schon seit Jahren an einem Projekt und fragt sich, ob es wohl irgendwann noch einmal fertig wird. Denn das Leben, Beruf und Familie vereinnahmen uns und lassen phasenweise unser Hobby in den Hintergrund treten.
Wer hat sich nicht schon gewünscht, einmal in den Schreiburlaub zu fahren? Ganz allein, einfach nur schreiben und essen und schlafen.
Meiner Erfahrung nach ist die Zeit zum Schreiben jedoch trügerisch: Sie blockiert mich.
Am besten kann ich schreiben, wenn ich ausgelastet bin. Denn das Schreiben ist nicht die Arbeit, sondern das Ventil. Erlebe ich nichts und verbringe Tage ohne Input, ist es im Grunde logisch, dass mir die Textproduktion schwerer fällt.
Optimale Bedingungen, ein Buch zu schreiben, sind für mich persönlich folglich tatsächlich nicht in ausschließlicher Zeit zum Schreiben begründet.
Meinem Gefühl nach muss ein Text nicht zwangsläufig in einem großen Zeitfenster entstehen, um Qualität zu liefern. Sicher, bestimmt gibt es ein Beispiel, dass einen der ganz großen Schriftsteller zeigt, der ausschließlich schrieb oder immer noch schreibt. Jedoch wird auch dieser wohl eine relativ große Bandbreite an verschiedenen Texten in seinem Repertoire finden. So liegt der Ausgleich also in der Themenwahl.
Zu wenig Zeit fürs Schreiben ist also meiner Meinung nach nicht direkt das Problem eines Hobbyautors, sondern die wahre Schwierigkeit liegt in zu viel Zeit und die Anforderung an sich selbst, den Fokus zu behalten.

So gibt es also die Phasen in meinem Leben, in denen mir die Zeit zu der Aktivität des Schreibens fehlt. Das bedeutet, dass ich zu beschäftigt bin, um ein Fenster zu finden, in dem ich mich am Tag an den Schreibtisch setzen kann, um zu schreiben. Dann gibt es die andere Phase, die zwar sehr viel Zeit für das Schreiben übrig lässt, dann aber zu Frustration führt, weil ich im Vergleich tatsächlich nur sehr wenig aufschreibe.

Wie sonst auch im Leben, zählt hier also für meine Begriffe die Balance. Wenn mein Leben im Gleichgewicht ist und ich den Tag über mit anderen Dingen ausgelastet bin und dann letztendlich ein paar Stunden zum Schreiben finde, dann fließt der Text am besten. Ein Selbstexperiment hat bereits gezeigt, dass mehr Zeit das Textergebnis nicht beeinflusst. Ich käme genauso weit wie an einem ausgefüllten Tag.

Die Disziplin, mich professionell einem Projekt zu widmen, worunter ich das mehrstündige Schreiben an ein und demselben Projekt über mehrere Monate, bis es fertig gestellt ist, fehlt mir also offensichtlich. Dennoch bin ich davon überzeugt, meinen Weg gefunden zu haben, und lerne gerade, die Zeit nicht überzubewerten.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – Schreiben können

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder schreiben kann. Das Schreiben ist eine Tätigkeit, die der Mensch lediglich verlernt hat. Für meine Begriffe beschäftigen sich heute viel zu wenige damit. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass das Buch fester Bestandteil der Abendgestaltung und des Zeitvertreibs war. Man schrieb Briefe, führte Tagebücher und zückte im Supermarkt weder Handy noch Organizer, sondern einen beschriebenen Zettel.

Durch das Lesen formt sich auch der eigene Zugang zum Schreiben. Kein Mensch ist einfach morgens aufgestanden und hat ganze Bücher geschrieben. Erst einmal war da Input, vielleicht sogar ein bisschen Theorie, Analyse, Gedanken. Dann hat man sich selbst daran gemacht, den Stift zu schwingen und hat geübt, geübt und geübt. Genauso wie ein Musiker sein Instrument zuerst erlernen, ein Maler ein paar Grundlagen über Farben und Pinselstriche kennen und der Gärtner Informationen über seine Pflanzen sammeln muss, genauso muss sich auch der Autor die Zeit geben, sich mit seinem Handwerk vertraut zu machen.

