Schreibkommune

Autorinnen und Autoren im Netz

Monat: Februar 2018

Im Wandel der Zeit

Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Ort auf dem Land in absoluter Freiheit, wie ich das rückblickend bezeichnen würde. Ohne Handy, Fernseher, Computer – heute unvorstellbar.

Wenn die Hausaufgaben erledigt waren, durften wir raus, trafen uns mit Freunden und spielten im Freien. Unser Lieblingsspielplatz war der Bauernhof von den Großeltern meiner Freundin. Ein Bauernhof, wie man ihn heute nur noch aus Erzählungen kennt. Hühner, Enten, Gänse, Katzen, ein Hund und eine Ziege liefen frei herum, und wir mittendrin. Ein Paradies für uns Kinder.

Vielleicht liegt es daran, dass ich mich bis heute viel mehr mit der Natur als mit der Technik verbunden fühle.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Ausbildung und Einstieg in den Beruf.

Die Computer hielten Einzug ins Berufsleben und im Laufe der Jahre ging ohne EDV gar nichts mehr. Eigentlich kein großes Problem für mich, gab es doch immer Schulungen für die betreffenden Programme oder IT-Menschen, die man anrufen konnte, wenn etwas nicht funktionierte. Ich musste mich nicht mit Programmierungen oder Verknüpfungen beschäftigen.

So schaffte ich es, praktisch als Computer-Dummy durchs Leben zu gehen.

Was fasziniert mich so am Schreiben?

Gedanken aufzuschreiben, alltägliche Szenen zu beobachten, mich von der Fantasie treiben zu lassen und rund um diese fiktiven oder realen Personen eine Handlung aufzubauen.

So sind im Laufe der Zeit viele Geschichten entstanden. Manche schlummern noch auf meinem PC, andere haben sich in Luft aufgelöst. Aber die, die noch da sind, warten darauf, endlich zu einer „großen Geschichte“ vereinigt zu werden.

Schreiben war für mich immer ein Hobby, allerdings ein einsames Hobby, oft belächelt. Niemand in meinem Umfeld interessiert sich für das Schreiben. Vielleicht mit ein Grund, warum ich mich im Internet auf die Suche nach Gleichgesinnten begab.

Und nun also ein Schreib-Blog?

Was ist dir da bloß eingefallen?, überlege ich oft. Für einen eher introvertierten, vorsichtigen Menschen, wie ich es bin, keine Selbstverständlichkeit. Es ist vielmehr ein Abenteuer, in das ich mich stürze und von dem ich keine Ahnung habe, wohin es mich führen wird.

Aufrufe: 2

Andre Marto – Worte eines Menschen Teil_1

Wenn du meinen kleinen Einblick, Andre Marto – ein Mensch in Worten gelesen hast, hast du bereits einen meiner wichtigsten Lebensabschnitte in jungen Jahren kennengelernt.

Die Jahre 1987 bis 1999 haben nichts gebracht von dem es sich lohnen würde zu erfahren.

Erst im Jahr 1999 bekam ich genug Inspiration um mit dem Schreiben anzufangen. Damals las ich in einem Artikel, dass es die heilige Inquisition wirklich noch geben soll. Also fing ich an mich damit zu beschäftigen. Dabei war eine meiner wichtigsten Quellen Henry Charles Lea, ein amerikanischen Historiker, der mir mit seinen Werken Geschichte der Inquisition im Mittelalter einige Einblicke in das dunkelste Kapitel der Kirchengeschichte gewährte. Daraus baute ich meine erste große Geschichte zusammen. Ich wollte irgendwie, dass ein kleiner, unscheinbarer Mönch den Kampf gegen die Ungerechtigkeiten der Inquisition aufnahm und gewinnen würde.
Heute, knapp 20 Jahre später, ist eine ganz andere Geschichte daraus geworden. Der damalige Mönch “Eberhard von Salem” heißt nun “Leonardus von Salem” und ist beinahe derselbe geblieben, jedoch ist er nun präsenter und ein wenig frecher. Immer noch soll ein Prachtband des Zisterzienserordens nach Lyon anlässlich des dort stattfindenden Kirchenkonzils verbracht werden. Jedoch ist nun nicht mehr die gesamte Inquisition, sondern der Papst in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt.

