7.Teil – Fancan

Das Erste, was Fancan spürte, als sie ihr Bewusstsein wiedererlangte, war Schmerz, der den gesamten Körper erfasste. Die Erinnerungen an die Ereignisse im Kaufhaus waren sofort wieder da. Sie öffnete die Augen und stellte fest, dass sie sich nicht mehr im Kaufhaus aufhielt. Sie blickte umher. Sie lag in einem Bett und hatte nicht mehr ihre Kombination an, sondern trug ein ein eigenartiges weißes Etwas, das man kaum Kleidung nennen konnte.
»Eine Krankenstation?«, schoss es ihr durch den Kopf.
Sie versuchte, sich aufzusetzen, doch die Muskeln ihres Körpers gehorchten ihr noch nicht wieder. Ein Geräusch lenkte sie ab. Die Tür öffnete sich und ein Mann schaute herein. Auch er trug weiße Kleidung.
»Sie sind endlich wach«, stellte der Mann fest. »Das ist gut. Mein Name ist Dr. Laumann und ich bin der diensthabende Stationsarzt. Sie wurden gestern hier eingeliefert und ich muss gestehen, dass Sie uns einige Rätsel aufgegeben haben. Wären Sie bereit, mir einige Fragen zu beantworten?«
»Wo bin ich?«, fragte Fancan matt. Sie war zwar noch erschöpft, aber den Umfang dieser Erschöpfung spielte sie ihm nur vor. Unter der Decke war sie schon dabei, ihre Muskeln nach einem bestimmten Verfahren wieder in Schwung zu bringen. Sie war sicher nicht bereit, einem Arzt in einer fremden Zeitebene viel über sich zu verraten.
»Sie sind im städtischen Krankenhaus«, gab der Arzt Auskunft. »Offenbar hat man Sie in der Möbelabteilung des Kaufhauses überfallen und niedergeschlagen. Man fand Sie dort bewusstlos auf einem Bett der Ausstellung – an Händen und Füßen gefesselt. Ich hätte nun gern einige Informationen über ihre Person, für unsere Unterlagen.«
»Was wollen Sie wissen?«
»Ihr Name, das Geburtsdatum, Ihre Anschrift und eventuelle Angehörige wären schon notwendig.«
»Ich weiß es nicht«, sagte Fancan.
»Sie wissen Ihren Namen nicht?«
»Nein. Ich weiß überhaupt nichts.«
»Das ist ungewöhnlich«, meinte Dr. Laumann. »So stark waren Ihre Verletzungen eigentlich nicht, dass sie eine Amnesie verursachen könnten. Ich werde mal einen Kollegen holen. Der soll Sie sich einmal anschauen.«
Er verließ das Zimmer und schloss die Tür. Fancan prüfte ihre Muskulatur. Es tat noch etwas weh, aber sie hatte bereits wieder die volle Kontrolle. Schnell schlüpfte sie aus dem Bett und riss sich dieses eigenartige Hemdchen vom Körper. Darunter war sie vollständig nackt. Sie durchsuchte schnell die Schränke an der gegenüberliegenden Wand und fand in einem davon ihre Kombination. Schnell schlüpfte sie hinein und verschloss die Nähte. Jetzt fühlte sie sich schon viel besser. Auf dem Tisch neben dem Bett fand sie noch ihre Uhr und unter dem Bett ihre Schuhe. Dr. Laumann war noch nicht zurück, als Fancan vorsichtig die Tür zum Flur öffnete. Sie lief direkt einem Beamten der städtischen Polizei in die Arme, der vor der Tür wartete.
»Wo wollen Sie denn hin?«, fragte er. »Sie können noch nicht gehen. Wir müssen uns erst noch über den Tathergang Ihres Überfalls unterhalten. Sie wollen doch sicherlich eine Anzeige erstatten.«
Fancan wusste zwar nicht, was eine Anzeige war, aber sie entschied, dass sie das nicht wollte.
