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Schlagwort: Gedicht

Wie finde ich den perfekten Reim?

Zu einem guten Gedicht gehören definitiv gute Reime. Wenn da nur “Haus – Maus – Reime” zu finden sind, ist das Gedicht sofort langweilig. Die Reime sollten anspruchsvoll, interessant und kreativ sein. Doch wie finde ich so einen Reim?

Um das herauszufinden, schauen wir uns dazu mal die Definition, die Funktion und verschiedene Reimarten an.

Definition

  • Verbindung von Wörtern mit ähnlichem Klang
  • Gleichklang eines betonten Vokals und der ihm folgenden Laute

Funktion

  • Gedicht zusätzlich zu Metrum Struktur geben
  • Bildet due Ästhehtik der Lyrik
  • Vor allem dann überzeugend, wenn Reimwörter in ihrer Bedeutung und Konnotation weit auseinander liegen
  • Karl Kraus: Reim umso besser, je mehr „Widerstand“ er zu überwinden hat àB. einsilbiges Wort reimt sich auf mehrsilbiges/ beide Reimwörter aus unterschiedlichen sprachlichen Bereichen
  • Gereimtes bleibt besser im Gedächtnis –> im Mittelalter wurden Botschaften oft gereimt übermittelt

Reimformen (ausgewählte)

  • Männliche Reimform
    • Stumpf, einsilbig
    • Zeile endet auf einer betonten Silbe
    • Auch Maskulinus genannt
  • Weibliche Reimform
    • Klingend, zweisilbig
    • Beide Zeile enden auf reimende Silben, erste betont, zweite unbetont
    • Auch Femininus genannt
  •  Gleitend/reich
    • Dreisilbig
    • Beide Zeilen reimen auf drei Silben, jeweils erste betont

Stellung im Vers

  • Endreim/Ausgangsreim
    • Reimwort steht am Ende des Verses
    • Häufigste Reimform
  • Binnenreim
    • Reimworte stehen ganz/teilweise im Innern des Verses
    • Innenreim/Inreim: Reimweorte am Versende oder im Versinnern desselben Verses
    • Mittelreim: Reimworte stehen im Innern von Versen, die aufeinander folgen
    • Mittenreim: ein Wort, das am Versende steht, reimt sich mit einem Wort, das im Innern des folgenden oder voranstehenden Verses liegt
    • Schlagreim: Es folgen Worte die sich reimen sofort aufeinander (z.B: Echoreim, Übergehender Reim)
  • Anfangsreim:
    • Die ersten Worte des zweiten Verses reimen sich

Reiner / Unreiner Reim

  • Reiner Reim: sich reimende Teile der Worte sind genau gleich (Beispiel: Hose – Rose, stehen – gehen)
  • Unreiner Reim: sich reimende Teile stimmen nur annähernd überein (Beispiel: Gewalt – Gestalt, kühn – hin)

Zusammenfassung

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, in einem Gedicht zu reimen.
Dabei spielt eine Rolle, wo die sich reimenden Wort befinden. Außerdem gibt es eine Unterscheidung zwischen reinen und unreinen Reimen, die zum Beispiel Auswirkung auf die Stimmung des Gedichts haben kann.
Den Klang verändert, ob ein Reim männlich” oder “weiblich ist, je nachdem, welche Silben betont sind. Einen guten Reim macht aus, dass er anspruchsvoll ist, nicht nur die “0815-Reime” wie Haus – Maus, Hut – Gut. Das kann auch mal passen, aber interessante Reime bekommt man, wenn die sich reimenden Worte eine unterschiedliche Anzahl an Silben haben, oder sie aus unterschiedlichen Bereichen der Sprache sind.

Ich hoffe, dieser Beitrag konnte euch den Reim etwas näher bringen. Probiert doch einfach mal verschiedene Reimarten aus, manche sind vielleicht schwieriger, andere leichter.

Viel Spaß dabei,
Wolverine ^-^

P.S.: Hier ein Link zum Gedicht “Der Reim” von Karl Kraus (lohnt sich :D)
https://de.wikisource.org/wiki/Der_Reim_(Kraus)


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“Es ist keine schöne Rose” – Gedicht

„Es ist keine schöne Rose.“ stellen die Leute fest.

Sie sei verformt, sagen sie.

„Natürlich ist das okay!

Aber nicht schön.“

 

Sie steht auf einer Wiese, mit unzähligen anderen,

fühlt sich trotzdem allein.