Papst Innozenz soll einem Anschlag zum Opfer fallen. Mysteriöse Vorkommnisse lassen jedoch Leonardus nicht im besten Licht erscheinen. Erst durch den Tod des Camerlengos und das Eingreifen eines geheimnisvollen Gönners Leonardus’ wird dem jungen Abgesandten des Zisterzienser Ordens von ganz oben – sozusagen, gestattet zu handeln.

Das Ende möchte ich auch nicht verraten, nur so viel – es wird richtig spannend.

 

Allerdings ist es nicht bei der einen Geschichte geblieben und so habe ich in all den Jahren viele verschiedene Geschichten angefangen, allerdings noch keine davon abgeschlossen.

Mehr von mir erfährst du im zweiten Teil Andre Marto – Worte eines Menschen Teil_2

Aufrufe: 1

Sind Leseproben ein Vor- oder Nachteil?

Seit knapp 1,5 Jahren bin ich dabei mir immer mal wieder eine Leseprobe zu gönnen. Einfach nur aus dem Grunde heraus zu finden, ob der Titel eines Buches wirklich das hält was er verspricht. Vor einigen Jahren hatte ich es noch so gehalten, dass ich in einer Buchhandlung mir ein interessantes Buch schnappte und einige Zeilen las um dann zu entscheiden, ob ich mir dieses hole. Doch mittlerweile bin ich soweit, dass ich was das angeht ein wenig anspruchsvoller geworden bin.

In den letzten Wochen sind mir immer wieder Fragen durch den Kopf geschossen, die ich mir selbst nicht beantworten konnten. U. a. fragte ich mich, ob es auch andere gibt, die sich hin und wieder mit Leseproben eindecken um zu sehen, ob der Schreibstil eines Autoren zu einem passt oder einfach nur um ein Buch rein zu lesen um sich dann für einen Kauf zu entscheiden. Kurz und knapp: Sind Leseproben ein Vor- oder Nachteil

Ich wollte mich umhören und fragte mich, wo ich denn dafür am Besten anfangen sollte.
Durch meine Arbeit als Zugbegleiterin komme ich zwar mit dem ein oder anderen ins Gespräch, wenn es um das Thema geht, aber das war doch etwas zu wenig. Also beschloss ich an der Stelle nachzufragen, wo sich all die zusammen finden, wo nicht nur gelesen wird. Es war das Forum in dem ich seit Jahren angehöre.

Die Antworten der Mitglieder waren interessant und informativ wie ich finde. Vor allem öffneten diese auch die ein oder andere Tür, die ich wohl unbewusst verschlossen gehalten hatte.

Es gibt solche, die dann ein für sie interessantes Buch in die Hand nehmen und kurz in das jeweilige Werk reinlesen, als auch jene die eine Leseprobe nutzen um zu sehen, ob der Schreibstil des Autoren sie anspricht. Bei den Letztgenannten möchte ich erwähnen, dass sich mit der Leseprobe dann im besten Fall auch für den Kauf des Werkes entscheiden.

Genauso stark waren die Stimmen, die die Leseproben, egal ob diese in der Buchhandlung zur Verfügung stehen oder über diverse Portale im Internet angeboten werden, außer acht lassen. Diese Personengruppe hält sich an Empfehlungen von Freunden um dann ein Buch für das eigene Regal zu holen. Beneidenswert, denn so kommt man nicht in die Verlegenheit sich mehr Bücher zu kaufen als unbedingt nötig.

Aufgrunddessen und unter Berücksichtigung all jener Persönlichkeiten mit denen ich gesprochen oder auch geschrieben habe, ist es in meinen Augen nicht zu 100 % zu sagen, ob die Leseproben zu den Vor- oder Nachteilen gehören. Denn es sieht jeder aus seiner höchstpersönlichen Sicht.

