Schreibkommune

Autorinnen und Autoren im Netz

Autor: Ingo S. Anders

Nur eine Minute

»Nur noch eine Minute, Schatz.«

»Eine Minute?« Sie schwieg. Ich wandte mich wieder dem Bildschirm zu und tippte weiter. Nur diese Szene noch, ein letzter Absatz.

»Von wegen eine Minute!« Sie stampfte mit dem Fuß auf. In mir verschmolz ihr Tritt mit dem Trampeln der Pferde, deren Reiter aufeinanderzuhielten und ging dann im Tosen der Menge unter, als einer der Männer den anderen mit der Lanze nur knapp verfehlte.

Ein flüchtiger Blick auf mein Mädchen zeigte mir ihren Schmollmund und die verschränkten Arme. Die erdachte holde Jungfer, um die beide Ritter kämpften, schrie entsetzt auf, da sie um ihren Favoriten bangte.

»Du hast mich gar nicht lieb!« Der Film auf meiner inneren Leinwand erlosch augenblicklich, ich wirbelte herum und sah sie ernst an.

»Andrea, natürlich hab ich dich lieb.« Ich breitete die Arme aus. Sie sah mich mit einem Stirnrunzeln an. Enttäuscht ließ ich die Arme sinken. »Warum glaubst du, ich hätte Dich nicht lieb?«

Sie funkelte mich an für ein »Mama hat immer Zeit für mich« und blickte dann zu Boden.

Immer. Soso. Ich wartete.

»Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich!«, trumpfte meine Kleine auf.

Der Satz war mir aus dem Mund meiner Exfrau geläufig. Was meiner Tochter allerdings entgangen war, war die Tatsache, dass ich soeben meine Arbeit Arbeit sein gelassen hatte und mir Zeit für mein Kind nahm. Um dies zu verdeutlichen, drückte ich zwei Tasten, um meine Arbeit zu sichern, klappte den Laptop zu und stand auf.

»Andrea«, ich reichte ihr die Hand, »Draußen scheint die Sonne.«

Sie sah mich misstrauisch an und blinzelte.

»Wir könnten einen kleinen Spaziergang durch den Park machen und vielleicht ein Eis essen.«

Bei »Eis« hellte sich ihre Miene auf.

»Als Arbeitsessen sozusagen«, witzelte ich.

Jetzt nahm sie meine Hand.

Warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das Abtippen der ohnehin fast fertig erdachten Geschichte war ja nur noch die Drecksarbeit, andererseits auch die einzige Tätigkeit, die mein Produkt und somit jeglichen Arbeitsfortschritt überhaupt fassbar machte. Spazieren gehen und Eis essen und währenddessen die Passanten beobachten, die ich später als Vorbilder für Figuren verwenden konnte, sah genauso wenig nach Arbeit aus wie die drei Stunden, die ich während der Zeit der großen Schreibblockade auf der Toilette verbracht hatte in der Hoffnung auf gute Einfälle. Judith hatte sich sicherlich nicht nur deshalb von mir getrennt, weil ich in meiner Besessenheit unser gemeinsames Kind bei der Nachbarin aufs Klo geschickt hatte.

»Woran denkst du?«

»Das willst du nicht wissen, Kleines.«

»Ich bin nicht klein!«, maulte sie.

»Siehst du, du willst nichtmal hören, was ich sage.« Ich sah sie herausfordernd an, aber da ihr Eis in der Sonne schmolz, war sie vollauf damit beschäftigt und legte zur Abwechslung mal nicht jedes meiner Worte auf die Goldwaage. Dabei war sie besser darin als mein Lektor, der auch noch Geld für seine gezähmte Korinthenkackerei bekam.

»Also gut«, versuchte ich es, »Ich denke nicht an ein rotes Fahrrad.«

»Geht ja gar nicht«, erwiderte sie gelangweilt.

Der Witz hatte aber auch schon einen Bart. In ihrem Alter war sie nicht mehr so leicht zu begeistern.

»Ich denke an die Geschichte, die ich vorhin aufschreiben wollte«, gab ich zu.

»Worum geht’s da?«, fragte sie.

Mir war nicht klar, ob sie nur höflich sein wollte, aber ich fasste kurz zusammen:

»Zwei Ritter sind in die selbe Frau verliebt. Sie aber nur in einen von beiden. Die Männer kämpfen gerade.«

»Und wer gewinnt?«

»Na der, in den sie verliebt ist.«

»Das ist klar, sonst gibt’s ja kein Happy End. Aber wer ist es?«

»Das weiß ich auch noch nicht. Und wenn ich Dir alles verrate, macht es ja keinen Spaß mehr, die Geschichte aufzuschreiben.«

»Heiraten die am Ende?«

»Klar.«

»So wie du und Mama?«

»Nein, anders. Damals gab es ja noch kein Standesamt und da feierte das ganze Dorf zusammen.«

Und Liebesgeschichten enden normalerweise, bevor das Brautpaar sich wieder scheiden lässt.

Als ob sie meine Gedanken gelesen hätte, fragte Andrea:

»Bist du noch traurig?«

Ich fühlte mich ertappt und zögerte. »Ja, manchmal. Und du?«

»Hmm«, nuschelte sie in die letzten Krümel der Waffel.

Plötzlich hatte ich überhaupt keine Lust mehr auf die bevorstehende Veröffentlichung, die anschließende bereits geplante Lesereise und die verdammte Abgabefrist und würde am liebsten fortan und für alle Zeit auf den schnöden Mammon verzichten. Spätestens beim nächsten Saunabesuch wäre ich jedoch wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen, da ich mir mit Geld eben nicht nur Eis kaufen konnte, sondern es mich eben auch in die Lage versetzte, das tun zu können, was ich gerne tat. Dass man sich einen Spaziergang mit der eigenen Tochter nicht kaufen konnte, stand auf einem anderen Blatt.

»Müssen wir uns nicht beeilen?«

Ich sah auf die Uhr. »Noch nicht«, erklärte ich. »Deine Mutter kommt Dich erst in zwei Stunden abholen.«

»Papa, wo ist mein grüner Pullover?«

»Meinst du den mit dem Herz drauf oder mit den Bärchis?«

»Papa! Den mit den Bärchis hab ich schon ewig nicht mehr!«

›Ewig‹ war gerade mal ein Dreivierteljahr, aber trotzdem ging der Punkt an Andrea. »Keine Ahnung, Schatz. Bist du sicher, dass Du den grünen dabei hattest?«

»Ja! Den hatte ich am Freitag in der Schule an und die Natalie fand den voll toll.«

Auch die Zeit, während der das Herz aus pinken Pailetten angesagt war, würde ihr Ende finden. Das gehörte zum Lauf der Welt, aber daran, dass meine Tochter nur alle zwei Wochen zu Besuch kam und ich bei meiner Familie nicht mehr zu Hause war, wollte ich mich nicht gewöhnen.

Es klingelte und vor der Tür stand die Frau, die mir eines Tages ihr Wort gegeben hatte, in guten wie in schlechten Zeiten zu mir zu stehen.

»Ich hab ihn!«, rief Andrea. Nun war es also soweit. Meine Tochter stand mit gepackter Tasche neben mir und ihre Mutter, meine ehemals Angetraute, mir gegenüber.