Jedoch gebe ich zu, dass der Sprung heutzutage größer erscheint als er vielleicht schon einmal gewesen ist. Wieso also seine Freizeit damit verbringen, sich einer selbst erdachten Geschichte zu widmen, wenn man genauso gut Storys in Hülle und Fülle über alle möglichen Kanäle vierundzwanzig Stunden am Tag konsumieren kann?

“Nichts ist nicht schon einmal geschrieben worden, es gibt nichts, das es noch nicht gibt.” Diesen Satz hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Jedoch sehe ich das anders: Eigene Gedanken, denen Ausdruck verliehen wird, die gibt es so noch nicht. Vielleicht gibt es keine originelle Idee, der Text jedoch ist einzigartig, denn er ist aus einem eigenständigen Geist herausgeschrieben und individuell erzählt. Durch die Augen ganz eigener Erfahrung und Wissen. Diesen Text gibt es so noch nicht. Der Satz oben hingegen ist stets derselbe.

Ich befürchte, dass sich die wenigsten Autoren, darüber im Klaren sind, dass sie ab dem Augenblick einzigartig sind, ab dem sie einfach schreiben. Das Streben nach großem Erfolg, nach dem Herausstechen aus der Masse, drückt doch eher die Stimmung anstatt sie darüber zu erheben, dass die Tätigkeit des Schreibens an und für sich niemand genauso anstellt, wie ich das mache. Dass niemand ein und dieselben Bücher in exakt derselben Reihenfolge gelesen hat wie ich. Dass niemand das Schreiben in denselben Etappen geübt hat wie ich.

Es sollte immer lohnen, sich einer Sache anzunähern, sie zu erlernen, sie nach eigenem Gefühl zu perfektionieren. Besonders das Schreiben, welches Individualität in vollem Ausmaß zulässt und im Grunde als bunte Ausdrucksform fungiert, sollte doch jedem zugänglich sein. Denn ist es nicht oft einfach der Ausdruck, der heutzutage fehlt, das „Ventil“, sich auch mal selbst erklären zu können und verstanden zu werden?

Das Schreiben ist einzigartig, nicht durch den Stift und auch nicht durch das Papier, sondern durch den, der sich beider bedient, um seine persönlichen Gedanken und Beobachtungen aufzuschreiben.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – Das Schreibselbstbewusstsein

Das Schreibselbstbewusstsein. Eine Größe im Leben eines jeden Autors, ein Faktor, eine Variable und (hoffentlich) irgendwann einmal ein Ergebnis. Ständig ändert es sich, schwingt innerhalb eines Tages von einer Million auf minus Tausend und schnellt mit dem nächsten Wort wieder rasant in den Plusbereich. Es macht uns sowohl müde und verzweifelt als auch stark und motiviert.

Das Schreibselbstbewusstsein … es ist ein Phänomen. Ein unbändiges Tier, das sich entweder brav von uns kraulen oder uns tagelang im Regen stehen lässt.

Es zu bändigen habe ich bis heute nicht gelernt. Ebenso wenig konnte ich es zähmen oder die immensen Aufs und Abs zu kleineren, weniger verheerenden Schlägen überreden. Es erfasst mich noch immer genauso hart und unvorbereitet wie vor über zehn Jahren, als ich anfing zu schreiben. Sitze ich, mir die Ohren zuhaltend und die Augen verschlossen unter einer großen Welle, die tosend über mir zusammenzubrechen droht, erkenne ich selbst nicht einmal den Fortschritt, den ich bereits zu verzeichnen, die schönen Kritiken, die ich bekommen habe. Die Welle ist dieselbe, sie hat sich nicht verändert, sie macht weder halt vor schönen Anfängen noch vor beendeten Werken, die Zeugnis für tausende von Arbeitsstunden sind.

Das mag jetzt auf den ersten Blick trostlos klingen, jedoch habe ich gelernt, dass die Tiefschläge genauso wichtig sind wie das Hochgefühl. Wie viele herausragende Schriftsteller wollten in ihrem Leben ihre Manuskripte verbrennen? Gott sei Dank, haben sie sich nicht unterkriegen lassen, sich aus den Wassermassen erhoben und einfach weitergemacht. Besser. Bemühter. Überlegter.

