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Saigels Irr(e)lichter – Die (Schreib-)Inspiration

Die Inspiration kommt, um zu gehen. So geht es mir zumindest. Es gibt Phasen, da fühle ich mich immens inspiriert, dann gibt es wieder Phasen, da habe ich einfach nichts zu sagen. Das Thema dieses Beitrags spiegelt meine momentane Inspirationslosigkeit, da ich bereits überlegte, den Beitrag diesen Monat auszusetzen. Allerdings geht es in dieser Reihe um persönliche Schreiberfahrungen, die selbstverständlich auch nicht immer rosig sein können.

Die Inspiration ist also für meine  Begriffe recht scheu. Die Situation, eine gute Idee zu haben, die sich beim sofortigen Aufschreiben sogar über mehrere Seiten erstrecken könnte, nach ein paar Minuten jedoch wieder verflogen ist, müsste wohl jedem ein schrecklicher Bekannter sein. Genauso dürfte es nicht nur mir so gehen, dass es Phasen im Leben gibt, die völlig unabhängig von den Ereignissen, die sich darin abspielen, absolut ideenlos verlaufen.

Ich habe gehört, dass sich die Inspiration aber auch suchen lässt. Für mich stellte sich das allerdings stets so ähnlich dar, wie die „Suche nach der Nadel im Heuhaufen“. Meine Erfahrung zeichnet ein eindeutiges Bild, davon, dass eine Verbindung zwischen Inspiration und Auslöser besteht. Gibt es keinen natürlichen Auslöser, bleibt zumeist auch die Inspiration aus. Einen Weg, den Auslöser künstlich zu erzeugen, habe ich bisher nicht gefunden, was sicherlich einer der Gründe ist, weshalb ich nicht in professionellem Rahmen schreiben kann.

Allerdings gibt es einen Lichtschimmer in diesem nebligen Text, der eine der großen Schattenseiten des Schreibens beleuchten soll: Die Inspiration kommt immer wieder zurück. Sie ist vergänglich, genauso wie wir es sind. Das kann ein Problem sein. Jedoch glaube ich, dass gerade die Vergänglichkeit und das Wissen darum das Leben und die Liebe ausmachen. Wäre die Inspiration eine Konstante in meinem Leben, würden sich wohl wieder andere Abgründe auftun.

Für mich persönlich ist das Schreiben Balance und Ausgleich. Nur, weil ich nicht zum Schreiben inspiriert bin, bedeutet das nicht, dass ich keine Inspiration in anderen Teilen des Lebens erfahren kann. Die Momente, in denen sie dann aber da ist und ich die Zeit finde, mich ihr zu widmen, die sind besonders, und die Texte, die daraufhin entstehen, sind einzigartig. Wie eine Fotografie, die es so nur ein einziges Mal gibt. Ich denke also folglich, dass Schreiben auch Geduld sein muss, weil sich die Inspiration nicht drängen lässt. Dies mag auf den ersten Blick nicht gerade enthusiastisch klingen, auf den zweiten Blick jedoch hoffentlich umso mehr.

Eure Saigel

6 Kommentare

  1. Yvonne

    Liebe Saigel.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, das Inspiration auch wachsen kann. Ein Satz, irgendwann aufgeschrieben, nur weil er einem gefiel. Ohne Inspiration, daraus wirklich etwas machen zu wollen. Und eines Tagessetzte sich die Inspiration neben diesen kleinen Satz, schaute ihn an und ließ ihn wachsen, ganz langsam, zart. Bis es zu einer Idee wurde, zu einer Geschichte.
    Liebe Grüße Yvonne

    • Saigel

      Liebe Yvonne,

      danke für deinen Kommentar. Genauso empfinde ich das auch beim Schreiben. Alles braucht seine Zeit um wachsen zu können… auch die Idee selbst.
      Liebe Grüße

  2. Gabriele Mohr

    Liebe Saigel,

    mich sprach nicht nur Dein Text an, sondern es begann mit dem Bild.

    Bei mir gibt es Zeiten, da habe ich Lust zu vielen anderen Dingen, aber nicht zum Schreiben, außer persönliche Notizen und Tagebuch. Ärgerlich ist es, wenn ich beim Spaziergang gute Ideen habe und sie so schnell verfliegen.

    Nach einer langen Schreibblockade folgt meist eine Phase von vielen Ideen. Nun bin ich hier und merke, dass es hier sehr viel zu lesen gibt, was mich interessiert.

    Liebe Grüße
    Gaby

    • Saigel

      Liebe Gaby,

      das freut mich sehr, dass du hier bei uns etwas gefunden hast, das dich anspricht. Noch mehr freut es mich allerdings, dass wir in dir offenbar nochmal jemanden gefunden haben, der die Inspiration schon kommen und gehen gesehen hat :). Ein Handy ist tatsächlich von Vorteil um Ideen aufzuschreiben. Es erstaunt mich immer wieder, was ein einzelnes Wort, das ich vor Wochen notiert habe, heute auslösen kann. Manchmal erinnere ich mich dann an die tatsächliche Idee, manchmal wird etwas ganz anderes daraus ;).

      Liebe Grüße
      Saigel

  3. Gaby Mohr

    Liebe Saigel,

    oftmals hatte ich die besten Ideen beim Spaziergang mit meinem Hund im Wald. Da entstanden schon Gedichte. Das Problem ist nur, dass es sehr schwer war, die Gedanken bis nach Hause zu behalten, weil sie oft sehr flüchtig sind. Das beschreibst Du ja ähnlich. Ein Handy ist dann ganz hilfreich, um alles festzuhalten, was mir wichtig ist.

    Liebe Grüße
    Gaby

  4. Hanne

    Liebe Saigel,

    seitdem ich wieder angefangen habe zu schreiben, stelle ich immer öfter fest, dass sich aus ganz vielen Situationen unverhofft eine Idee ergibt. Man steht zu zweit vor einem Weg am Abgrund und denkt sich, was wäre, wenn … zum Beispiel der eine nicht mehr weitergehen mag und warum mag er nicht mehr und wann hat dieses Warum angefangen …
    Aber ich gebe dir recht, wenn ich losgehe sie zu finden, komme ich meistens mit leerem Notizbuch zurück. Inspiration lässt sich nicht zwingen.
    Abe sie gibt sich zu erkennen, wenn man offenen Auges durch den Tag oder die Nacht geht.

    Viele Grüße
    Hanne

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