»Nein, ich will keine Anzeige erstatten. Ich will einfach nur gehen.«
»Moment, junge Dame«, hielt der Beamte sie auf, »ich habe aber noch Fragen.«
»Was für Fragen?«
»Nun, als man sie fand, lagen sie gefesselt auf einem Bett, das zur Hälfte einfach verschwunden war. Sie haben sicher mitbekommen, was geschehen ist. Wir hätten einfach gern Ihre Aussage, was sich dort abgespielt hat. Da Sie offenbar wieder fit sind, könnten Sie mich gleich auf die Wache begleiten.«
»Nein, ich werde einfach gehen«, sagte Fancan bestimmt. »Ich werde Ihre Fragen nicht beantworten und ich werde Sie erst recht nicht begleiten.«
Sie wandte sich zum Gehen, doch der Beamte hielt sie am Arm fest.
»Junge Dame, so läuft das nicht! Sie können gehen, sobald ich Ihre Aussage habe.«
»Lassen Sie mich sofort los«, zischte Fancan. »Sonst muss ich Ihnen wehtun.«
Der Beamte sah sein Gegenüber belustigt an.
»Sie wollen mir wehtun?«
»Ich will nicht, aber ich muss es wohl, damit Sie es verstehen«, sagte sie und wand sich in einer komplizierten Drehung aus seinem Griff, wobei sie ihn gleichzeitig mit ihren Händen attackierte. Stöhnend sackte der große Polizist in sich zusammen. Fancan ließ von ihm ab und lief leichtfüßig zur Treppe.
Sie musste einfach von hier weg, sonst hinterließ sie zu viele Spuren in dieser Zeitebene. Diese verdammte Khendrah und ihre Zielperson! Am meisten jedoch ärgerte sie sich über sich selbst. Sie hatte sich wie eine Anfängerin überlisten lassen. Allerdings hatte sie nicht damit gerechnet, dass sich Khendrah so weit herablassen würde, sich mit einem Ziel einzulassen. Sie schüttelte sich innerlich. Es schien ihr unvorstellbar, persönliche Beziehungen zu einem Menschen der Zeitebenen aufzunehmen. Diese Wesen waren doch immer nur so real, wie es ihre Aufträge zuließen. Khendrah würde auch noch dahinter kommen.
»Was denke ich da?«, fragte sie sich, während sie die Treppen hinunter lief. »Es spielt keine Rolle mehr, ob Khendrah dahinter kommt, oder nicht. Ich werde sie töten müssen, wenn ich sie gefunden habe und diesmal wird es keine List geben, die sie retten wird.«
Unten angekommen stürmte sie durch die Halle des Krankenhauses auf den Ausgang zu. Sie entdeckte zwei weitere Polizeibeamte. Einer hielt einen Kommunikator an sein Ohr und deutete auf sie, während der Andere an einer Tasche an seinem Gürtel fingerte. Sie verstellten ihr den Weg, doch Fancan war nicht in der Stimmung, sich von diesen beiden Männern aufhalten zu lassen. Mit einem schnellen Sprint rannte sie auf die beiden zu und sprang kurz vor ihnen mit angewinkelten Beinen hoch und stieß beiden Beamten gleichzeitig ihre Füße vor die Brust, sodass diese in entgegengesetzte Richtungen gestoßen wurden und gegen die Türfüllung des Eingangs prallten. Fancan landete weich auf ihren Füßen und nutzte die kurze Benommenheit der Männer, ihnen ihre Ellenbogen auf den Solar Plexus zu schlagen, worauf ihnen die Luft endgültig wegblieb. Das Funkgerät war auf dem Boden gelandet, ebenso wie die Waffe, welche der andere Beamte ziehen wollte. Fancan ergriff die Waffe und floh. Die Aktion hatte nur wenige Sekunden gedauert und als die Beamten wieder klar denken konnten, war Fancan bereits in der Menge der Passanten verschwunden.
Sie lief mehr als einen Kilometer weit, bevor sie sich eine kurze Orientierungspause gönnte. Sie konnte nicht weit vom Einstiegspunkt entfernt sein. Sie sollte nun so schnell wie möglich aus dieser Zeit verschwinden. Sie hatte keine Ausrüstung mehr, die ihr helfen konnte, Khendrah hier zu finden. Außerdem hatte sie so ein Gefühl, dass sich ihre Gegnerin bereits nicht mehr hier aufhielt. Sie musste zur Basis zurück und sich neu ausrüsten. Es konnte nicht schaden, die Basis schon einmal zu informieren, also tippte sie sich ans Jochbein und hätte beinahe aufgeschrien, so weh tat es. Der Kommunikator blieb stumm.