Aufrufe: 0

Vom Schulheft zur SSD

Wie alle in meinem Alter, habe ich im Laufe meines Lebens einen rasanten Technologiewechsel miterlebt.

Meine Oma heizte und kochte noch mit Holz und Kohle. Es gab zwei Öfen im Haus, einen in der Küche, auf dem wurde auch gekocht, der andere stand im 1. Stock im Stübchen. Die restlichen Räume wurden auch im Winter nicht beheizt. Das Haus meiner Großeltern war modern. Für die menschlichen Bedürfnisse musste man nicht über den Hof. Es gab eine Toilette im Haus.

Als ich acht Jahre alt war, kauften meine Eltern einen Fernseher. Es gab damals überschaubare drei Programme, die den größten Teil des Tages lediglich ein Testbild sendeten.

Fünf Jahre später wurde ein Telefon in unserer Wohnung installiert. Ohne triftigen Grund, einfach mal so telefonieren, das durfte ich nicht. Das war viel zu teuer. So bin ich auch weiterhin, wie vorher schon, zum Bahnhof gelaufen und habe in der gelben, nach Schweiß oder Üblerem riechenden Telefonzelle mit meiner Freundin geplaudert. Ein großer Teil meines Taschengeldes verschwand damals im gierigen Schlund des Münztelefons.

1981 habe ich mir meinen ersten Computer gekauft. Einen Commodore 64, wegen seiner Form auch liebevoll Brotkasten genannt. Mit dem C64 versuchte ich mir die Grundlagen des Programmierens anzueignen, was ich aber bald aufgab, da meine Freunde das schon viel besser konnten und mir auch jederzeit begeistert halfen. Fortan benutzte ich meinen Computer vorwiegend zum Spielen. Das mache ich übrigens auch heute noch gerne, mittlerweile aber an einem etwas neueren Modell. Was mein Commodore aber im Gegensatz zu denen meiner Freunde recht bald hatte, war ein gutes Textverarbeitungsprogramm.

1983 bekam ich die im Jahr zuvor als Weltneuheit angepriesene erste elektronische Reiseschreibmaschine der Welt. Eine Olivetti-Typenradmaschine, Praxis 35. Im schwarzen Plastikkoffer verpackt hatte sie annähernd die Maße eines Kinder-Trolleys, sie war etwas breiter, dafür nicht ganz so hoch. Und ihr Gewicht entsprach dem eines Kleinkindes. Da das Tippen auf dieser Maschine im Vergleich zu den damals üblichen mechanischen Schreibmaschinen wirklich mühelos war, schrieb ich darauf innerhalb einiger Wochen nicht nur meine eigene Diplomarbeit, ich tippte zusätzlich noch die Arbeiten von zwei Freunden ab.

Hatte ich in meiner Kindheit noch mit dem Kassettenrekorder vor dem Radio oder dem TV gesessen und mit dem Mikrophon Musik aufgenommen, kam dann bald der VHS-Videorekorder. Etwas später wurde der Plattenspieler durch den CD-Player ersetzt und der VHS-Rekorder durch einen DVD-Player oder Festplattenrecorder. Und mein guter alter Commodore? Der ist längst einem schönen, flachen Notebook gewichen.

Wahnsinn eigentlich, oder?

Als Kind schrieb ich meine Geschichten mit dem Füller in ein altes Schulheft, heute tippe ich sie in mein Textverarbeitungsprogramm und speichere sie auf der Festplatte. Der Spaß, den ich damals daran hatte, meine inneren Welten festzuhalten, der ist mir geblieben, auch wenn sich das Medium rasant verändert hat.

Was fasziniert mich so am Schreiben?