Das Schreiben ist für mich ein Prozess. Eine Geschichte entwickelt sich nicht innerhalb von ein paar Wochen. Sie arbeitet in uns, schlägt Wurzeln und Blüten. Das braucht Zeit und Geduld. Stehe ich am Ende meiner Überlegungen, liegen vielleicht fünf Jahre zwischen dem Schluss und der Anfangsidee. Das ist oftmals ein guter Zeitpunkt für das Schreibselbstbewusstsein, unterzutauchen. Denn genau dann stelle ich fest, dass ich mich mit dem Anfang meiner Geschichte nicht mehr identifizieren kann, sie sich also wie aus fremder Hand liest, da der Fortschritt, den ich mir über die lange Zeitspanne erarbeitet habe, meine Texte verändert hat. Genauso begreife ich, dass die Handlung nicht ideal verläuft und der Anfang auf den weiteren Hergang der Geschichte nicht mehr passen will.

Die Erkenntnis, dass der Anfang im besten Fall noch einmal komplett überarbeitet und im schlechtesten Fall neu verfasst werden muss, drückt mich dann nieder, lässt mich den Text vergraben, ihn vergessen. Das Potenzial, das darin steckt, sehe ich nicht mehr, in meiner Erinnerung klingt jedes Wort schief, jeder Satz ungelenk und jedes Kapitel zusammenhangslos.

Doch dann, mit der Zeit, kehrt es zurück, das Schreibselbstbewusstsein. Schmiegt sich versöhnlich an mich, lockt mich mit zarten Gesten in das Versteck, wo meine Texte schlummern und lässt mich neugierig einen davon herausziehen. Beim Lesen setzt es sich auf meinen Schoß, hört meinen Gedanken zu, erfüllt mich mit einem eigenartigen Hochgefühl und lässt mich dann endlich wieder laut sagen: „Mensch, das ist ja doch gar nicht so schlecht!“

Frohes Schreiben!

Eure Saigel

Saigels Irr(e)lichter – Die korrekte Grammatik

Das Schreiben hat natürlich hauptsächlich etwas mit Kreativität zu tun. Mit Fantasie, Einfallsreichtum, Weltanschauung, individueller Erfahrung etc. Der ein oder andere würde vielleicht sogar behaupten, dass Schreiben auf wundervolle Art und Weise magisch sein kann. Schreiben ist Geschichten erzählen. Schreiben ist Botschaften vermitteln. Schreiben ist Ausdruck.

Für den, der schon eine Weile dabei ist, durch das ewige Moor der Schriftstellerei zu stapfen, ist das Spiel mit der Sprache sicherlich schon ein weiterer Bereich des Schreibens geworden. Für mich persönlich stellt es jedoch nur eine Erweiterung des Wesentlichen dar. Denn das Wesentliche am Schreiben ist zunächst nicht die Sprache.

Ich habe schon sehr viele Bücher gelesen. Um ehrlich zu sein, bin ich bereits an dem Punkt angekommen, an dem ich ein Buch erst auf der letzten Seite „wiedererkenne“ und mir dann siedend heiß einfällt, dass ich es ja eigentlich schon einmal gelesen habe. Ich schätze Bücher in korrekter Sprache. Ich schätze korrekte Grammatik. Und ja, das habe ich absichtlich getrennt, denn auch Umgangssprache oder gar vulgäre Sprache können grammatikalisch einwandfrei daher kommen. Die meisten Bücher in Druckversion, die ich gelesen habe, weisen ein oder zwei Fehlerchen auf, die sogar in namhaften Verlagen durch das Lektorat „geschlüpft“ sind. Das ist nicht schlimm. Genauso kann ich nicht von mir behaupten, dass mir mit Sicherheit alle Fehler auffallen würden.

Jedoch kann ich mit Sicherheit behaupten, dass eine gute Idee und eine noch bessere Geschichte in meinen Augen nicht davon abhängen, dass sie grammatikalisch korrekt erzählt wurden. Ich habe auch schon Geschichten gelesen, die mich zu Tränen gerührt, mich tagelang danach noch beschäftigten und tatsächlich in „gebrochenem Deutsch“ verfasst worden waren. Denn der Autor war kein Muttersprachler und mit der deutschen Sprache zudem noch nicht sehr vertraut.