Ich wollte Judith von dem dämlichen Schreibwettbewerb erzählen, der maßgeblich zu unserer Trennung geführt hatte und den ich dann trotz aller Bemühungen natürlich doch nicht gewonnen hatte – aber ich entschied mich dagegen, um den Moment nicht mit den Scherben unserer Ehe zu verderben.

»Judith.« Ich legte ihr die Hand auf die Schulter.

Sie sah mich an.

»Du bist eine gute Mutter.«

Sie lächelte.

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Fan Fiction: Wikinger auf Deep Space Nine

»Wo bleibt mein Raktajino?« Der Hüne mit dem gehörnten Helm auf dem Kopf näherte sich bedrohlich dem Ferengi, welcher die Bar auf dem Promenadendeck der Raumstation Deep Space Nine betrieb.

»Quark!« Ein fester Griff in die großen Lauscher des Kleineren verlieh seiner Forderung Ausdruck und brachte den Barmann zum Schreien. »Das kannst du mit Lundolf, dem Ungeduldigen, nicht machen. Lass die anderen Gäste warten, aber nicht mich. Wenn ich klingonischen Kaffee will, dann sofort.«
»Ich gebe mein Bestes.«
»Sofort!«
Der Ferengi machte, dass er an den Replikator kam und orderte die verlangten Getränke. »Wer hat die Wikinger bloß in den Weltraum gelassen?«, grummelte er. Umgehend suchte er mit der Bestellung seinen Gast auf, der unweit der Theke saß. »So, bitte, ungeduldiger Lundolf, so schnell wie ich konnte. Genießen Sie ihren Raktajino.«
»Der kocht ja noch!«
»So ist er ja auch richtig. Die meisten trinken ihn heiß.«
»Ich will ihn kalt.«
»Das hatten Sie nicht gesagt.«
»Sie haben nicht gefragt. Und Quark …«
»Ja?«
»Sofort!«
»Sofort. Natürlich..«
Schnell entfernte sich der Barbesitzer und kam sich dabei vor wie ein Laufbursche. »Diese Wikinger!«, schimpfte er. Zum Glück durften sie nicht bewaffnet auf die Station, sonst würden sie passend zu ihrer Fellbekleidung hier mit Schilden und Äxten sitzen. Das wäre noch weitaus gefährlicher, aber es war auch schon schlimm genug.
Mit dem frisch replizierten kalten Raktajino macht er sich wieder auf den Weg zu dem Anführer der Wikinger, diesem Lundolf.
Dieser nippte an der Tasse und stellte sie wieder zurück aufs Tablett. »Ich habe es mir anders überlegt. Ich will ihn heiß.« Er lachte und seine Männer fielen ein.
»Bitte, wie Sie wünschen. Aber denken Sie nicht, dass ich Ihnen das nicht in Rechnung stelle.«
»In Rechnung stellen? Was soll das heißen?«, fragte Lundolf amüsiert.
»Na, ich will mein Geld haben, das ist doch wohl klar. Keine Dienstleistung ohne Profit.«
»Hat Ihnen noch niemand gesagt, dass die Wikinger den Tauschhandel pflegen? Wir verfügen nicht über Geld.«
»Was können Sie anbieten?«
»Bruderherz«, meldete sich Rom über die interne Kommunikation.
»Was ist denn?«
»Wir brauchen Dich hier. Es sind Gäste da, die Dich sprechen wollen.«
»Ich komme. Computer, Simulation anhalten und abspeichern.«
Jetzt könnte er einen Raktajino gebrauchen. Wenn das Zeug nicht so widerlich schmecken würde.

Diese Geschichte ist während unserer Schreibübung “Schreiben gegen die Zeit” während einer Stunde entstanden.
Vorgegeben war das Wort “Kaffee” und da ich mich zu der Zeit viel mit der Raumstation Deep Space Nine beschäftigt habe, habe ich einfach klingonischen Kaffee genommen und die Wikinger kamen von einer Ausschreibung, die Geschichten über Wikinger im Weltraum (aber keine Fan Fiction) suchte. Die läuft noch bis Anfang Dezember.

Bild: Pexels

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Kurzfaust

Nachdem ich mich mit Goethes Faust befasst hatte, war ich so infiziert von dieser Sprache, dass ich versuchte, es dem großen Meister gleichzutun und obendrein das ganze mal kurz und knapp zusammenzufassen. Das war vor zwölf Jahren. Dabei musste ich an die Melodie des König von Thule denken.

Gesteh ichs unumwunden
Ich bin ganz bloß und nackt
Immer noch gebunden
An des Teufels Pakt.

Ach wenn ich doch nicht bliebe
Hier in dem dunklen Ort!
Denn als ich sprach von Liebe
So wars mein Herzenswort

Doch sah ich lang im Leben
Auf Erden keinen Sinn
Und hab es hingegeben
Um zu erfahren ihn.

Dies hier soll sein ein Zeichen
Für Menschen alle Zeit
Für Euch und Euresgleichen
Die ihr noch suchend seid

Tut nicht dem Teufel geben
Für Antwort einer Frag!
Der Sinn, der ist zu leben
Und lieben jeden Tag.

Wie miss ich meine Buhle
In alle Ewigkeit.
Einst war ich Fürst in Thule
Gestorben vor der Zeit

Und nur vor lauter Denken
An mich, den eitlen Narrn,
Kann ich die Lieb nicht schenken
Muss ihrer Liebe harrn.

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Wozu Schreibspiele führen können: Eine Ein-Satz-Geschichte

Es war einmal eine hässliche, hirnlose Schmeißfliege. Sie lebte in einem weit entfernten Königreich im Schweinestall des Schlosses. Der Schweinehirt war unsterblich in sie verliebt. Immer, wenn ihm die Schmeißfliege um die Nase surrte, machte sein Herz einen Hüpfer vor Freude.

Und dann atmete er sie ein. Nun war sie noch näher bei seinem Herzen, das vor Wonne gegen seine Rippen trommelte.

Die Prinzessin beobachtete dies in rasender Eifersucht. Sie stürmte ihm rasend entgegen, stolperte aber über eine quiekende Sau. Obwohl sie es nicht wusste, rettete die Sau dem Hirten damit das Leben, denn so traf das Messer, das die Prinzessin ihm ins Herz rammen wollte, nur seinen Fuß. “Verdammter Scheißdreck!”, fluchte die Prinzessin.

Der Schweinehirte brach über ihr zusammen. Die Fliege summte immer noch durch seine Lunge und suchte nach dem Ausgang oder wenigstens einer Tasse Kaffee.

Die Prinzessin bekam unter der Last kaum Luft, freute sich jedoch über so viel Körperkontakt zu ihrem Angebeteten und drehte sich um, um die Lage zu ihren Gunsten auszunutzen.

Er erbrach die Fliege zwischen ihre zum Kuss gespitzten Lippen.

Sie verzog angeekelt das Gesicht und spuckte die Fliege in eine Ecke mit Schweinemist, hielt dabei aber ihren Liebsten mit kräftigem Griff an den Oberarmen fest.

Derweil gönnte die Sau sich seinen Fuß.

“Summ”, sagte die Fliege.

Die Augen der Prinzessin weiteten sich vor Erschrecken, als sie sah, was mit dem Fuß des Schweinehirten vor sich ging.