Fancan ging zu einer Schaufensterscheibe und betrachtete ihr Spiegelbild. Ein kleiner, blutunterlaufener Punkt war auf dem Jochbein zu erkennen.
»Khendrah, du altes Biest«, sagte sie anerkennend. »Du bist besser, als ich dachte. Du hast sogar daran gedacht, mir die Kommunikationsmöglichkeit zu nehmen. Es ist so schade, dass du auf der anderen Seite stehst.«
Sie wandte sich ab und machte sich auf den Weg zum Aufzug. Glücklicherweise hatte man ihr die Uhr gelassen. Ohne diese Uhr wäre es ihr schwer gefallen, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, an dem der Eingang in der Fassade tatsächlich in den Zeitaufzug führte. Sie musste lange warten, bis wieder einer dieser Momente eintrat, an denen sie die normale Zeit verlassen konnte, doch schließlich war es so weit. Fast wäre es noch zu einem Zwischenfall gekommen, als genau in dem Augenblick, als sie den Aufzug betreten wollte, ein Mann in den Flur des Hauses wollte, der normalerweise über diesen Eingang erreicht wurde. Fancan knallte ihm die Tür vor der Nase zu, nachdem sie die Kabine betreten hatte. Sie sah noch, wie der Mann sich fürchterlich aufregte, doch dann verließ die Kabine die Zeitebene und Fancan befand sich wieder in der Sicherheit des Systems der obersten Korrekturbehörde.
Fancan fühlte sich erschöpft. Die hatte nicht damit gerechnet, dass es so problematisch werden könnte, die Beiden auszuschalten. Sie musste sich eingestehen, sie unterschätzt zu haben. Nun würde sie sich vor dem Analysten rechtfertigen müssen. Sie fühlte sich unwohl bei dem Gedanken an Geek-Thoben. Er konnte sehr unangenehm werden, wenn er der Meinung war, seine Mitarbeiter hätten einen schweren und vermeidbaren Fehler gemacht. Im 3500. verließ sie die Kabine. Die Station war ruhig, das Licht leicht gedimmt. Vermutlich war hier zurzeit die Schlafphase. Sie ging zu ihrer Wohneinheit und öffnete die Tür. Dabei kam sie an Khendrahs Wohnung vorbei. Einen Moment stockte sie, dann betrat sie ihre eigene Wohnung. Wie oft schon hatte sie, wenn sie von einem Einsatz zurückkam, bei Khendrah geklopft und sie hatten noch lange über den Auftrag gesprochen, etwas getrunken oder sich einen Film angesehen? Das würde es ab jetzt nicht mehr geben. Sie würde ihre Freundin ausschalten müssen.
Fancan zog sich ihre Kombination aus und stellte sich unter die Dusche ihrer Nasszelle. Das heiße Wasser ließ die stumpfe Verletzung, die ihr dieser verdammte Thomas Rhoda zugefügt hatte, brennen. Sie verzog das Gesicht. Sie war eine gut ausgebildete Agentin. Wie konnte es geschehen, dass man sie so hereingelegt hatte? Sie konnte es sich nicht verzeihen. Später klebte sie sich ein kühlendes Heilpflaster auf ihre Wunde. Es würde die Wunde in wenigen Stunden ausheilen lassen. Anschließend legte sie sich auf das Bett und versuchte zu entspannen, aber die Ruhe, die sie brauchte, schien sich nicht einstellen zu wollen. Als die Schlafphase zu Ende ging, erhob sie sich und legte sich ihre neue Ausrüstung zurecht. Diesmal würde man sie nicht mehr so einfach hintergehen können. Diesmal wusste sie, dass Khendrah und Thomas Rhoda offenbar zusammenarbeiteten. Sie konnte es noch immer nicht verstehen. Sie überlegte, ob sie Ralph Geek-Thoben Bericht erstatten sollte – entschied sich aber dagegen. Sie konnte sich gut vorstellen, welche Vorwürfe er ihr machen würde. Das konnte sie nicht auch noch gebrauchen, denn sie machte sich selbst schon genug Vorwürfe.