Hat eine Geschichte also keine Substanz und vermittelt sie mir nichts, das mich auf einer oder mehreren Ebenen zugleich anspricht, dann erlebe ich auch die schönste, grammatikalisch korrekte Sprache als leere Hülle, deren Vollkommenheit ich vielleicht bemerken, aber nicht emotional verarbeiten, sie in keinen Kontext rücken kann.

Gleichsam ist vielleicht auch die Schönheit der Sprache nicht in jedem Fall mit der grammatikalischen Korrektheit gleichzusetzen. Denn auch sprachlich vielseitige Texte, mit vielen Wendungen, Bildern und einem „Rhythmus“, der den Lesefluss hervorzaubert und plötzlich eine textbegleitende Melodie erklingen lässt, müssen nicht zwangsläufig grammatikalisch richtig sein.

Es gibt also viele Nuancen, die ein Text aufweisen und viele „Richtlinien“, die ein Text erfüllen kann. Jedoch denke ich, dass der wichtigste Teil des Textes stets seine Aussage ist. Ist die Aussage sowohl durch logischen Aufbau als auch sprachliche Ausschmückungen an den Leser herangetragen, wird das Bild runder. Ist die Grammatik zudem korrekt, ohne dass der Leser ständig darüber stolpert und aus dem Lesefluss gerät, ist der Text noch besser. Seinen Wert hat er jedoch für mich entweder von Beginn an oder gar nicht.

Mein Schlusswort soll nun an alle „Schreibanfänger“ gerichtet sein, die sich wohl oftmals demoralisiert fühlen, wenn sie Texte anderer lesen und sich fragen, ob sie das selbst jemals „so“ hinbekommen. Die Frustration darüber, einen guten Text „nicht“ schreiben zu können, schmälert meiner Meinung nach immer den eigentlichen Wert an dem, was uns alle zum Schreiben bewegt: die Idee.

Eure Saigel

Saigels Irr(e)Lichter – Das Schreibexil

Ist es nicht so, dass jeder genau das am Schreiben mag? Die Abgeschiedenheit. Irgendwo in der Ferne zwitschern ein paar Vögel, leichter Regen klopft zaghaft an die Scheiben, völlige Stille, vollkommener Frieden. Der Tag, mit all seinen Turbulenzen, die mit Lichtgeschwindigkeit auf uns einprasseln, uns überfordern und uns keinen Moment zum Durchatmen lassen, ist leicht verjagt, wenn der Schreibtisch ruft.

Der Schreibtisch. Heimisches Terrain. Beinahe schon selige Entspannung. Ein leidenschaftlicher Schreiber sitzt oft dort, an diesem Ort, der sich gefühlsmäßig auf dem höchsten Punkt eines verlassenen Berges befindet. Das Schreiben ist eigentümlich, es kann an manchen Tagen so unendlich viel bedeuten, an anderen Tagen weniger bis nichts.

Wie lange habe ich mich schon damit auseinanderzusetzen versucht, was da vorgeht, was dieses Schreibgefühl für mich bedeutet und ob ich bereit bin, all das auch mit anderen zu teilen. Ist da nicht ein großer Unterschied, alleine auf dem Berg zu schreiben, oder dann das Geschriebene auch ins Tal hinabzurufen?

Für mich ist es heute beides. Ich teile gerne das, was ich schreibe, natürlich nur einen Bruchteil von dem, was an beschriebenen Blättern oder Dateien wirklich in meinen Regalen steht. Aber es gab eine lange Zeit, in der ich das Tal nicht brauchte. Es war mir egal, niemand wusste von meinem Hobby, ich war die einzige, die etwas von mir zu lesen bekam. Ich war im Schreibexil. Fühlte mich wohl, suchte es dann auf, wenn ich es brauchte und verließ es, wenn es mir nichts mehr gab.

Für mich ist das Schreibexil genau das: ein Ort, der mir offen steht, nur ich besitze den Schlüssel, jedoch ist er auch zufrieden ohne mich.