Der Fuß interessierte den Hirten aber kaum, schließlich hatte sich die Fliege gerade den Kopf gestoßen! Plötzlich musste er mitansehen, wie eine andere Fliege vorbeikam und beide Insekten sich heißblütig aufeinander stürzten.

Wie paralysiert starrte die Prinzessin auf den Fuß.

Wutentbrannt nahm der Hirte die auf dem Boden liegende Fliegenklatsche und erschlug die beiden brünstigen Schmeißfliegen.

“Ewald”, hauchte die Prinzessin entzückt.

Ewald drehte sich zu ihr um und sah, dass er ein Messer und ein Schwein in seinem Fuß stecken hatte. Ihr Atem roch nach frischem Kaffee. “Isolde.” Ewald musste sich jetzt zwischen Isolde und seinem Fuß entscheiden. Während er nachdachte, kam seine Sekretärin herein und fragte: “Möchtest du einen Kaffee?”

Das Messer nahm die Prinzessin wieder an sich.

Die Sekretärin wurde leichenblass und verließ wieder den Raum.

Fröhlich sprudelte das Blut aus Ewalds Fuß.

Im Büro des Schweinehirten wählte die Sekretärin den Notruf und sagte: “Isolde hier, bitte schicken Sie schnell einen Krankenwagen!”

ENDE.

Diese Geschichte haben wir erstellt, in dem wir zu dritt nacheinander jeweils einen Satz geschrieben haben. Wenn ihr Lust habt, sie fortzusetzen, könnt ihr das gleich hier in den Kommentaren tun! Aber bitte jeder nur einen Satz, danke. 🙂

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Das Tetriskalb – eine ulkige Geschichte

Ein alter Afghane mit einem großen Salzstangenbeutel – er trug einen Lollipophut – erzählte mir eines Tages die Geschichte vom Tetriskalb.
Es war eine Zarenfrau, die in ihrem Zierfischteich eine Seerose bewunderte, als sie plötzlich ein Tintenalb befiel und sie von Anatolinens Nagetiergang träumte. Es waren keine Giraffen, sondern Nager in Elefantenblau. Sie rockten zu AH – ah! -, weil sie wohl zu oft in den USA gewesen waren. Es war niemand da, der die FW (Feuerwehr) zu Hilfe rufen konnte. So träumte die Zarenfrau nicht nur von der Berlinfee, sondern auch von einem Eiteralb, bis sie plötzlich den Westfalenruf vernahm und erwachte. Jemand, sie konnte es vom Teich aus nicht genau erkennen, betätigte sich mit Abfallklau und ergatterte ein Hanuta. Dabei waren diese extra von Rolltoren gesichert worden. Die nächsten Unkenrufe wurden aber ernst genommen, denn es tauchte wieder die Nagergang auf – diesmal in einem Giraffenhaufen. Ein lautes Seefahrtsamttatütata erscholl und bevor die Giraffen zum Ballsport in der Nähe des Elefantensees übergehen konnten, entfuhr der Zarenfrau ein Ulrikenfurz.
Zum Glück erschien die Erbsenmichaela und brachte sowohl ihren eigenen Teebeutel als auch Leseratteneis für sie beide mit.

Die beiden probierten auch den neuen Ulmentee, der von der hiesigen Urflora inspiriert war und aufgrund dubioser EU-Richtlinien auch eine Spur Blaukraut und Seife enthielt. Für die Erbsenmichaela schmeckte dies eher wie ein Ekelkuss, während die Zarenfrau vom Nachtgesang eines Gentleman schwärmte, als sie den Tee probierte. Der Cafébetreiber setzte sich zu ihnen an den Tisch und erzählte vom hiesigen Ackerbau und den Riesenkarren, die während der Ernte ein kilometerlanges Gespann bildeten. Sie flüchteten über die Straße, ohne den Nettobetrag zu bezahlen, was ihnen ein Ampelkurzschlussermöglichte. Da Erbsenmichaela wegen überraschendem Unterschenkelschmerz ins örtliche Lazarett musste, dieses aber durch den jährlichen Wettbewerb im EisensiebWeitwurf der tirolerNarren schwer beschädigt worden war, machten sie sich auf die Suche nach einer anderen Bleibe. Schließlich hatte die Zarenfrau die Idee, eine Alpenstraße zu suchen, um sich eines Ausguckdaches zu bedienen. Sie kletterten eine Leiter aus Stahl hoch und erschlugen dabei leider unwissentlich eine kleine Laus. Sie entdeckten die örtliche Sauna des kleinen Alpennests und besuchten sie umgehend. Leider bekam die Erbsenmichaela hier noch immer keine Ruhe, da ein Hyazinthara in seinem Zypressenholzkanu in der Sauna saß und alte Piratenlieder kreischte, die auch noch Schleichwerbung für EA (Electronic Arts) enthielten.

Obwohl Erbsenmichaela wirklich tierlieb war, konnte sie diese Unruhe nicht ertragen. Auch die Zarenfrau fand die Neigung des Papageien, pausenlos zu krächzen, gemein. Deshalb beschlossen sie, diesem Saustall von Sauna den Rückenzu kehren und sich auf den Weg über die Alpenstraße zu machen. Doch das war gar nicht so einfach. Weder Erbsenmichaela noch Zarenfrau hatte noch Geld im Ablagefach.
Unter der Dusche, wo niemand ihnen lauschen konnte, ersannen sie eine List: Sie würden den FCKW-Alarm auslösen und dann, wenn alle panisch ihre Genitalien in Handtücher hüllten, wollten sie zum Notausgang hinausschlüpfen.
In der Umkleidekabine begann die Zarenfrau, laut und ordentlich falsch zu singen, und während alle abgelenkt waren, huschte Erbsenmichaela zu dem großen, gelben Knopf und drückte ihn. Dann versteckte sie sich hinter einer Agave im Flur und wartete. Schließlich erschien die Zarenfrau, und gemeinsam öffneten sie die Fluchttür und rannten, was das Zeug hielt. Hinter ihnen erklang Geschrei, und die beiden hatten Angst, dass ihre Flucht in einer Untierhatz enden würde. Doch zum Glück konnten sie sich auf einem Bauernhof am Wegesrand verstecken. Der Eigentümer bekam es gar nicht mit, so sehr war er mit dem Zebrastallbau beschäftigt. Gerade saß er auf einem Heuballen und machte Brotzeit – leckeres Schwarzbrot, dick mit Sanella bestrichen, und dazu eine Sardinenbüchse.
Die beiden beobachteten den Bauern, und Erbsenmichaela wünschte sich weit weg, am liebsten nach Uganda. Aber wenn das so weiterging, würden sie es nicht mal bis in die Bretagne schaffen! Sie zupfte die Zarenfrau am Ärmel, und gemeinsam schlichen sie in das Haupthaus. Dort fanden sie einen Atlas.
“Prima, jetzt können wir nachsehen, wo wir langmüssen”, freute sich Erbsenmichaela. “Sonst kommen wir ja doch nicht vom Fleck und hängen auf Lebenszeit hier fest wie die Nesthocker.”
Sie prägten sich den Wanderroutenverlauf genau ein und brachen auf. Sie wanderten über Roggenfelder, deren Rispen sich in der Sonne wiegten, kamen an einem seltsamen Betonklotz vorbei, der einen noch seltsameren Aufbau auf dem Dach trug, und passierten einen weiteren Bauernhof, auf dem man sich offenbar dem Enziananbau verschrieben hatte.
“Na, sind wir nicht ein super Team?”, fragte die Zarenfrau voller Eigenlob.
“Und was für eins!”, bekräftigte Erbsenmichaela. “Wenn wir ankommen, dann gönnen wir uns ein großes Glas Cognac und eine teure Havanna.” Sie seufzte bei dem Gedanken an eine gute Zigarre.
Ihr Weg führte sie an einem kleinen Bergsee vorbei. Ein Steg führte ein Stück ins Wasser und mitten auf dem See schaukelte ein kleines Boot. Sie beschlossen zu rasten. Doch was war das? In der Mitte des Steges klebte eine eklige Pfütze Erbrochenes! Und als sie hinunterblickten, trieb da eine Gestalt im Wasser. Leblos!
Da begann das Wasser des Sees zu sprudeln, als ob es kochte. Etwas durchstieß die Wasseroberfläche, riesig, schleimig – schrecklicher als jedes mutierte Vieh aus einem Endzeitdrama. Es riss ein Maul voller spitzer Zähne auf, brüllte und schlug mit einem Tentakel nach ihnen.
Schreiend rannten die beiden weg, zurück in die Sauna, wo sie sich im heißen Dampf von ihrem Schrecken erholten.