„Ich passe hier nicht rein.“ denkt sie und schämt sich zwar nicht.

Aber es fällt ihr schwer sich zu fühlen, wie die anderen:

Daheim.

 

Leute kommen, Leute gehen, manche bleiben vor ihr stehen.

Sie wird beachtet, weil sie anders ist.

Das macht sie stolz, an manchen Tagen.

Aber es wird ihr schnell zu viel, sie will sich tarnen,

will nicht mehr beäugt, begutachtet, begafft werden.

 

Ihr grüner Stil steht stolz im Gras, sie trägt große Dornen.

Manchmal lässt sie ihre Blütenblätter hängen.

Dann weiß man, es geht ihr nicht gut.

Nicht immer, nicht selten, nicht nur ein wenig.

  

Ihre Dornen geben ihr Sicherheit:

„Ich kann mich wehren.“

In einer Welt, die so viel größer ist als sie.

Dröhnend laut, erstickend leise, rasend schnell, qualvoll langsam.

Zu angepasst, zu anpassungsfordernd.

Niemand kann ihr nahekommen!

 

Sie will weg von dem ihr aufgezwungenen Platz auf der Wiese.

Dem von außen so schönen,

von innen her so überfordernden Platz.

 

Sie könnte Frieden haben.

Das weiß sie.

Und

sie würde ihre Wurzeln verlieren,

die sie starr hier gefangen halten.

Aber

sie würde ihre Wurzeln verlieren.

die sie kraftvoll festhalten.

Die ihr Nahrung geben und Halt.

 

Es wäre ein kurzer Frieden…

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Was ist ein Gedicht?


Ich bin mir sicher, dass jede/r irgendwie schon irgedwas mit Gedichten zu tun hatte. Allein in der Schule zieht sich dieses Thema ja ab der Grundschule bis zur perfekten Gedichtsinterpretation. Trotzdem möchte ich hier kurz vorstellen, worum es sich bei einem Gedicht handelt.

Laut Duden ist ein Gedicht eine „[lyrische] Dichtung in einer bestimmten [metrischen] Form mit besonderem Rhythmus [und Reim]“ (vgl. https://www.duden.de/rechtschreibung/Gedicht, entnommen 14:45 am 07.07.18)

Mittlerweile ist es aber für einen Text nicht unbedingt notwendig, einer bestimmten Form oder einem Reimschema anzugehören, um als Gedicht bezeichnet werden zu können.

Es gibt unendlich viele verschiedene Gedichte. Das liegt nicht nur daran, dass es so viele Themen gibt, über die man schreiben kann. Sondern auch an den vielen verschiedenen Möglichkeiten, ein Gedicht aufzuziehen.

Auf ein paar Dinge möchte ich im Folgenden eingehen.

Mermale eines Gedichtes:

  • Aufbau: Der Text ist kein Fließtext wie etwa eine Kurzgeschichte zum Beispiel. Stattdessen besteht ein Gedicht aus einzelnen Versen, die manchmal auch in Strophen durch Absätze unterteilt sind. (So sagt man zum Beispiel nicht: „In Zeile x steht y“, sondern „In Vers x steht y“.)
  • Metrum/Rhythmus: Es gibt eine Unterscheidung zwischen Metrum und Rhythmus. Oft liest sich ein Gedicht rhythmisch. Das heißt es ist eher schnell, langsam, beschwingt, schleppend etc. Der Rhythmus wird durch das Metrum bestimmt. Das bedeutet, dass sich betonte und unbetonte Silben in einer bestimmten Reihenfolge abwechseln.
    Beispiele für Metren: Jambus (erste Silbe betont, zweite Silbe unbetont), Trochäus (erste Silbe unbetont, zweite Silbe betont), Daktylus (erste Silbe betont, zweite Silbe unbetont, dritte Silbe unbetont) etc.
  • Stilmittel: Es gibt sehr viele Stilmittel, ein paar möchte ich hier erwähnen. Sie tragen dazu bei, Stimmungen oder eine Atmosphäre zu bestärken, Aufmerksamkeit auf einen Teil des Gedichts zu werfen oder Sonstiges zu verdeutlichen.
    Assonanz: Häufige Nutzung eines Vokals –> Gleichklang
    Klimax: Reihung von Wörtern, die sich steigern; Beispiel: sagte, schrie, brüllte.
    Onomatopoesie: Lautmalerei mit Worten –> Worte klingen wie Bedeutung; Beispiel: zischen, Kuckuck, rascheln, etc.
    Metapher: bildliche Umschreibung
  • Das Lyrische Ich: In einigen Gedichten schreibt der Autor in der Ich-Perspektive. Wichtig ist hierbei, dass das Lyrische Ich nicht mit dem Autor gleichzusetzen ist, der Autor meint mit dem Lyrischen Ich nicht zwingend seine eigene Person. Das Lyrische Ich führt den Leser durch das Gedicht und in „seine“ Perspektive darauf, worum es in dem Gedicht geht. Dadurch bekommt es einen sehr persönlichen Charakter, der/die LeserIn kann gut mitfühlen. Das Lyrische Ich kann aber auch stellvertretend für die LeserInnen, eine Gesellschaftsgruppe o.ä. stehen.