 Unter anderem die Freude, der eigenen Fantasie Raum zu geben. Im Geiste eine ganze Welt zu erschaffen, sie mit den unterschiedlichsten Kreaturen zu bevölkern und dann mit einer spannenden Handlung zu verweben. Über viele Jahre hinweg habe ich Texte begonnen, jedoch kaum einen davon beendet. Dem selbstverliehenen Titel „Königin der Anfänge“ wurde ich Hunderte von Malen gerecht, das meiste davon existiert nicht mehr.

Für ein Publikum schreiben?

 Darüber habe ich nicht einmal nachgedacht. Ich war  der einzige Schreiberling in meinem Umfeld und Schreiben, das war sicherlich 35 Jahre meines Lebens lang etwas, das nur mir gehörte, weshalb ich es auch sehr bewusst geheim hielt. Vermutlich wäre es heute noch so, wäre ich nicht im Internet auf andere Geschichtenerzähler gestoßen. Der Schritt vom geheimen Kämmerchen direkt hinein ins World Wide Web fiel mir weit weniger schwer, als ich dachte.

 Und nun also ein Schreib-Blog?

 Das ist noch einmal eine neue Erfahrung, das Schreiben für Menschen, die mir völlig fremd sind. Die ich nicht einmal mit einem Nick oder durch ihre eigenen Geschichten kenne. Einen gesunden Respekt davor habe ich schon, aber es überwiegt die Freude auf und über dieses Experiment zusammen mit den anderen aus dem Team der Schreibkommune.

Und wer ist die nun, die da schreibt?

Eliane,

lesebegeistert, schreibsüchtig, technikaffin,

introvertiert, achtsam, mit schrägem Humor ausgestattet,

zweifache Mutter, mittlerweile Oma

„Best Ager“

Aufrufe: 0

Ich bin Wolverine

Hey zusammen,

ich bin Wolverine, werde in 2 Monaten 19 und würde mich gerne ein bisschen vorstellen.

Ich interessiere mich neben dem Schreiben sehr für Musik und Politik, außerdem studiere ich zur Zeit.

Wie mein Name schon verrät, bin ich sehr Comic-begeistert, vor allem die X-Men finde ich super. Am liebsten lese ich allerdings im Genre Thriller/Drama, ein wenig Fantasy, Humorvolle Fiktion (z.B. Marc-Uwe-Kling) etc.

Wenn ich schreibe, dann sehr oft über Dinge, die mir gerade auf dem Herzen liegen, die mich beschäftigen. So entstehen Gedichte, Kurzgeschichten oder einfach nur kleine Texte, die meist meine Gefühle und Gedanken wiederspiegeln.
Ich versuche mich momentan auch an einem Roman. Allerdings komme ich nur schwer vorran und Kurzgeschichten helfen mir, das Schreiben zu üben.

Beim Schreiben kann ich Erlebtes verarbeiten, eine Botschaft vermitteln, anderen einen Blick in eine andere Welt schenken. Das fasziniert mich sehr daran und ist auch der Grund, warum ich diesen Blog mitgestalten möchte. Schreiben ist für mich eine kleine Flucht aus dem Alltag, es tut gut und ich kann dabei kreativ werden.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit auf dieser Website und natürlich über jede*n Leser*in!

Liebe Grüße,

Wolverine

 

 

Aufrufe: 0

Nalex ein wirrer Mix aus verschiedenem

Hallo zusammen,

nun bin ich an der Reihe mich vorzustellen, dabei bin ich darin noch nicht mal wirklich gut.
Wie ich zu Schreiben kam, kann ich schon längst nicht mehr sagen. Aaaber es hat alles im Grunde vor mehr als 20 Jahren angefangen als ich in meinem Katzenwahn anfing mich mit den verschiedensten Rassen zu beschäftigen und dann kleine Geschichten begann zu schreiben.

Ernst wurde es mehr oder weniger vor etwas mehr als 4 Jahren, da meldete ich mich im Forum an, wo es diejenigen gab, die sich nicht über einen lustig machten, weil man einfach ein anderes Hobby hatte.