ENDE.

Gelesen habt ihr eine Gemeinschaftsarbeit von zwei Kollegen aus dem Forum, oder besser Freunden, und mir. Jeder von uns hat einen Abschnitt geschrieben. Die kursiven Wörter waren vorgegeben, die sind aus einem Spiel (Gefüllte Kalbsbrust) entstanden, bei dem man zu einem gegebenen ersten und letzten Buchstaben ein verbindendes Wort finden musste. Wir spielen manchmal im Forenchat, aber meistens quatschen wir nur – es sei denn, wir machen ernste Textarbeit.

Wir haben noch andere Formen des gemeinsamen Schreibens, die im Forum gelebt werden. Neben Schreibspielen gibt es auch Rollenspiele und zur Zeit läuft ein Experiment mit einem Textdokument, das von allen beschrieben werden kann. Und zudem gibt es den geschützten Bereich für Romanautoren, die Schreibprojekte. Da schreibt zwar jeder an seinem eigenen Roman, aber man tauscht sich sehr intensiv aus und arbeitet so schon gewissermaßen gemeinsam am Projekt.

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Arbeitspausen beim Schreiben

Auch wenn es neulich beim Thema Durchhalten etwas scharf geklungen hat hinsichtlich der Zeit, die man sich fürs Schreiben nehmen können sollte: Pausen sind wichtig. Feierabend ist wichtig. Viele von uns müssen abends runterfahren, um schlafen zu können. Ich sage viele, denn ich weiß auch von Leuten, die sich hinlegen und ne halbe Stunde später fröhlich poofen, egal, was sie zuvor gemacht haben.

Auch wenn es manchmal tönt, man habe soundsoviele Stunden am Stück durchgeschrieben – das ist oft eine Frage der Wahrnehmung. Ich glaube nicht, dass jemand tatsächlich sechs Stunden ununterbrochen schreibt, ohne zwischendurch aufs Klo zu gehen oder dass die ganze Zeit getippt wird, ohne mal nachzudenken, wie der Satz nun am besten weitergehen soll.

Sicherlich sind die Bedarfe an Pausen unterschiedlich. Ich fahre gut damit, nur etwa eine Stunde am Text zu arbeiten und dann eine Stunde Pause zu machen. So komme ich an guten Tagen auf dreimal eine Stunde am Tag. Wenn ich dagegen zwei Stunden durchmache, bin ich danach so verbraucht, dass ich gar nicht wieder reinkomme. Da bin ich sicherlich ein Extremfall, andere werden  vier Stunden durchhalten ohne nennenswerte alternative Beschäftigung oder vielleicht sogar mehr.

Auch inhaltlich unterscheiden sich Pausen. Manche gehen vielleicht eine rauchen, während andere sich die Beine vertreten müssen. Ich persönlich bin ein großer Fan davon, in Pausen einfach andere Arbeit zu erledigen, zB die Spülmaschine auszuräumen oder an einem Blogartikel zu schreiben. Meist erwische ich mich jedoch dabei, im Chat herumzuhängen. Was sich allerdings auch zur Textarbeit entwickeln kann, da ich mit anderen Schriftstellern chatte.

Wenn ihr das Gefühl habt, zu viel Zeit zu vertrödeln, kann es helfen, eine Zeit lang aufzuschreiben, was ihr arbeitet und was ihr in den Pausen macht und dabei jeweils den zeitlichen Umfang festzuhalten. Dabei kann herauskommen, dass ihr euch in den vermeintlichen Pausen mit Ideenfindung oder Figurenentwicklung beschäftigt habt, was auch zum Schreiben gehört.

Ingo S. Anders

Ingo S. Anders

Auch wenn ihr “nur” die Küche aufgeräumt habt, solltet ihr euch auf die Schulter klopfen: Irgendwann hätte das ohnehin erledigt werden müssen. Und vielleicht hat sich eure Geschichte währenddessen unterbewusst weiterentwickelt.

Euer Ingo

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Interview mit dem Herrn Chefredakteur

Der Entwicklungsblogger könnte ich mich eigentlich auch nennen. Mich fasziniert das immer, zu beobachten, wie ich mich verändere, was für Fortschritte ich mache. Unser Chefredakteur, im Forum als Hobbyschreiber bekannt, hat uns im Februar interviewt. Das war vor drei Monaten. Wie sind meine Antworten damals und heute im Vergleich?

 

Wie lange bist du schon im Schreib-Forum dabei?

Februar: Seit dem 30.12.17.

Mai: Unverändert. 😉

 

Was war der Beweggrund, dich hier anzumelden?

Februar: Wie im Profil angegeben, ich suchte Gesellschaft beim Schreiben und Austausch über meine Texte. Mich haben vor allem die Schreibprojekte gereizt. Die Möglichkeit, hier auch Probeleser für später zu finden, war nur ein Bonus.

Vor allem hatte ich auf Motivation gehofft. Ich brauchte es einfach, dass mir mal wieder jemand sagte, wie schön meine Texte zu lesen sind, dass ich schreiben kann. Mittlerweile habe ich sogar schon ein “druckreif” gehört. Ich habe wieder Freude am Schreiben gefunden und darauf hatte ich es angelegt.

Mai: Jetzt müsste ich mich eigentlich fragen, warum ich geblieben bin …

Es gefällt mir einfach, wie super der Zusammenhalt hier ist. Durch das Chatten, was ich selbst angestoßen hatte, kommt man sich etwas näher, als wenn man nur Forenbeiträge und PNs wechselt. Es ist nicht alles eitel Sonnenschein, es menschelt hier wie auch anderswo, aber im Vergleich zu anderen Foren geht es hier sehr harmonisch zu.

Mittlerweile habe ich gelernt, mit dem Feedback meiner Leser umzugehen, die einen muss ich früher, die anderen später fragen …

Ich bekomme hier Motivation vom Feinsten, aber manchmal verpufft die einfach.