Die Alternative war, sofort wieder in den Einsatz zu gehen. Doch wo sollte sie beginnen? Sie war sicher, dass Khendrah nicht mehr in der bisherigen Zeitebene zu finden sein würde. Sie selbst jedenfalls hätte versucht, eine andere Ebene zu erreichen. Was würde Khendrah dann mit Thomas Rhoda angestellt haben. Er gehörte in seine Zeit. Sie würde ihn nicht mitnehmen können.
Erst später wurde ihr klar, dass Khendrah schon gegen so viele Regeln verstoßen hatte, dass sie nicht sicher sein konnte, dass sie nicht auch ihre Zielperson in eine andere Zeitebene geschafft hatte. Es würde nicht leicht werden, sie dort zu finden – zumindest nicht, wenn sie auf Dauer dort untertauchen würde. Was sie brauchte, war ein Generalscan über sämtliche Zeitebenen.
Fancan rief Zeno Dorga über die interne Kommunikation an.
Völlig verschlafen meldete er sich: »Fancan? Meine Güte, was wollen Sie so früh von mir?«
»Ich muss unbedingt wissen, wo Khendrah steckt«, sagte sie. »Ihre Kommunikation scheint gestört. Sie steckt in irgendeiner Zeitebene.«
»Verdammt, du willst einen Generalscan?«, schimpfte er. »Das bedeutet wieder Berichte an die oberste Behörde. Ich hasse es. Muss es wirklich sein?«
»Zeno, bitte!«, sagte sie eindringlich. »Ich muss so schnell wie möglich ihren Aufenthaltsort wissen.«
»Ist ja schon gut«, sagte Zeno. »Gib mir dreißig Minuten, dann bin ich in der Datenbank und beantrage den Scan. Rechne aber nicht vor zwölf Stunden mit einem Ergebnis.«
»Ich danke dir, Zeno«, sagte Fancan. »Hauptsache, wir finden sie.«
Irgendwie kam sie sich schäbig vor. Sie war überzeugt, dass sie Khendrah bald aufgespürt haben würde. Ihre frühere Freundin hatte im Grunde keine Chance gegen die Maschinerie der Behörde. Zwölf Stunden hatte Zeno gesagt. Fancan hatte keine Lust, hier so lange zu warten, um dann noch ihrem Analysten über den Weg zu laufen. Sie griff ihre Ausrüstung und machte sich auf den Weg zum Aufzug, immer darauf bedacht, niemandem zu begegnen. In der Kabine drückte sie Tasten für die Basis im Jahre 6000. Dort kannte sie den Techniker sehr gut, seit sie einmal einen Einsatz hatte, bei dem sie fast einem Agenten aus Basis 6000 in die Quere gekommen war. Mit dem Techniker Giwoon verband sie noch immer eine Freundschaft über die Jahrtausende hinweg und er hatte ihr schon häufiger geholfen, wenn sie Recherchen machen wollte, die niemand mitbekommen sollte. Diesmal wollte sie selbst sich ein Bild von der Gesamtsituation machen. Irgendwie ließ es ihr keine Ruhe, dass Khendrah offenbar die Seiten gewechselt hatte. Sie wollte es zumindest verstehen.
Sie öffnete die Tür zur Basis und musste gleich geblendet ihre Augen schließen. In der Basis 6000 liebte man es, viel Licht einzusetzen. Möglicherweise war es auch einfach so, dass die Augen der Mitarbeiter hier oben in der fernen Zukunft nicht mehr so lichtempfindlich waren und aus diesem Grunde mehr Licht benötigten. Für Fancan jedenfalls war es eine Qual und sie griff schnell zu der getönten Brille, die sie eigens eingesteckt hatte. In dieser Station herrschte immer eine furchtbare Hektik. Dauernd rannte jemand an ihr vorbei, ohne sie zu beachten, doch auch sie hatte keine Lust, als Fremde bemerkt zu werden und beeilte sich, die Datenbankabteilung zu erreichen. Als sie dort eingetreten war und die Tür hinter sich geschlossen hatte, wurde es ruhiger. Im Gegensatz zu ihrer eigenen Basis verfügte hier jeder über einen eigenen Vollzugang zur Datenbank. Es bestand keine Notwendigkeit, zur Abteilung zu kommen, wenn man es von der eigenen Wohnung aus tun konnte.