Wenn ich ein Gedicht schreibe, dann mache ich mir über solche Dinge bewusst gar keine Gedanken. Trotzdem finde ich es sehr wichtig und hilfreich, von Silmitteln, dem lyrischen Ich, dem Aufbau, Metrum, Rhythmus etc. gehört zu haben. Unbewusst fließt dann doch auch mal das eine oder andere Stilmittel in das Geschriebene mit ein. Ich beginne mir über den Rhythmus Gedanken zu machen, oder experementiere sonst irgendwie – auf der Basis von eben diesem Theoriewissen.

Falls Ihr gerne Gedichte schreibt oder es mal ausprobieren wollt, wünsche ich Euch ganz viel Spaß dabe!

Liebe Grüße,
Wolverine

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Die noch übrig blieben – ein Gedicht

Wir waren manche von vielen,

die das Leben liebten,

wir waren einer von manchen,

die noch übrig blieben,

wir haben oft schon getrauert,

und immer wieder wird uns klar,

wir ham die Zeit überdauert,

so schön wie sie war.

Wir werden immer bleiben,

so haben wir gehofft,

haben dafür gekämpft,

verloren haben wir oft.

Aber was sind schon Kriege,

wenn ich doch weiß,

es gibt Menschen die da sind,

immer und um jeden Preis.

Es gab Zeiten, in denen wir glaubten,

wir könnten fliegen und uns alles erlaubten,

Es gab manche, die haben erkannt,

und andere sind in Fehlern verbrannt

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Geschichten aus dem wahren Leben und ganz persönlicher Erfahrung



Das war filmreif!

Ich denke diese Momente kennt jede und jeder. In denen man am liebsten alles was passiert wie einen Film im Gehirn abspeichern möchte. Um kein Detail zu vergessen und sich das immer wieder ansehen zu können.

Bei mir war das zum Beispiel so, als ich mit zwei Freundinnen nachts vor langer Zeit eine super illegale (nicht!) Sprühkreide-Aktion vor dem Haus des „Dorf-Nazis“ gestartet habe. Wir waren noch nicht ganz fertig mit unserem Kunstwerk, als der Dorfsheriff um die Ecke fuhr. Also haben wir uns so schnell wie möglich aus dem Staub gemacht. Aber da er uns auf dem Weg nach Hause noch drei weitere Male begegnet ist, haben wir uns natürlich gleich Gedanken darüber gemacht, ob die Regierung wohl unsere Handys getrackt hat, als wir unseren Sprühkreide-Plan ausgeheckt haben. Arg dramatisch (und ernst gemeint) war das Ganze nicht, und wahrscheinlich war er auch nur zufällig dauernd in unserer Nähe. Wir haben uns damals aber dermaßen reingesteigert, dass es im Nachhinein einfach spannend und sehr lustig war.

Es gibt so viele solcher Situationen im Leben! Und die sind bereichernd. Natürlich, weil sie unser Leben ein Stück weit interessant und auf jeden Fall einmalig machen (und wir etwas zu erzählen haben). Aber auch weil das eine sehr einfache -weil wir nichts anderes tun müssen als Leben :D- und wichtige Inspirationsquelle ist.

Besondere, aber auch alltägliche Situationen als Inspiration

Ich habe etwas erlebt und davon inspiriert schreibe ich einen kreativen Text daraus. Zum Beispiel eine Szene, in der das von mir Erlebte die Handlung ist, oder ich spinne eine Kurzgeschichte daraus. Oder ich schreibe ein Gedicht, welches die Atmosphäre wiederspiegelt. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, im Grunde sind einem da keine Grenzen gesetzt. Manchmal wird das so etwas wie ein kreativer Tagebucheintrag, manchmal sind es allein kleine Details, die man für das Schreiben gebrauchen kann.

