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Weihnachten, das Fest der Freude

Bald ist es wieder soweit. Der christliche Teil unserer Bevölkerung feiert sein zweithöchstes religiöses Fest, die Geburt des Erlösers Jesu Christi.
Bereits in der davor liegenden Zeit der Ankunft, dem Advent, steigern wir uns in froher Erwartung auf dieses jährlich begangene Ereignis.
Als Symbol der Freude tauschen wir mit unseren Lieben kleine Geschenke aus, um auch ihnen eine Freude zu machen und das Fest in friedlicher Eintracht zu begehen.
Bereits im Advent wird in unseren Städten durch das Aufstellen kleiner Hütten eine heimelige Atmosphäre geschaffen, indem dort handgefertigte Weihnachtsartikel erstanden werden können. Weihnachtsmärkte fördern die advendliche Stimmung und bereiten uns so Schritt für Schritt auf das große Ereignis vor.

Nun, soweit die Theorie. Die folgende, fiktive Aneinanderreihung von Gesprächsfetzen zeigt ein anderes Bild, wie es leider durchaus real erscheint, bummelt man tatsächlich mal über einen normalen Innenstadt-Weihnachtsmarkt, wie sie in den Einkaufszonen entlang der Geschäftszeilen aufgebaut werden.


Beliebige Fußgängerzone einer deutschen Großstadt im Ruhrgebiet.
Dunkelheit.
Holzhütten säumen den Weg.
Dahinter: beleuchtete Schaufenster.
LED-Weihnachtsmotive überspannen die Straße.
Leise Musik ertönt allgegenwärtig aus verborgenen Lautsprechern.
Es ist kühl.
Leichtes Nieseln lässt die Dächer der Hütten und die Straße im Licht der Hütten und Schaufenster glänzen.
Menschenmassen schieben sich zwischen den Hütten hindurch. Immer wieder kommt es zu Staus. Passanten eilen quer über die Straße, andere versuchen, die zähe Masse der Schauenden zu überholen. Gesprächsfetzen dringen von überall ans Ohr. Zusammenhanglos und doch …

»Wir müssen noch nach Primark.«
»Bitte nich’, ich hab keine Lust mehr.«

»Ich brauch jetzt’n Glühwein.«
»Ja, aber mit Schuss.«

»Für dich auch ne Wurst?«

»Schau mal, ein Holzschnitzer!«
»Komm weiter! Wer stellt sich denn sowas in die Bude?«

»Die Wurst sieht aber lecker aus.«
»Was kostet die Schokobanane?«

»Mama, ich kann nich’ mehr.«
»Schluss jetzt, sonst gibt’s gleich keine Pommes!«

»… hab ich von H&M. War ’n Angebot.«
»Was? Jetzt schon runtergezeichnet?«

»Willze jetz überall stehnbleibn? Wirsse ja nie fertich …«

»Eine Spende für krebskranke Kinder?«
»Diese Bettelei geht mir auf den Sack!«
»Das war ein Bettler, Papa?«
»Komm weiter …«

»Watt soll der Aal kosten? Soll wohl’n Scherz sein?«

»Wer war der Eierpunsch?«
»Ich krieg ‘n Glühwein mit Schuss!«
»Eierpunsch?«
»Ach, gib schon her!«

»Mama, ich will aufs Karussell!«
»Heute nicht, du warst erst gestern.«
»Ich will aber!«

»Habt ihr schon alle Geschenke?«
»Wir schenken uns sowieso nur Geld. Gibt sons’ immer nur Stress.«

»Hört ma, hier fragt einer, worum datt bei Weihnachten geht!«
»Datt ist doch mit den Nikkelaus. Wo krisse sons die Geschenke her?«
»Du bis’n Blödmann. Echt. Du checks’ auch garnix. Weihnachten is’ doch Jesus gestorben.«
»Echt? Wusst’ ich garnich.«

»Wer ist der Nächste?«
»Noch jemand ein Nutella-Crêpe?«

»Mensch, tun mir die Füße weh!«
»Wird auch Zeit, nach Hause. Gleich kommt Voice-of-Germany.«
»Reicht jetzt auch mit Weihnachtsmarkt.«

»Bis die Tage: Seid ihr Donnerstag auch wieder am Glühweinstand?«
»Jau, bis dann …«

1 Kommentar

  1. Andre

    So etwas kann dir auf bayerischen Weihnachtsmärkten auch begegnen. Wunderbar authentisch geschildert. Die Fress- und Sauforgien nehmen zu und eigentlich weiß doch niemand wirklich um was es geht. Danke Moriazwo. Andre

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