Giwoon, der Techniker drehte sich herum, um zu sehen, wer gekommen war und erkannte Fancan. Sein Gesicht begann zu strahlen.
»Fancan, mein Schatz, dich habe ich aber lange nicht mehr gesehen«, sagte er und erhob sich. Giwoon war so gar nicht der Typ des Datenbanktechnikers. Er war fast zwei Meter groß und sportlich durchtrainiert. Spielerisch griff er Fancan und hob sie hoch. Sie lachte und ließ es geschehen. Sie genoss seine starken Hände und legte ihm ihre Arme um den Hals.
»Du bist noch genau so verrückt, wie damals, als ich zum ersten Mal hier war«, sagte sie und küsste ihn leidenschaftlich auf den Mund. Niemand ahnte, dass sie immer mal wieder hierher kam, um sich mit Giwoon zu treffen. Persönliche Kontakte waren den Agenten strengstens verboten. Daher durfte niemand wissen, dass Giwoon und Fancan sich liebten. Deswegen würde man zwar nicht liquidiert, aber eine Strafe würde ihr schon drohen, wenn es entdeckt würde.
»Wie lange kannst du bleiben?«, wollte Giwoon wissen. »Meine Schicht hat eben erst begonnen.«
»Ich bin leider in halb-dienstlicher Angelegenheit hier«, erklärte Fancan. »Ich habe einen sehr unangenehmen Auftrag und muss einfach verschiedene Dinge wissen.«
»Rede schon, worum geht es«, forderte Giwoon.
»Es geht um Khendrah«, sagte sie. »Du erinnerst dich sicher noch an meine Kollegin und Freundin in meiner Basis. Sie hat ihren eigenen Auftrag wieder korrigiert und ist nun mit ihrer Zielperson flüchtig. Ich soll sie aufspüren und liquidieren.«
Giwoon schüttelte seinen Kopf. »Ihr tötet also noch immer Menschen, um eure Korrekturen durchzuführen. Es wird Zeit, dass die oberste Behörde endlich einheitliche Richtlinien einführt. Aber du sollst sogar deine Freundin töten?«
»Sie ist eine Verräterin«, stellte Fancan fest. »Da gibt es keinen Handlungsspielraum.«
»Das ist Unsinn, Fancan«, sagte Giwoon. »Ihr müsst dort unten in der Zeit noch viel lernen. Man kann auch Korrekturen vornehmen, in dem man nach Situationen sucht, die zu vermeiden sind. Sicher, es bedeutet eine noch konsequentere Recherche und Analyse, aber es erfordert keinen so großen Eingriff in die Struktur der Korrekturebene. Und seien wir ehrlich: Es wundert mich, dass es so lange gedauert hat, bis einer eurer Agenten sich gegen dieses Morden stellt.«
»Es ist kein Morden!«, verteidigte sich Fancan. »Es sind notwendige Eingriffe zum Schutz der Menschheitsentwicklung.«
»Möglich!«, sagte Giwoon rätselhaft.
»Was meinst du mit ‘möglich’? Willst du etwa unser ganzes System infrage stellen?«
»Wäre das so schlimm? Wir sind alle nur Menschen.«
Fancan sagte nichts mehr. Giwoon machte eine beschwichtigende Handbewegung. »Fancan, ich will nicht mit dir streiten. Ich bin viel zu froh, dass du mal wieder bei mir bist. Hier kommt sowieso niemand her. Also: Was möchtest du trinken? Wir sollten unser Wiedersehen auch gebührend feiern.«
Fancan sah ihn einen Moment ernst an, doch dann stahl sich ein Lächeln auf ihre Lippen und sie warf sich ihm in die Arme.
»Verdammt, ich liebe dich«, sagte sie und ihre Hände suchten sich dabei einen Weg unter seine Kombination.

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Wie es weitergeht, erfahrt Ihr in der nächsten Fortsetzung am 6.April 2019.