 

Warum bist du nicht mehr im Schreib-Forum aktiv (falls das zutrifft)?

Februar: Trifft nicht zu. 😉

Mai: Also ich bin noch aktiv, das ist ganz klar. Aber im Vergleich zum Beginn sehr gedrosselt. Ich habe hier im Blog meinen Stichtag verschlumpft und mein eigenes liegt seit Wochen brach.

Es ist mir alles zuviel, das Lesen und Kommentieren von Geschichten, die Teilnahme an Schreibübungen sowieso. Oft lasse ich den Computer aus und fläze mich gleich vor den Fernseher.

Ich setze mich zur Zeit mit existentielleren Fragen auseinander, wie: Aufstehen oder Liegenbleiben? Duschen oder heute nicht oder doch wenigstens baden? Nennen wir es mal eine Schreibblockade, denn akute Löscheritis habe ich auch.  😉 

Nennen wir das Kind beim Namen: Ich habe eine handfeste Depression. Sowas habe ich phasenweise. Aber was wäre ein Rentner ohne seine Wehwehchen. 😉

 

Was findest du gut im Forum?

Februar: Die Atmosphäre, alle gehen sehr herzlich miteinander um. Die Intimität in den Schreibprojekten. Ich finde die Schreibübungen prima, auch wenn ich nicht alle mitmachen kann.

Mai: Ich habe hier Halt gefunden, Kollegen/Freunde, mit denen ich über meine Texte sprechen kann und die auch vor meinen Alltagssorgen nicht zurückschrecken.

 

Was brauchst du nicht wirklich?

Februar: Das kann ich noch nicht sagen, alles ist noch neu und in der Erprobungsphase. Die Forenblogs scheinen kaum genutzt zu werden, ebenso der Talkbereich. Den Talk finde ich aber sehr gut, der kann helfen, das Forum nicht zu zerchatten. Es gibt doch immer wieder so Spezialisten, die nur Einzeiler wechseln.

Mai: Okay, mal ganz egoistisch … die Schreibspiele brauche ich nicht, auf Geburtstagsglückwunschthreads kann ich liebend gern verzichten, für mich ist die 7-14-7 neben meinem Roman viel zu aufwändig.

 

Was sollten wir dir unbedingt noch bieten?

Februar: Lektorat, Korrektorat und nen Vertrag beim Verlag. 😉
Gemeinsame Anthologien herausgeben… ich träume ein bisschen. Die Schreibkommune ist schon super.

Mai: Ich finde es super, wie es ist und es ist dauernd im Wandel …

 

Wie lange beschäftigst du dich schon mit dem kreativen Schreiben?

Februar: 12 Jahre.

Mai: gut zwölf Jahre

 

Was war der Auslöser dafür?

Februar: Seelenballast, wenn Du es unbedingt wissen willst, kannst Du es hier nachlesen: https://ingo-schreibt-anders.blog/2018/02/18/der-vorfall-vom-18-2-i-can-tell-metoo/

Mai: Oh, ich fürchte, da heißt es wieder “Vielen Dank für deine Offenheit”, was bedeutet “Kannst du nicht mal die Schnauze halten? Du hast dich soeben wieder blamiert!”

 

Was bringt oder hat dir das Schreib-Forum in Sachen Schreiben und die Entwicklung dorthin gebracht?

Februar: Ich habe sehr viel gelernt! Zum Beispiel hatte ich das falsche Erzähltempo und habe mich immer sehr bemüht, bekam aber nur wenig Worte pro Tag zustande. Und jetzt fluppt es auf einmal. :)))
Der Zusammenhalt in den Schreibprojekten beschert mir zudem ganz ungemein viel Motivation und Lebensfreude.

Mai: Ich habe in den Schreibprojekten den Anfang meiner Geschichte gepostet und man hat mir deutlich gemacht, dass ich viel zu hastig erzählt habe. Ich bin ja Kurzgeschichten gewohnt. Nun habe ich ein Gefühl für ein angemessenes Erzähltempo von Romanen erzählt. Mittlerweile habe ich diesen Anfang fast fertig überarbeitet und der Umfang, aber auch die Qualität haben sehr zugenommen.

 

Was ist dein großes Ziel in Bezug auf kreatives Schreiben (wo soll deine Reise hingehen)?

Februar: Verrückt vor Liebe fertigstellen und dann mal überlegen, wie ich das vermarkte.
Tochtersohn als nächstes Projekt in Angriff nehmen.

Mai: Ja, eins nach dem anderen. Erstmal schreiben und dann an Veröffentlichung denken. Ich würde mich wirklich freuen, möglichst viele Menschen damit erreichen zu können. Aber so ein Ziel wie “Mit dem Schreiben Geld verdienen” oder “berühmt werden” habe ich gar nicht, ich scheue eher davor zurück und habe Sorge, was sich dann alles für mich ändert.


Nenne hier vier Dinge, über die es sich lohnt zu schreiben.

# Trigger. Weil das sich davon losschreiben ungemein befreit.

# Alltag. Weil es ungemein hilfreich ist, diesen zu schätzen.

# Psychische Erkrankungen, weil die immer noch mit Stigma behaftet sind.

# Transsexualität, ebenfalls im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit.

 

Vervollständige bitte folgende Satzanfänge!

*Schreiben ist für mich …. mein Ventil, Entspannung und Seelenheil

*Am Schreiben hindert mich … mein Perfektionismus und die Angst, etwas falsch zu machen

*Von Schreibratgebern halte ich … nicht wirklich viel, da ich aus Blogs im Prinzip dasselbe erfahre und dort die Gelegenheit habe, direkt nachzufragen.

*Ich kenne folgende Schreibratgeber …Wie man einen verdammt guten Roman schreibt 1+2, James N. Frey und Campbells Heldenreise

*Plotten ist für mich …am Anfang erstmal schwierig gewesen,

*Stil ist für mich …eine Frage des Geschmacks.

*Der innere Kritiker ….hat Sendepause, wenn ich meinen ersten Entwurf schreibe.

 

Ingo S. Anders

Ingo S. Anders

Ob ich das in drei Monaten nochmal wiederhole? Höchst unwahrscheinlich, dazu wechseln meine Interessen viel zu schnell. Kann aber sein, dass es irgendwann wieder aufpoppt und ich es noch mal aufgreife… mal sehen. Es bleibt spannend!

Das war es für heute

Euer Ingo

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Ich hatte den Eindruck gewonnen, ich wüsste nicht so recht, welche Stellen einer Geschichte man ausführlich erzählt und welche man einfach im Nebensatz abhandelt. Manchmal plustert man völlig unwichtige Details unnötig auf und vergisst andere, aber das Problem besteht auch auf Ebene gesamter Szenen. Wenn ich neue Szenen plante, war ich mir oft nicht sicher, ob sie die viele Mühe wert waren oder nicht doch am Ende gestrichen werden würden.

Mein Kollege Yann hat mir netterweise einen Trick verraten: “Stell Dir vor, Dein Buch ist fertig und Du hast es in einem Rutsch gelesen. Fehlt die Szene dann?”

Das hat mir sehr geholfen, um selbst die Entscheidung treffen zu können, ob die Szene rein oder raus sollte. Das funktionierte aber nur, weil mein Textwertgefühl stimmte. Das tut es leider nicht immer, dh ich kann mich nicht immer auf mein Gefühl verlassen.