So kam das Eine zum Anderen bis hin zum Aufruf für das Forum einen Blog zu starten an dem auch ich mitwirken möchte.
Für mich war es der Reiz nicht alleine diesen zu betreiben sondern zu sehen wie schaffen wir das in der Gemeinschaft.

Ich habe zwar selbst noch einen kleinen Blog, aber dort ist es nun mal so, dass ich mein Süppchen alleine koche.

Nun beginnt ein neues Kapitel und ich hoffe, dass es mir noch mehr Erfahrungen einbringen wird.

Aufrufe: 0

Ingo schreibt anders

Ingo schreibt anders, kurz Ingo S. Anders, der Name sollte Programm sein.

Ich bin Hausmann und Schriftsteller. Nebenan in der Küche läuft die Waschmaschine und beruhigt mich mit ihrem Surren, während ich zum ungefähr vierten Mal an meinem ersten Roman sitze. Diesmal ist es mir wirklich ernst damit, diesmal werde ich durchhalten. Werde ich? Das bleibt abzuwarten, aber ich gebe mein Bestes.

Angefangen hat alles mit einer Geschichte über den Weihnachtsmann, die ich in der Grundschule als Aufsatz über die Ferien geschrieben hatte. Die Lehrerin war nicht zufrieden: Sie glaubte, ich hätte aus einem Buch abgeschrieben. Heute weiß ich natürlich, was das bedeutet, aber damals war ich einfach nur gekränkt. Meine Mutter war so klug, diese Geschichte an unsere Tageszeitung zu schicken und in der nächsten Vorweihnachtszeit wurde sie auch dort abgedruckt. Das war meine erste Veröffentlichung. Bis zur zweiten vergingen zwanzig Jahre.

So langsam setzt sich das Gefühl fest, dass ich gut genug schreibe. Gut genug, um es Lesern zu präsentieren. Wie kann es auch anders sein, seit zwölf Jahren blogge ich und übe mich im Schreiben kurzer Geschichten. In erster Linie schreibe ich jedoch, um meine Erlebnisse zu verarbeiten. Die Idee, dabei ein verkaufbares Produkt zu entwickeln, ist vergleichsweise neu.

An meinem aktuellen Romanentwurf arbeite ich zusammen mit Kolleginnen und Kollegen in der Schreibkommune, die mir für die Überarbeitung wichtige Anregungen zu meinem Entwurf geben. Ich revanchiere mich, indem ich meinen inneren Kritiker auf fremde Texte loslasse. Ohne diesen Austausch käme ich nicht so gut voran. Als einsamer Schriftsteller im stillen Kämmerlein würde ich alle paar Tage mein Manuskript zerreißen und von vorne anfangen.

Die Aufgabe, hier an dieser Stelle nun öfter zu schreiben, erfüllt mich etwas mit Ehrfurcht – hier repräsentiere ich ja nicht nur mich selbst, sondern die ganze Schreibkommune. Doch angesichts der Tatsache, dass ich bereits seit zwölf Jahren blogge, sollte diese Herausforderung gut zu bewältigen sein.

Euer Ingo

Aufrufe: 12

Saigels Irr(e)Lichter

Hallo! Ich bin Saigel.

Dauerschreiberin, Schreiblieberin, Lieberverkopferin, Verkopfautorin.

Meine Gedanken aufzuschreiben, habe ich schon sehr früh angefangen. Meine ersten kleinen Geschichten kamen im Grundschulalter an die Klassenpinnwand. Berauscht von dem Ruhm und dem überschwänglichen Lob, das mich auf dem kleinen gefliesten Streifen vor der Pinnwand ganz nach Belieben von allen Seiten überrollte, habe ich mich anschließend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und seither nur für mich geschrieben. Irgendwann, mehr als 15 Jahre später, keimte in mir der Wunsch wieder auf, meine Texte mit anderen zu teilen.

Was ich also mit Sicherheit für alle Leser hier bereitstellen kann, ist Erfahrung. Erfahrung im Schreiben, im Verkopfen, im Loslassen und im: „Auf welche Weise schreibe ich das genauso und auch wieder gar nicht so, wie es in diesem wunderbaren Buch steht, das ich da gerade lese?”