Da gibt es die ganz besonderen Momente, die meist mit vielen Emotionen verbunden sind. Die von Anfang bis Ende interessant, spannend, tragisch, dramatisch, lustig, fröhlich, komisch usw. sind. Oder ganz kurze Augenblicke, fast unscheinbar, die uns auffallen und faszinieren. Oder eher banale alltägliche Situationen, die trotzdem interessant sind – schließlich haben unsere Charaktere ja auch einen Alltag zu bewältigen, oder wir wollen uns im Bereich der Poesie kreativ am Thema Alltag austoben.

Begegnungen mit Menschen als Inspiration

Wann immer ich auf Menschen treffe fasziniert mich, wie unterschiedlich sie sind. In ihrer Persönlichkeit, ihrem Denken, ihrer Art zu Leben.

Jeder Mensch hat seine eigene ganz individuelle Geschichte, die ihn zu dem Menschen macht, der er/sie ist.

Begegnungen mit Menschen können unglaublich inspirierend sein. Denn jeder Mensch hat ja seine eigenen Geschichten und Erfahrungen, sein eigenes Weltbild, seine eigene Meinung. Einfach seinen ganz einzigartigen Horizont. Wenn wir uns mit Menschen unterhalten, dann dringen wir ein Stück weit in den Horizont ein, lernen etwas dazu. Und geben natürlich auch ein wenig von unserem Horizont preis.

Wenn ich eine Kurzgeschichte oder einen Roman schreibe, dann kommen da (mehr oder weniger) viele verschiedene Charaktere vor. Auch sie haben alle ihren eigenen Horizont. Um die Charaktere möglichst differenziert gestalten zu können, brauche ich also viele verschiedene Ideen. Und zwar nicht nur dafür, wie die Person zum Zeitpunkt meiner Geschichte denkt und fühlt, sondern auch wie seine/ihre Kindheit und Jugend aussah, welche Folgen, Probleme, Stärken etc. das für die Gegenwart mit sich bringt. Also wie und warum er sich zu dem Menschen entwickelt hat, den ich in meinem Text darstelle. Und um zu verstehen warum Menschen wie ticken, müssen wir uns nicht unbedingt großartig mit Psychologie auskennen. Meistens reicht es, wenn wir lernen, Menschen denen wir begegnen zu verstehen, über sie zu lernen und das als Inspiration für uns zu nutzen.

Eigene Erfahrungen machen Texte authentisch

Ich kann nur glaubwürdig  darüber schreiben, wie mein Protagonist sich fühlt während er seine große Liebe trifft, wenn ich selbst einmal verliebt war. Zumindest kann ich nur dann wirklich ins Detail gehen und mehr schreiben als „Er hatte Schmetterlinge im Bauch und sie verdrehte ihm sofort den Kopf.“ . Und es sind eben gerade die Details, die einen Text gut und tiefsinnig machen.

Das machen persönliche Erfahrungen und Erlebnisse auch so wichtig, wenn es ums Schreiben geht. Ich habe mich lange gefragt, woher Autor*innen ihre Ideen nehmen und seit ich die Erfahrung gemacht habe, dass es viel im eigenen Leben gibt, was gut in eine Geschichte passen würde, gehe ich viel aufmerksamer durch die Welt und kann auch ein Stück weit dankbarer sein.
Wie oft habe ich mir gewünscht mit meinen Lieblingscharakteren den Platz tauschen zu können und ein Leben zu leben, wie es im Buche steht.  Aber mittlerweile ist es andersherum: Meine Charaktere erleben Dinge, die sich erlebt habe. Sie treffen Menschen, die mich persönlich faszinieren. Und meine Gedichte tragen Stimmungen, die ich gefühlt und kennen gelernt habe.

Klar, wenn ich eine Entführungsszene schreibe, dann kann ich nicht unbedingt meine Erfahrungen mit einfließen lassen, wenn ich noch nie entführt wurde, worüber ich sehr froh bin. Aber zum kleinen Teil eben doch: Ich hatte in meinem Leben mit Sicherheit schonmal Angst, kann also dieses Gefühl beschreiben, ich weiß, wie es in einem Auto riechen könnte etc.

Beim Schreiben kann man also nicht auf eigene Erfahrungen verzichten!

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