Ich habe mich also mit meiner Frage an die Schreibdilettanten Marcus Johanus und Axel Hollmann gewandt, die beide bereits mehrere Bücher veröffentlicht und damit deutlich mehr Erfahrung als ich haben – als Romanautor bin ich ein blutiger Anfänger.

Es ist schon toll, wenn die Bilder von youtube auf dem heimischen Fernseher flimmern. Da hat man plötzlich das Gefühl, Marcus ist im Fernsehen. Wenn der einen auch noch mit Namen anspricht, wird es irgendwie schräg.

Testleser habe ich hier im Forum ausreichend gefunden und das hat mich enorm weitergebracht. 🙂

Da ich einen Entwicklungsroman schreibe und keine Spannungsliteratur bin ich mir nicht sicher, ob meine Szenen auch mehrere Funktionen erfüllen müssen. Sehr

Ingo S. Anders

Ingo S. Anders

wahrscheinlich tun sie das alle. Darüber habe ich noch nie nachgedacht und das klingt nach einem sehr verkopften Ansatz. Ich werde aber sehr wahrscheinlich nochmal reinhören.

Euer Ingo

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Kniffelig

»Sie sind dran«, fordert meine Ergotherapeutin mich auf. Achso, schon wieder vergessen. Diese verdammten Konzentrationsstörungen. Ich schüttele den Würfelbecher. Drei Fünfen. Das ist schonmal gut. Könnte ein Kniffel werden. Ich bekomme eine Drei und eine Vier dazu.
»Na, wird das eine Straße?«, fragt sie.

Jetzt muss ich wieder überlegen. Ewig lang überlegen. Gebe ich zwei der Fünfen auf, muss ich von meiner Strategie, immer auf Kniffel zu pokern, abweichen. Das jetzt könnte ich ja auch gut als Dreierpasch nehmen. Aber dann habe ich in dieser Runde keine Chance mehr auf den Kniffel und die Fünfer habe ich ja auch noch offen.

»Nein«, sage ich und würfle erneut. Eine Eins und eine Sechs. Ist das jetzt besser oder schlechter? Ist egal, denn damit muss ich jetzt leben. Andere Leute würden nachrechnen, ob das nun oben mehr Punkte bringt oder unten. Ich entscheide das nach Gefühl. Drei Fünfer sind fünfzehn, das weiß ich. Mein Einmaleins ist lückenhaft, aber hier bin ich noch im sicheren Bereich. Ich schreibe das Ergebnis auf die Fünfer, auch wenn ich drei davon wenig finde.

Sie würfelt. Meine Gedanken schweifen ab und ich hadere mal wieder mit mir, mit meinem so schlecht gewordenen Gedächtnis. Ich bin unzufrieden. Früher war mehr Lametta. Als ich mir Namen noch merken konnte, einfach weil der Mensch mich begeistert hat und ich nicht mühsam Memorierungstechniken anwenden musste.

»Sie sind dran, Herr Anders.«

Schon wieder? Das war aber eine kurze Pause. Ich greife nach dem Becher und nehme mir vor, nun besser aufzupassen.

Ich bekomme vier Dreien und eine Eins. Natürlich habe ich die Dreien schon voll. Zwei erfolglose Versuche später setze ich sechzehn auf den Viererpasch. Normalerweise mache ich das nicht mit Dreien, aber ich hatte keine andere Wahl.

Ich gebe den Becher und die Würfel ab und achte nun genau darauf, was sie würfelt, und vor allem, wann sie das dritte Mal gewürfelt hat.

»Große Straße!«, freut sie sich.

Na, so hätte ich es auch so mitgekriegt, denke ich frustriert.

Mittlerweile habe ich den oberen Bereich voll. Normalerweise würde ich einen Taschenrechner benutzen, aber es ist ja der Sinn der Übung, dass ich im Kopf rechne. Um ein Schmierblatt mit Nebenrechnungen zu bekritzeln, bin ich zu eitel. Nicht mit zweistelligen Zahlen. Das kriege ich schon hin. Und ich weiß auch gar nicht, ob es ihr recht wäre und ich traue mich nicht, sie zu fragen. Mit dem oberen Bereich habe ich nie Probleme. Unten wird es haarig, da sind die Zahlen dreistellig. Und da guckt sie mir beim Rechnen zu. Das ist echt übel. Sie hat nämlich nicht die Geduld, abzuwarten, bis ich endlich ein Ergebnis präsentieren kann. Ich vergesse nämlich immer das Zwischenergebnis. Das, was ich vielleicht auf einem extra Schmierzettel die Eins im Sinn und all die anderen notieren könnte. Wenn ich nicht zu stolz wäre, diese Schwäche offen einzugestehen, wegen der ich hier in Behandlung bin: Konzentrationsschwäche. Und mit dieser Ungeduld führt sie mir deutlich vor Augen, wie unsäglich schlecht mein Gedächtnis geworden ist. Scheißtabletten.

Inzwischen habe ich mich auch daran gewöhnt, dass beim Lesen von Büchern alle drei oder vier Seiten meine Augen am Ende eines Abschnitts ankommen und ich überhaupt nichts davon weiß, was da geschrieben steht. Ich springe dann einfach nochmal an den Beginn des Absatzes, manchmal auch zwei oder drei Absätze weiter, nur zur Sicherheit. Papier ist ja geduldig. Ich mittlerweile auch.

 

Dieser Text ist entstanden im Rahmen unserer Schreibübung “Schreiben gegen die Zeit”, die wir sonntags veranstalten.

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“Das können Sie nicht!”

Vor vier Jahren habe ich eine sehr gute Ergotherapie beendet. Ich habe jede Woche eine Kurzgeschichte geschrieben und diese dann mit der Therapeutin besprochen. Das hat mir nicht nur gut getan, sondern richtig Spaß gemacht. Ich beendete die Therapie mit dem festen Vorsatz, jetzt einen Roman schreiben zu wollen, und dem Gefühl, das jetzt alleine zu können. Mir war nicht wohl bei dem Gedanken, dass die Krankenkasse für meinen Schreibspaß zahlen sollte.

Ich erzählte freudestrahlend in der Psychoedukationsgruppe von meinem Vorhaben und bekam von der Bewegungstherapeutin ein “Das können Sie nicht” vor den Latz geknallt, gefolgt von “Wenn Sie ein Buch schreiben wollen, dann müssen Sie etwas erlebt haben. Und Sie müssen es verarbeitet haben.”

Das ist nicht nur demütigend, das ist auch völlig falsch und zeugt von mangelnder Sachkenntnis. Da mir damals aber nicht bewusst war, dass ich gerade durch das Schreiben verarbeite, ließ ich mich für vier Jahre ins Bockshorn jagen. Ich gab bei den geringsten Schwierigkeiten auf und glaubte, dass ich es nicht können konnte.

Mein Psychotherapeut, der auch Psychiater ist, hat mir nun erklärt, dass man durch das Führen innerer Dialoge verarbeitet. Und die kann man natürlich auch aufschreiben und ein Buch draus machen, wenn man will – sagte er. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen und begann mit meinem aktuellen Projekt.

