Oftmals stößt man auf die Ansicht, dass literarisches Schreiben nicht zwingend recherchiert sein muss. Ich fragte mich, ob ein Unterschied besteht zwischen der anfallenden Recherche für ein zum Verkauf bestimmtes Buch und einem Buch, das innerhalb des Hobbyschreibertums entsteht. So bietet es sich an, einen nicht allzu schlüssigen Text in unser Forum zu stellen (was ich in der Vergangenheit wohl mehrmals tat, in Ermangelung an Zeit (und vielleicht auch Lust) für Recherche) und zu sehen, ob die kleinen schwammig gehaltenen Stellen auffallen. Die Antwort ist schlicht und dennoch ergreifend: ja. Diese Texte, in denen ich etwas schrieb, über das ich mich im Grunde nicht einmal ansatzweise auskannte, wurden als eben solche enttarnt und mir blieb nichts anderes übrig als am Ende doch mit geradem Rücken der Ehrlichkeit Genüge zu tun.
Folglich kann ich nur sagen, dass aus meiner eigenen Erfahrung heraus das Schreiben über ein Thema, das ich nicht vollends verstehe, kein Schreiben ist. Es ist wie das Sprechen, ohne zu wissen, wovon ich spreche. Das Sprichwort: „Ich sage nur dann etwas, wenn ich etwas zu sagen habe“, bekommt in diesem Zusammenhang eine neue Dimension. Denn dasselbe sollte auch fürs Schreiben gelten.
Das Schreiben lässt uns an den uns selbst gestellten Herausforderungen wachsen. Ich möchte über etwas schreiben, das ich noch nicht all zu gut kenne? Kein Problem! Dann lerne ich eben etwas Neues kennen und schreibe anschließend darüber. Auch an dieser Stelle kommt abermals zum Vorschein, dass das Lesen und Schreiben in enger Beziehung zueinander stehen. Denn ohne Lesen, gäbe es auch kein Schreiben. Weder aus dem Grund nicht, weil dann keine Leserschaft für die geschriebenen Texte existieren könnte aber auch deswegen nicht, weil das Geschriebene ohne Fundament und Quelle irgendwo im Raum treiben würde und genauso sinnlos wäre, wie das, was jemand sagt, der im Grunde nichts zu sagen hat.

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich also, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit zu erheben, sagen: „So schreibe folglich nur dann, wenn du etwas zu schreiben hast und zwar nicht nur einen Bleistift und Papier oder eine Tastatur und einen PC, sondern auch eine Idee und bodenständiges Wissen, das um diese Idee herum wirken und den Text schlüssig und folglich lesenswert machen kann.“

Eure Saigel