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Arbeitspausen beim Schreiben

Auch wenn es neulich beim Thema Durchhalten etwas scharf geklungen hat hinsichtlich der Zeit, die man sich fürs Schreiben nehmen können sollte: Pausen sind wichtig. Feierabend ist wichtig. Viele von uns müssen abends runterfahren, um schlafen zu können. Ich sage viele, denn ich weiß auch von Leuten, die sich hinlegen und ne halbe Stunde später fröhlich poofen, egal, was sie zuvor gemacht haben.

Auch wenn es manchmal tönt, man habe soundsoviele Stunden am Stück durchgeschrieben – das ist oft eine Frage der Wahrnehmung. Ich glaube nicht, dass jemand tatsächlich sechs Stunden ununterbrochen schreibt, ohne zwischendurch aufs Klo zu gehen oder dass die ganze Zeit getippt wird, ohne mal nachzudenken, wie der Satz nun am besten weitergehen soll.

Sicherlich sind die Bedarfe an Pausen unterschiedlich. Ich fahre gut damit, nur etwa eine Stunde am Text zu arbeiten und dann eine Stunde Pause zu machen. So komme ich an guten Tagen auf dreimal eine Stunde am Tag. Wenn ich dagegen zwei Stunden durchmache, bin ich danach so verbraucht, dass ich gar nicht wieder reinkomme. Da bin ich sicherlich ein Extremfall, andere werden  vier Stunden durchhalten ohne nennenswerte alternative Beschäftigung oder vielleicht sogar mehr.

Auch inhaltlich unterscheiden sich Pausen. Manche gehen vielleicht eine rauchen, während andere sich die Beine vertreten müssen. Ich persönlich bin ein großer Fan davon, in Pausen einfach andere Arbeit zu erledigen, zB die Spülmaschine auszuräumen oder an einem Blogartikel zu schreiben. Meist erwische ich mich jedoch dabei, im Chat herumzuhängen. Was sich allerdings auch zur Textarbeit entwickeln kann, da ich mit anderen Schriftstellern chatte.

Wenn ihr das Gefühl habt, zu viel Zeit zu vertrödeln, kann es helfen, eine Zeit lang aufzuschreiben, was ihr arbeitet und was ihr in den Pausen macht und dabei jeweils den zeitlichen Umfang festzuhalten. Dabei kann herauskommen, dass ihr euch in den vermeintlichen Pausen mit Ideenfindung oder Figurenentwicklung beschäftigt habt, was auch zum Schreiben gehört.

Ingo S. Anders

Ingo S. Anders

Auch wenn ihr “nur” die Küche aufgeräumt habt, solltet ihr euch auf die Schulter klopfen: Irgendwann hätte das ohnehin erledigt werden müssen. Und vielleicht hat sich eure Geschichte währenddessen unterbewusst weiterentwickelt.

Euer Ingo

4 Kommentare

  1. Eliane Kraus

    Ich glaube, es kommt sehr darauf an wie man arbeitet. Wenn meine Geschichte gut geplottet ist und ich sie quasi nur runterschreibe, dann kann ich lange schreiben.
    Wenn ich aber, so wie es meine Arbeitsweise ist, drauflosschreibe und schaue, wo es mich hinführt, dann entstehen unwillkürlich Pausen, in denen ich nachdenke wie es weitergeht. Dabei sind Haushaltsarbeiten, die ich auf Autopilot verrichten kann, auch meine bevorzugten Tätigkeiten.

    • Ingo S. Anders

      Ich habe festgestellt, dass es mich auch blockieren kann, wenn ich mir zuviel vornehme für eine Szene. Trotzdem, ein wenig Gedanken im Vorfeld helfen auch mir beim Runterschreiben, geben mir etwas Sicherheit. 🙂

      • Andre Marto

        Bei mir kommen Schreibpausen leider zu häufig. Immer wieder die selbe Leier. Ich schreibe enthusiastisch an einer Geschichte (einer meiner vielen) nud mittendrin stocke ich. Vermutlich weil ich irgendwas recherchieren muss o.ä. Kurz gesagt ich stoppe im schreiben und dann kann es sehr lange dauern, bis ich mich wieder der eigentlichen Szene widme. Das kommt meistens daher, dass ich eben wenn Zeit und Muse da ist, einfach drauf los schreibe, statt mir ein “gewisses” Pensum zu setzen und dann aufzuhören.
        Werde jetzt mal mit einem Schreibplan starten…mit festen Pausen 🙂

      • Yann

        Die kann ich auch nur empfehlen. Sind bei mir ebenso fest gesetzt, wie die Schreibfenster selbst. Das hilft auch gegen Ablenkung in beide Richtungen. Denn Mails zu checken o.ä. während man eigentlich mal so richtig abschalten wollte, kann sich ebenso rächen, wie der schnelle Forenbesuch in der Schreibzeit… 😀

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