Inzwischen bin ich seit einem halben Jahr dabei und es sind schon einige Kapitel entstanden. Ich kann das sehr wohl. Und im Übrigen könnte ich auch mit den Kurzgeschichten der letzten zwölf Jahre ein Buch füllen, wenn ich das wollte. Vielleicht mache ich das sogar.

Nehmt euch Kritik an euren Schreibprojekten nicht zu sehr zu Herzen. Prüft, von wem die Kritik stammt. Meinungen von Lesern sind anders zu behandeln als Rückmeldungen von Schriftstellern. Sie wissen, wie eine Geschichte auf sie gewirkt hat, ob sie gefallen hat oder nicht, können aber meist nicht sagen warum.

Ingo S. Anders

Wenn der Leser auch schreibt: Schreibt derjenige überhaupt selbst gut(e Geschichten)? Wenn nein, ist er nicht unbedingt der beste Ratgeber. Und niemand, dessen Wort wir so viel Gewicht beimessen sollten, dass es uns verletzt.

Also, lasst euch nicht ins Bockshorn jagen.

Euer Ingo

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einfach drauflos oder doch lieber plotten?

Für mich ganz klar: beides!

Ich bin weder discovery writer noch outliner, kein reiner Bauchschreiber und kein Planer, der alles von vorne nach hinten bis ins kleinste Detail durchplottet, und ebenso geordnet runterschreibt. Bei mir liegt eher ein Fall von Zoom-Plotting vor, wie Jacky sagt. Auch wenn ich mich bemühe, von vorne nach hinten zu schreiben, um später in den Schreibprojekten der Reihe nach kapitelweise einstellen zu können, so klappt das nicht immer.

  1. Ich schreibe einfach drauflos mit einzelnen Bildern  oder einem Wortwechsel vor Augen sowie einer Grundidee im Hinterkopf und lerne meine Figuren dadurch kennen, wie sie gerade so spontan miteinander interagieren.
  2. Aus dem Gefühl für die Figuren ergibt sich dann, wie sie handeln würden, wenn sie in bestimmte Situationen kämen. Ich überlege mir mithilfe der 15-Punkte-Struktur eine grobe Rahmenhandlung, die ich aus der Grundidee entwickle, mit der ich das Vorhaben für diese Geschichte überhaupt gefasst habe.
  3. Zweiseitige Zusammenfassungen der Geschichte aus Sicht der wichtigsten Figuren bringen mir Figuren und Handlung näher. Erste Eckdaten zu den einzelnen Figuren halte ich schonmal fest, um sie nicht aus den Augen zu verlieren. Später, wenn ich meine Pappenheimer kenne, brauche ich vielleicht nicht mehr nachzusehen. Aber gerade am Anfang war es hilfreich, nochmal zu Details nachlesen zu können.
  4. Ich beginne mit der ersten Etappe (das Set-Up) und überlege mir, welche Szenen die gewohnte Welt gut zeigen können. Wenn ich die erste Etappe runtergetippt und die Szenen skizziert habe, denke ich über die Szenen für die nächste Etappe nach.
  5. Ich schreibe meinen ersten Entwurf so gut es geht von vorne nach hinten und führe nebenher eine Kapitelliste mit den wichtigsten Eckdaten zu jeder Szene, um nicht den Überblick zu verlieren. Ich habe das Ende klar vor Augen, aber die meisten Szenen liegen im Nebel und je weiter ich von Kapitel zu Kapitel vordringe, desto klarer wird die Sicht auf sie. Dabei entdecke ich jede Szene für mich neu, weil ich vorher nur eine grobe Vorstellung hatte über den Ort, die handelnden Figuren und den zentralen Konflikt. Kurz gesagt, ich arbeite mich vom Groben zum Feinen durch und bastel an das erste bissl Text nach und nach in mehreren Schüben immer was dazu.
  6. Sobald ich irgendwo alleine nicht mehr weiterkomme, hole ich mir Feedback von meinen Kollegen aus dem Forum, die auch in den Schreibprojekten an ihren Romanen arbeiten. Dort poste ich kapitelweise meinen Roman. Den Chat nutze ich auch gerne, um über die Planung der nächsten Szenen zu fachsimpeln oder wenn ich mir unschlüssig bin, ob ich ein Kapitel auch wirklich brauche, dann hole ich mir diesbezüglich Rat.
  7. Da nur ausgewählte User des Forums auch bei den Schreibprojekten Zugriff haben, sind genügend Interessierte übrig, die ich später als Probeleser gewinnen kann. Aber davon bin ich im Augenblick noch weit entfernt, ich habe ja gerade erst richtig angefangen. Es gibt erst sechs Kapitel, die über den allerersten Entwurf hinausgekommen sind und die muss ich erst noch (mehrmals) überarbeiten. Viele weitere noch ganz neu entwerfen bzw vorher oder mittendrin planen.

Ich habe bei mir verschiedene Arbeitsmodi festgestellt, die ich nach Möglichkeit alle voll ausschöpfen will:

  • Wenn es ums Planen geht, dann plotte ich im Chat, ich stelle also Fragen zu Konflikten, die ich habe oder ich lasse mir Löcher in den Bauch fragen über meine Figuren und die Handlung. Das regt meine Phantasie an und ich komme in Schreibstimmung. Dazu muss ich aber auch aufnahmefähig sein, sonst raubt es mir den Schlaf.
  • Wenn ich – gerade bei fehlendem Schlaf – schreibwütig bin, dann lasse ich das möglichst gleich raus. Ich fange, falls mich mehrere anlachen, mit der frühestmöglichen Szene an und arbeite mich dann weiter nach hinten. Irgendwann ist alle und ich brauche dann auch bald Erholung.
  • In der dann folgenden Bastelstimmung fange ich an, die ersten Entwürfe nach und nach auszubauen. Hier sind Schreibdruck und Tempo nicht mehr so hoch, denn für das Basteln brauche ich keine zusätzliche Inspiration, da habe ich ja den bereits vorhandenen Text, an den ich anknüpfen kann.
  • Wenn ich Überarbeiten will, lasse ich den inneren Kritiker raus. Dazu ist es hilfreich, den Textabschnitt eine Weile nicht gelesen zu haben, damit er “fremd” wird. Sobald mein innerer Kritiker restlos zufrieden ist, hole ich ihm Verstärkung: In den Schreibprojekten kritisieren wir gegenseitig unsere werdenden Romane.
  • Da ich häufig Selbst- und Textzweifel bekomme, hat es sich bewährt, die Ergebnisse meiner einzelnen Arbeitsschritte getrennt zu sichern. So fällt nichts der Löscheritis zum Opfer und ich kann jederzeit zurückrudern und doch nochmal etwas aus einer früheren Version retten.

Meiner Erfahrung nach muss jeder seinen eigenen Arbeitsstil finden, der zu ihm passt. Ich habe bei verschiedenen erfolgreichen Autoren hier und da etwas abgeschaut, was für mich passend war.

Ich hadere nicht mit mir, weil ich jetzt gerade nicht meine neuen Szene anfangen kann, sondern tue das, was ich in meiner gegenwärtigen Stimmung gerade am besten tun kann – und wenn das Recherche ist.