Meine Schreibtipps, Ratschläge und allgemeinen Wegweiser können also für euch, liebe Leser, entweder irre Lichter sein, die euch eine wahnsinnige Erleuchtung über das Schreiben erfahren lassen, euch motivieren, euch weiterbringen, euch Mut zusprechen und euch den Spaß an einer vertrackten Sache wieder entdecken helfen.

Andererseits können sie auch all das nicht sein.

Denn wenn ich etwas über das Schreiben gelernt habe, dann, dass die Schriftstellerei ein weites, dunkles, zuweilen sogar ein recht stinkiges Moor ist, das jeder Autor auf seinem ganz eigenen Weg beschreiten muss. Meine irren Lichter, die meinen Weg kennzeichnen, können für euch also genauso gut auch Irrlichter sein, die euch in eine falsche Richtung locken, euch schmeicheln und rufen, nur damit ihr versumpft und nicht mehr weiterkommt, euch wünschtet, ihr wäret nie auch nur einen Schritt in dieses Moor gegangen, das euch hinabzuziehen versucht, tief und tiefer in die feuchte Kälte, irgendwohin, wo euch niemand mehr herausholen kann – ganz besonders nicht meine irren Lichter, die ironischerweise leuchtende Wannen unter jeden meiner Füße projiziert haben, sodass ich gar nicht erst mit dieser schwer bis gar nicht verdaulichen Brühe in Berührung komme.

So freue ich mich umso mehr, mit euch meine Irr(en)Lichter zu teilen, sie mit euch zu diskutieren und auch selbst Neues daraus zu lernen. Denn, gleich wie einsam so ein Autorenmoor auch sein kann, hört man die Stimmen der anderen um sich herum, weckt das sofort die Hoffnung, dass man eines Tages vielleicht doch mal Land sieht.

Eure Saigel

Aufrufe: 1

Andre Marto – ein Mensch in Worten

Hallo lieber Leser,

vielen Dank, dass du dich für meinen Beitrag interessiert. Wenn du Fragen hast, kannst du gerne die Kommentarfunktion nutzen.

 

Ich wurde 1963 in Friedberg/Hessen geboren.

Dort lebte ich mit meiner Mutter bei meinen Großeltern im beschaulichen Örtchen Wohnbach. 1969 zog meine Mutter mit mir zu ihrem neuen Mann nach München. Dort heiratete meine Mutter und im selben Jahr kam meine Halbschwester zur Welt. 1971 wurde mein Halbbruder geboren. Von 1969 bis etwa 1982 lebte ich in München, dann im Februar 1982 verließ ich die Landeshauptstadt Bayerns und zog für einige Jahre hinaus in die weite Welt – genauer gesagt nach Frankreich.

 

Mein erster Weg in die Fremde führte mich im Februar 1982 von München über Mailand und Genua mit dem Zug nach Marseille. Eine wunderbare Fahrtstrecke, damals musste ich in Ventimiglia, einem Grenzort in Italien, umsteigen und bin mit dem Zug weiter nach Nizza, St.Tropez und Cannes bis Marseille …

 

Von dort ging es nach einem kurzen Aufenthalt am anderen Tag weiter nach Aubagne. Dies ist eine 40.000-Seelen-Gemeinde einige Kilometer weiter im Landesinneren. Dort verbrachte ich einige anstrengende Wochen, die viel mit Ausdauer und Geschicklichkeit zu tun hatten.

 

Von Aubagne aus ging es Ende März nach Castelnaudary weiter in Richtung Pyrenäen. Dort blieb ich 4 Monate und lernte das wunderbare Land, die Hügel und den Canal du Midi kennen und schätzen. Auch hier Ausdauersport, Wanderausflüge und Kletteraktivitäten.

