„Es ist keine schöne Rose.“ stellen die Leute fest.

Sie sei verformt, sagen sie.

„Natürlich ist das okay!

Aber nicht schön.“

 

Sie steht auf einer Wiese, mit unzähligen anderen,

fühlt sich trotzdem allein.

„Ich passe hier nicht rein.“ denkt sie und schämt sich zwar nicht.

Aber es fällt ihr schwer sich zu fühlen, wie die anderen:

Daheim.

 

Leute kommen, Leute gehen, manche bleiben vor ihr stehen.

Sie wird beachtet, weil sie anders ist.

Das macht sie stolz, an manchen Tagen.

Aber es wird ihr schnell zu viel, sie will sich tarnen,

will nicht mehr beäugt, begutachtet, begafft werden.

 

Ihr grüner Stil steht stolz im Gras, sie trägt große Dornen.

Manchmal lässt sie ihre Blütenblätter hängen.

Dann weiß man, es geht ihr nicht gut.

Nicht immer, nicht selten, nicht nur ein wenig.

  

Ihre Dornen geben ihr Sicherheit:

„Ich kann mich wehren.“

In einer Welt, die so viel größer ist als sie.

Dröhnend laut, erstickend leise, rasend schnell, qualvoll langsam.

Zu angepasst, zu anpassungsfordernd.

Niemand kann ihr nahekommen!

 

Sie will weg von dem ihr aufgezwungenen Platz auf der Wiese.

Dem von außen so schönen,

von innen her so überfordernden Platz.

 

Sie könnte Frieden haben.

Das weiß sie.

Und

sie würde ihre Wurzeln verlieren,

die sie starr hier gefangen halten.

Aber

sie würde ihre Wurzeln verlieren.

die sie kraftvoll festhalten.

Die ihr Nahrung geben und Halt.

 

Es wäre ein kurzer Frieden…

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