Vielleicht geht es vielen so, also vielen „Spätberufenen“, deren Texte jahrelang in einer Art Dornröschenschlaf dahindämmern wie Puzzleteile und  darauf warten, zu einem Ganzen zusammengefügt zu werden: Eines Tages werden  diese „Spätberufenen“ mutig. Nun soll endlich dieses größere Projekt entstehen, das schon so lange im Kopf herumspukt … jetzt oder nie. Dabei tauchen viele Fragen auf:

Schaffe ich es überhaupt, Texte zu schreiben, die andere berühren?

Wie kann man das herausfinden? Möglichkeiten gibt es viele. Etwa,  sich in einem Schreibforum anzumelden. Hier bekommt man Feedback, Verbesserungsvorschläge und kann  allein schon durch das Lesen von anderen Geschichten und Kommentaren sehr viel lernen. In erster Linie wohl,  dass man nichts weiß. Natürlich kennt man Begriffe wie Spannungsbogen, Plotten, Protagonisten, Schreibprogramme … und hat auch schon diverse Schreibratgeber gelesen. Allerdings alles eher theoretisch und noch kaum etwas davon in die Praxis umgesetzt. Was auch gar nicht notwendig war, wenn man sich hauptsächlich mit kurzen Geschichten beschäftigt hat.  Wenn noch dazu Facebook, Twitter & Co.  mangels Interesse bisher unbeachtet an einem vorübergezogen sind, ist ein Schreibforum natürlich eine ganz neue Erfahrung. Doch bevor man sich richtig eingelebt hat, gibt es Schwierigkeiten zu überwinden, die mit dem Schreiben eigentlich gar nichts zu tun haben.

Computer

Wenn  die Hürde der Registrierung geschafft ist, kommt die Erkenntnis, dass der sichere Umgang mit Computer heutzutage in vielen Bereichen Voraussetzung ist. Also mehr als nur die Kenntnisse, die für das alltägliche Leben notwendig sind.  Das wirft natürlich viele Fragen auf, die jene in Erstaunen versetzt,  für die das Leben in der virtuellen Welt eine Selbstverständlichkeit ist.

Normseiten, Wortzahl, Diskussionen über die unterschiedlichsten Schreibprogramme, E-books, … Die  romantische Vorstellung von einer einsamen Insel,  wo man völlig abgeschottet von der Außenwelt an seinem Buch arbeitet, gehört wohl endgültig der Vergangenheit an, denn ohne Internet kein Buch.

Spätestens jetzt kommen Zweifel, ob es nicht besser wäre, es einfach bleiben zu lassen. Doch dann entdeckt man, dass es auch andere gibt, für die diese Welt aus Daten Neuland ist.  Das macht Mut. Also weitermachen, dranbleiben und lernen.