 

Ende Juli 1982 verschlug es mich dann in auf das schöne Korsika, in die Nähe der wunderschönen Stadt Calvi. Die Bucht von Calvi ist ein Erlebnis wert. Sowohl frühmorgens als auch Nachts. Vor allem, wenn man einmal über die Bucht von Calvi fliegt, kann man die ganz korsische Schönheit erkennen. Ich habe das sehr genossen und fühlte mich dort richtig wohl.

Die Bucht ist riesig und der weiße, feine Sandstrand ist einfach traumhaft. Wer dort kein Plätzchen zum Wohlfühlen findet, ist selbst schuld.

 

Ende August begab ich mich auf einen Ausflug von Calvi in den Libanon und blieb dort 4 Wochen in Beirut. Das war zu dieser Zeit zwar kein Ort, um Urlaub zu machen, aber absolut herausfordernd.

 

Von Beirut ging es wieder zurück nach Korsika. Dort wurde es September und während dieser Zeit wanderte ich auf den Spuren des GR20 (ein Fernwanderweg) Von Calenzana nach Conza über Vizzavone. Natürlich waren es nicht die gesamten 170 km (dafür benötigt man etwa 15 Tage zu Fuß), sondern nur etwa 8 Tage, aus meiner Sicht die anstrengendsten. Der Weg ist das Ziel und so fand ich mein Ziel bereits in den Höhen des Col de Bavella und dem Col de Verde auf dem Weg zum nahen Monte Incudine, beinahe erreicht.

Die Vegetation und die Stille, ab und an durchbrochen vom Scheppern der Schafsglocken, ist ein Genuss. Der würzige Duft vom korsischen Macchie, einem immergrünen zusammenhängenden Buschwald, sowie einer Vielzahl an Sträuchern und Kräutern, die den Boden bedecken, rundeten dieses Erlebnis ab.

 

Kurz vor dem Weihnachtsfest 1982 setzte ich zu meiner ersten Afrikareise an. Etwa um den 12ten Dezember stieg ich am Flughafen von Bangui, der Hauptstadt Zentralafrikas, aus einer französischen Maschine aus. Der erste Eindruck auf afrikanischem Boden war so – als würde ich direkt in einen heißen, laufenden Fön blicken.

In Bangui blieb ich ganze 3 Monate und erlebte 1982/1983 einen wunderbaren Eindruck von Land und Leuten. Eine Erinnerung habe ich noch, so als wäre sie von gestern.
Eines Abends fuhren wir an einer sehr belebten mehrspurigen Straße entlang. Dort befanden sich Hunderte von Menschen am Straßenrand. Erst bei genauerem hinsehen bekam ich mit, dass diese Leute Bücher im Licht der Straßenlaternen gelesen haben. Darauf angesprochen bekam ich genau diese Erklärung, “das Licht sei an und kostenlos”.
Viele Behausungen hatten keinen Strom und Licht, darum zog es die Bewohner auf die Straßen, um abends zu lesen. Was mich ebenfalls beeindruckte, war der Geruch des verbrannten Holzes, womit die Einwohner kochen, morgens Kaffee zubereiten und abends “heizten”.

 

1983 wurde auch zu einem aufregenden Jahr für mich. Als ich im März 83 wieder zurück nach Calvi kam, wurde es ernst. Zuerst kam ich für 4 Wochen in die in den Pyrenäen gelegene Ortschaft Mont Louis und lernte dort, wie man Berge “richtig” erklimmt, aber auch, wie man sich in Extremsituationen zurechtfindet. Anstrengend und teilweise bis-an-die-eigenen-Grenzen gehend. An manchen Abenden fiel ich vor Erschöpfung auf mein Bett und schlief dort, bis der Wecker klingelte. Alles in allem habe ich die Zeit dort geliebt.

Eines Tages, so der Zufall es wollte, half ich im Winter einer kleinen Ortschaft in den Pyrenäen im Rahmen des Katastrophenschutzes, diese aus unendlichen Schneemassen zu befreien. 14 Tage lang waren wir in einer alten Schule untergekommen und bekamen die volle Liebe und Dankbarkeit der meist älteren Bevölkerung zu spüren. Da waren Frühstück und Abendessen “weltmeisterlich”.