Und ich rufe mir immer wieder ins Gedächtnis, dass die Zeit, in der ich mit etwas anderem beschäftigt bin (zB Bloggen, Essen, Einkaufen), von meinem Unterbewusstsein genutzt wird, um den Text weiter reifen zu lassen.

Ingo S. Anders

Ingo S. Anders

Ob das alles zum Erfolg führen wird, kann ich euch leider noch nicht sagen.

Aber es macht auf jeden Fall einen Riesenspaß!

Euer Ingo

PS: Streng genommen ist es bereits ein Erfolg, dass ich immer noch am Ball bin und noch nicht aufgegeben habe. Über die ersten dreißig Seiten war ich bei früheren Versuchen nicht hinausgekommen. So viel geplottet habe ich aber auch noch nie.

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Nur eine Minute

»Nur noch eine Minute, Schatz.«

»Eine Minute?« Sie schwieg. Ich wandte mich wieder dem Bildschirm zu und tippte weiter. Nur diese Szene noch, ein letzter Absatz.

»Von wegen eine Minute!« Sie stampfte mit dem Fuß auf. In mir verschmolz ihr Tritt mit dem Trampeln der Pferde, deren Reiter aufeinanderzuhielten und ging dann im Tosen der Menge unter, als einer der Männer den anderen mit der Lanze nur knapp verfehlte.

Ein flüchtiger Blick auf mein Mädchen zeigte mir ihren Schmollmund und die verschränkten Arme. Die erdachte holde Jungfer, um die beide Ritter kämpften, schrie entsetzt auf, da sie um ihren Favoriten bangte.

»Du hast mich gar nicht lieb!« Der Film auf meiner inneren Leinwand erlosch augenblicklich, ich wirbelte herum und sah sie ernst an.

»Andrea, natürlich hab ich Dich lieb.« Ich breitete die Arme aus. Sie sah mich mit einem Stirnrunzeln an. Enttäuscht ließ ich die Arme sinken. »Warum glaubst Du, ich hätte Dich nicht lieb?«

Sie funkelte mich an für ein »Mama hat immer Zeit für mich« und blickte dann zu Boden.

Ich schloss meine Kleine in den Arm.

Ingo S. Anders

Ingo S. Anders

Euer Ingo

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Maurerblockade

Ich bin liiert mit einem Konzeptautor. Dieser hat mir, als ich mitten in der schönsten Schreibblockade steckte, ordentlich den Kopf gewaschen. “Stell dir mal vor, ein Maurer sagt zu seinem Chef ‘Tja, Chef, heute ist ganz schlecht … Ich kann die Kelle kaum heben. Maurerblockade’, und der Chef sagt dann ‘Ja, Jung, kann ich verstehen. Sag Bescheid, wenn Du wieder kannst’, und tätschelt ihm sanft die Schulter. Wie wahrscheinlich ist das denn?”

Schreiben ist ein Beruf wie jeder andere auch und niemand anders hat großartige Blockaden, wenn es darum geht, seinen Beruf auszuüben. Ein Koch mit Schneideblockade, ein Briefträger mit Einwurfblockade, wo kämen wir denn dahin?

Es gibt eine Möglichkeit, was man tun kann, um wieder in Schreibfluss zu kommen. Man fängt erstmal mit irgendeinem Wort an, zum Beispiel Maurerblockade. Das muss nicht toll sein, das muss nicht schön sein, das muss keinen Sinn ergeben. Einfach nur ein Wort.

Maurerblockade.

Dann schreibt man fünf weitere Wörter, irgendwelche.

Maurerblockade.

Abfluss.

Gardine.

Reinigen.

Kohldampf.

Hut.

Dann fängt man an, aus irgendeinem der Wörter einen Satz zu bilden.

Abfluss reinigen ist wichtig, wenn das Klo verstopft ist.

Jetzt haben wir schon einen ganzen Satz. Weitere fünf Sätze.

Abfluss reinigen ist wichtig, wenn das Klo verstopft ist. Gardinen reinigen ist nicht so häufig notwendig, das reicht einmal im Jahr. Ich trage keinen Hut, wenn ich die Gardinen abhänge. Es ist mir egal, wenn diese Sätze lächerlich sein sollten, sie dienen lediglich der Demonstration. Es ist besser, ich schreibe blödsinnige Sätze als gar keine. Und jetzt habe ich schon einen ganzen Absatz geschrieben.

Ihr merkt, jetzt bin ich schon von einem einzelnen Wort zu mehreren Sätzen gekommen. Aus diesem Absatz kann eine Seite werden oder mehr. Viele Autoren brauchen ein paar Sätze oder eine halbe Seite, um sich erstmal warmzuschreiben und streichen diese später ersatzlos.

Ich wünsche euch viel Erfolg dabei, euch aus eurer nächsten Schreibblockade herauszuschreiben.

Euer Ingo

Ingo S. Anders

Ingo S. Anders

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Ingo schreibt anders

Ingo schreibt anders, kurz Ingo S. Anders, der Name sollte Programm sein.

Ich bin Hausmann und Schriftsteller. Nebenan in der Küche läuft die Waschmaschine und beruhigt mich mit ihrem Surren, während ich zum ungefähr vierten Mal an meinem ersten Roman sitze. Diesmal ist es mir wirklich ernst damit, diesmal werde ich durchhalten. Werde ich? Das bleibt abzuwarten, aber ich gebe mein Bestes.

Angefangen hat alles mit einer Geschichte über den Weihnachtsmann, die ich in der Grundschule als Aufsatz über die Ferien geschrieben hatte. Die Lehrerin war nicht zufrieden: Sie glaubte, ich hätte aus einem Buch abgeschrieben. Heute weiß ich natürlich, was das bedeutet, aber damals war ich einfach nur gekränkt. Meine Mutter war so klug, diese Geschichte an unsere Tageszeitung zu schicken und in der nächsten Vorweihnachtszeit wurde sie auch dort abgedruckt. Das war meine erste Veröffentlichung. Bis zur zweiten vergingen zwanzig Jahre.

So langsam setzt sich das Gefühl fest, dass ich gut genug schreibe. Gut genug, um es Lesern zu präsentieren. Wie kann es auch anders sein, seit zwölf Jahren blogge ich und übe mich im Schreiben kurzer Geschichten. In erster Linie schreibe ich jedoch, um meine Erlebnisse zu verarbeiten. Die Idee, dabei ein verkaufbares Produkt zu entwickeln, ist vergleichsweise neu.

An meinem aktuellen Romanentwurf arbeite ich zusammen mit Kolleginnen und Kollegen in der Schreibkommune, die mir für die Überarbeitung wichtige Anregungen zu meinem Entwurf geben. Ich revanchiere mich, indem ich meinen inneren Kritiker auf fremde Texte loslasse. Ohne diesen Austausch käme ich nicht so gut voran. Als einsamer Schriftsteller im stillen Kämmerlein würde ich alle paar Tage mein Manuskript zerreißen und von vorne anfangen.

Die Aufgabe, hier an dieser Stelle nun öfter zu schreiben, erfüllt mich etwas mit Ehrfurcht – hier repräsentiere ich ja nicht nur mich selbst, sondern die ganze Schreibkommune. Doch angesichts der Tatsache, dass ich bereits seit zwölf Jahren blogge, sollte diese Herausforderung gut zu bewältigen sein.

Euer Ingo

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