Es ist ein zweischneidiges Schwert, das Tal mit einzubeziehen. Ich habe mich erst vor einem Jahr getraut, einen leisen, verschüchterten Ruf hinunter zu wagen. Das Echo, das ich bekam, war schwer verdaulich. Denn darüber wurde ich mir plötzlich bewusst: einmal ins Tal hinab gerufen, und man kann es nicht mehr lassen. Das Schreibexil ist nun nicht mehr das, was es war. Es ist jetzt bevölkert von Stimmen, Meinungen, Kritikern.

Öffnet man die Tür, schlägt einem nicht mehr schöne Stille entgegen, sondern ein unbekömmlicher Tumult. Schnell kristallisiert sich aber heraus, dass es Kollegen gibt, deren Schreibexil in etwa so aussieht wie das eigene, und die sich gerne der hiesigen Hausordnung anpassen.

Ich glaube, dass mein Schreibexil die Veränderung gut verkraftet hat. Ich habe nun ein ganzes Team an meiner Seite, eine Gemeinschaft, die sich mit meinen Texten auseinandersetzt, mich aber auch nicht sucht, sollte ich einmal die Türen meines Exils hinter mir geschlossen haben.

Denn es ist nicht das Exil, das wir als Autoren so dringend brauchen, es ist das richtige Tal, das eine, das zu uns passt. Das uns dann fördert, wenn wir stagnieren, das uns dann tröstet, wenn wir zweifeln, und das uns dann mit einem kräftigen Ruck herauszieht, wenn wir ganz und gar versumpft sind. Feedback ist wichtig, um zu wachsen. Das Schreibexil ist wichtig, um Wurzeln zu schlagen. Ich bin dazu übergegangen, weder in dem einen, noch in dem anderen Gegenteiliges zu suchen. Der selbstbestimmte Autor nimmt sich das, was er braucht und entscheidet selbst wohin er wann mit welchem Text geht: auf den Berg, oder in das Tal?

Eure Saigel

Im Wandel der Zeit

Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Ort auf dem Land in absoluter Freiheit, wie ich das rückblickend bezeichnen würde. Ohne Handy, Fernseher, Computer – heute unvorstellbar.

Wenn die Hausaufgaben erledigt waren, durften wir raus, trafen uns mit Freunden und spielten im Freien. Unser Lieblingsspielplatz war der Bauernhof von den Großeltern meiner Freundin. Ein Bauernhof, wie man ihn heute nur noch aus Erzählungen kennt. Hühner, Enten, Gänse, Katzen, ein Hund und eine Ziege liefen frei herum, und wir mittendrin. Ein Paradies für uns Kinder.

Vielleicht liegt es daran, dass ich mich bis heute viel mehr mit der Natur als mit der Technik verbunden fühle.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Ausbildung und Einstieg in den Beruf.

Die Computer hielten Einzug ins Berufsleben und im Laufe der Jahre ging ohne EDV gar nichts mehr. Eigentlich kein großes Problem für mich, gab es doch immer Schulungen für die betreffenden Programme oder IT-Menschen, die man anrufen konnte, wenn etwas nicht funktionierte. Ich musste mich nicht mit Programmierungen oder Verknüpfungen beschäftigen.

So schaffte ich es, praktisch als Computer-Dummy durchs Leben zu gehen.

Was fasziniert mich so am Schreiben?

Gedanken aufzuschreiben, alltägliche Szenen zu beobachten, mich von der Fantasie treiben zu lassen und rund um diese fiktiven oder realen Personen eine Handlung aufzubauen.

So sind im Laufe der Zeit viele Geschichten entstanden. Manche schlummern noch auf meinem PC, andere haben sich in Luft aufgelöst. Aber die, die noch da sind, warten darauf, endlich zu einer „großen Geschichte“ vereinigt zu werden.

Schreiben war für mich immer ein Hobby, allerdings ein einsames Hobby, oft belächelt. Niemand in meinem Umfeld interessiert sich für das Schreiben. Vielleicht mit ein Grund, warum ich mich im Internet auf die Suche nach Gleichgesinnten begab.

Und nun also ein Schreib-Blog?

Was ist dir da bloß eingefallen?, überlege ich oft. Für einen eher introvertierten, vorsichtigen Menschen, wie ich es bin, keine Selbstverständlichkeit. Es ist vielmehr ein Abenteuer, in das ich mich stürze und von dem ich keine Ahnung habe, wohin es mich führen wird.

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