Im gleichen Jahr, etwa im Sommer, flog ich wieder zurück nach Afrika. Dieses mal in die Republik Tschad. Ein wunderbares Land. Meistens bewegte ich mich zwischen Ndjamena, der Hauptstadt, und den Städten Ati und Abeche. Einmal ging es auch hoch in den Norden in die Nähe der Stadt Faya Largeau. Damals noch von Libyen beeinflusst, wurde diese durch die Operation Manta der französischen Streitkräfte befreit, die Kräfte Lybiens zurück nach Lybien gedrängt und Faya Largeau wieder der Republik Tschad zugeführt.

 

Etwa Ende September 1983 kam ich für 4 Wochen nach Djibouti, ebenfalls auf dem schönen afrikanischen Kontinent gelegen. Auf der Meeresseite ein wunderbares Fleckchen Erde. Ein paar Kilometer weiter im Landesinneren verwandelte sich dieser Flecken Erde wieder in die Wüste, nur Wüste, nichts als Wüste. Dort lernte ich dann auch das Überleben in der Wüste.

 

Am Ende musste ich dann noch nach Addis Abbeba. 14 Tage humanitärer Einsatz, um einer der schlimmsten Hungerkatastrophen, die das Land jemals in den Griff genommen hatte, ein wenig Linderung und Zeitaufschub zu bringen. Wir waren in der Nähe des Flughafens und halfen hunderten Menschen, ums nackte Überleben zu kämpfen.

 

Dezember 1983 flog ich noch einmal in den Tschad. Dort erlebte ich knapp 3 Monate lang eine herzliche Gastfreundschaft. Eine Zeit, die mir Land und Leute näherbrachte. Das beste Mittagessen gab es in einem großen Hotel, mir fällt der Name nicht mehr ein, dort lernte ich eine Angehörige der amerikanischen Botschaft kennen. Die Essensräume waren klimatisiert und es gab deutsches Bier! Aber auch Budweiser und das belgische Kronnebourg, obwohl das nicht mit der vollen Würze deutscher Biere zu vergleichen ist. Eisgekühlt und in der 40 Grad heißen Tagestemperatur schmeckt alles irgendwie “königlich”.

 

Zurück in Calvi ging es nach ein paar Monaten Aufenthalt wieder auf Tour. Genauer gesagt nach Südamerika,  Kourou in Französisch-Guayana. Dort blieb ich etwa 4 Wochen, lernte mich im Dschungel zurechtzufinden, brannte mir Blutegel mit der Zigarette vom Bein und dachte mir – oh gut, dass du die ganzen giftigen Kriechviecher überlebt hast.

 

Dann folgte auch schon der letzte Teil meiner Aktivitäten und ich kam in den traumhaftesten Abschnitt meiner Reisen, die am Ende doch etwa 5,5 Jahre gedauert haben. Ich bereue diese Zeit nicht, denn sie hat mich bis heute geprägt. Hier nun die letzte Reisestation, mit der ich mein Auslandsabenteuer abschloss. Es handelte sich um die traumhaft und damals kaum von Touristen besuchte Insel franz. Polynesien und dort die Hauptstadt Papeete …

 

um nach ca. 4 Wochen im Anschluss wieder in Deutschland zu landen bzw. von Paris aus mit dem Zug, wie 5,5 Jahre zuvor, nur über eine andere Reiseroute (Straßburg), wieder in München anzukommen.

 

Mein nächster Artikel lautet dann: “Andre Marto – Worte eines Menschen”. Also seid gespannt,

 

Grüße
Andre

 

Aufrufe: 1

© 2019 Schreibkommune

Theme von Anders NorénHoch ↑

error

Gefällt Dir unser Blog? Bitte sage es weiter ;)

Zur Werkzeugleiste springen