Jeder hat sie: Die Lieblingsautoren. Manch einer liest über Jahre hinweg denselben Autor, ein anderer liest phasenweise dies und phasenweise das. Was ich allerdings festgestellt habe ist, dass ein gewisser Hang zu den Lieblingsgenres meistens bleibt.
So liest der eine gern Fantasy und der nächste bleibt lieber bei der klassischen Literatur. Dafür sind sie da, die Genres und die meisterhaften Autoren, die ihre Sparten ganz genau zu bedienen wissen.
Nehme ich also ein Buch zur Hand, das von einem Autor geschrieben ist, den ich bereits kenne und das zudem noch in ein Genre „einsortiert“ ist, hege ich eine Erwartung. Eine Richtung, die mir alleine schon ein Name und eine Einordnung felsenfest versprechen. In dem Sinne bin ich als Leser unflexibel, ich rechne nicht damit, hinsichtlich dieser beiden Größen überrascht zu werden.
Reicht ein Autor ein Manuskript zur Prüfung bei einem Verlag ein, sind Angaben zum Genre sowie zum angesprochenen Leserkreis in den meisten Fällen unerlässlich. Ebenso liegt für mich die Vermutung nahe, dass ein bereits veröffentlichter Autor aus diesem Grund gerne zum Pseudonym greift, wenn er sich in einem anderen Genre versuchen will. Denn sein Name ist bereits verbunden mit dem Genre, in dem er schon erfolgreich veröffentlicht hat. Wäre der Leser also enttäuscht, ein Experiment in Händen zu halten, obwohl er eine gewisse Konsistenz erwartet?
Ich glaube, wir Hobbyautoren haben es da leichter: Wir können experimentieren, wir können uns ausprobieren, Faxen machen, aus dem lose gesteckten Rahmen ausbrechen und entweder frisches Weidegras oder fiese Dürre finden. Wir dürfen das. Ein professioneller Autor kann sich dies wohl nicht mehr erlauben. Ein Aspekt, der den Beruf vom Hobby unterscheidet. Der eine wird wohl zu gegebener Zeit den anderen um das beneiden, was er hat. Allerdings gibt es schmale Wege und Hintertürchen, die erlauben, doch noch einmal das zu erschnuppern, was man vor langer Zeit aufgegeben hat.

Eure Saigel

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